Mal eine ernste Frage an die Softwareentwickler:innen: Nur mal angenommen, Agentic AI verbreitet sich und bleibt, es würde fester Bestandteil des Jobs, Agents zu sagen was sie coden sollen und das zu reviewen, was ist euer Plan?
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Mal eine ernste Frage an die Softwareentwickler:innen: Nur mal angenommen, Agentic AI verbreitet sich und bleibt, es würde fester Bestandteil des Jobs, Agents zu sagen was sie coden sollen und das zu reviewen, was ist euer Plan? Durchziehen, verwandte Jobs suchen? Irgendwas mit Holz?
(Bitte keine Diskussionen "Wird eh nicht passieren", darum gehts hier nicht).
@javahippie kommt auf den Job/die Software an. Miese Arbeit macht durch LLM's nicht mehr oder weniger Spaß. Umgekehrt verdibt mir Agentic Coding die Freude nicht. Ich bin dann eher über andere Sachen erfreut als vorher, hat sich gezeigt.
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@javahippie Was mich halt fertig macht: Ich würde mich gerne über die neue Arbeitsweise beschweren. Diesen Hype, bei dem alle mitmachen und der meine schöne, bequeme Arbeitswelt kaputtmacht. Serveranwendungen, Container, Cloud, DevOps, Agile. Was alternde Leute halt so machen.
Aber GenAI ist leider mehr als das, und ich schreibe hier ja jeden Tag mehrfach über die sozialen, ethischen und ökologischen Auswirkungen.
Im Bekanntenkreis musste jemand im Laborjob im Rahmen von Tierversuchen irgendwann Mäuse töten, und das war vielleicht ethisch vertretbar, weil dabei Dinge entwickelt wurden, die am Ende Menschenleben retten, aber auf persönlicher Ebene war das Töten von Mäusen nicht machbar.
Wir müssen zukünftig Mäuse töten, um mehr Software zu produzieren.
@oli Ich frage mich halt, was das für Implikationen sind. Ich könnte jetzt in unserer Firma das Age of AI ausrufen, und evtl. ein bisschen vor der Welle noch umfangreiche Apps bauen zu erstaunlichen Kosten, aus ethischen Gründen mag ich das aber nicht so recht. Ich kann dann weiter in Kundenprojekten arbeiten, wo das auch gerade alles kommt und es da nutzen, oder halt den Laden dicht machen und mich irgendwo fest anstellen lassen wo ich es nutzen muss...
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Mal eine ernste Frage an die Softwareentwickler:innen: Nur mal angenommen, Agentic AI verbreitet sich und bleibt, es würde fester Bestandteil des Jobs, Agents zu sagen was sie coden sollen und das zu reviewen, was ist euer Plan? Durchziehen, verwandte Jobs suchen? Irgendwas mit Holz?
(Bitte keine Diskussionen "Wird eh nicht passieren", darum gehts hier nicht).
@javahippie wohl irgendwas mit Holz. Entwickle auch wenig selbst inzwischen, aber Junior Devs mentoren macht Spaß weil sie sich weiter entwickeln und lernen. Nur noch detaillierte Anleitungen für eine Maschine schreiben die immer die gleichen Fehler macht, nö danke. Dann lieber Beeren im Wald suchen.
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@rotnroll666 Oh, das liest sich schon mal interessant an. Muss ich später im Detail lessen. Danke! @oli @javahippie
@konrad @rotnroll666 @oli @javahippie Ich spreche Freitag drüber. Gibt es dann auch als Aufzeichnung und Podcast sowie als KI-generierte Zusammenfassung. https://software-architektur.tv/
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@oli Ich frage mich halt, was das für Implikationen sind. Ich könnte jetzt in unserer Firma das Age of AI ausrufen, und evtl. ein bisschen vor der Welle noch umfangreiche Apps bauen zu erstaunlichen Kosten, aus ethischen Gründen mag ich das aber nicht so recht. Ich kann dann weiter in Kundenprojekten arbeiten, wo das auch gerade alles kommt und es da nutzen, oder halt den Laden dicht machen und mich irgendwo fest anstellen lassen wo ich es nutzen muss...
@javahippie Da müssen jetzt alle irgendwie in sich gehen und für sich selbst entscheiden, mit wie viel kognitiver Dissonanz und Verdrängung sie klarkommen.
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@javahippie ich könnte nicht schlafen, für so viel Code verantwortlich zu sein den ich nicht kenne / vielleicht mal grob überflogen habe.
Würde wohl einfach selbstständig ein paar Apps ohne AI schreiben während ich versuche, Erfolg in der Theaterwelt oder als Barbetreiber zu haben.
Mich nervt nur, dass ich nie bei Microsoft & Co die grosse Kohle gemacht habe und jetzt schon in den Frühruhestand gehen kann. -
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@javahippie Gutes Werkzeug. Für viele Sachen nützlich.
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Wenn ich momentan anschaue, was mein Job ist, besteht der kleinste Teil daraus Code zu schreiben. Ich bin eher dabei technische Rahmenbedingungen zu klären, mit anderen Abteilungen abzustimmen, fachliche Anforderungen zu verstehen und technisch zu ergänzen. Das mag auch an der Art meiner Arbeit liegen (selbständiger Berater / Architekt), aber gerade an diesen Schnittstellen sehe ich mich noch länger arbeiten, ohne LLM
@javahippie Und genau aus dem Grund denke ich, dass KI noch lange keine Architekt*innen ersetzen kann.
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@javahippie So wird's kommen. Als sen. Dev. besteht so oder so die wenigste Zeit aus coden, sondern meher im reviewen was die Juniors machen, Meetings um die Rahmenbedingungen, Anforderungen und unklarheiten zu klären und zu dokumentieren. Architekturplanung, etc. Letztendlich ist AI nur ein weiteres Tool um die Arbeit zu organisieren und bewältigt zu bekommen und die Juniors sind dann die AI bediener, bzw. werden weniger und durch AI ersetzt. (ich habe also nicht mehr ne handvoll Juniors, sondern Claude whatever). Es wird passieren, es wird alles durchdringen und hat bereits angefangen. Es soll ja auch noch Leute geben, die mit Schreibmaschine arbeiten.
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@javahippie Ich habe Dekaden Erfahrung bevor es Agentic Coding gab. Sich in Legacy Code einarbeiten ist schon lange mein Standbein. Diese Erfahrungen werde ich vergolden. Ich kann besser reviewen und fremden Code einschätzen als andere.
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@konrad Gehst du davon aus, dass es dann noch genau so viele Devs gibt die einfach mehr Output erzeugen?
Sicher nicht. Code Schreiben war nie der Flaschenhals.
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@javahippie Was mit holz. Ausbildung zur landschaftsgärtner*in wird mir gerade oft beworben, das wäre was. Wenn ich früh aufstehen könnte, backer*in. Da ist man heute aber auch nur in der brotfabrik, also nein.
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@javahippie Ich habe verschiedene Coding Agents privat und beruflich ausgiebig getestet. Ich stelle fest, dass durch den Einsatz meine Problemlösungskompetenz merklich abnimmt und dass ich sehr viel Zeit mit dem Warten auf Output vertrödel. Ich will mir zur Zeit nicht vorstellen den Job in dieser sinnentleerten Form weiterzumachen.
Aber was sind die Alternativen? Ich würde gerne etwas mit mehr positivem Impact machen, aber ich kann ja nichts. Oder ich kann es nur auf einem Niveau, das mit enormen finanziellen Abstrichen einhergeht.
In Wirklichkeit werde ich also am Ende den für mich einfachsten Weg wählen und mitspielen.
Dieses "Warten auf Output" hat mich gerade an das früher ewig dauernde "Kompilieren" erinnert. Bauen wir da die Welt wieder ein Stück zurück?
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Dieses "Warten auf Output" hat mich gerade an das früher ewig dauernde "Kompilieren" erinnert. Bauen wir da die Welt wieder ein Stück zurück?
@johnnythan @javahippie Ändert ja daran nichts. Dein typischer "vibecoding" Workflow ist ja tippen, warten, kompilieren, kaputt, warten, kompilieren, kaputt, warten, kompilieren, kaputt, warten, kompilieren, läuft.
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@javahippie wenn ich noch im Job wäre, würde ich mich fragen, warum ich mir ausgerechnet den (kleinen) Teil, der mir wirklich Spaß daran macht, von einer “KI“ versauen lassen sollte. Wäre ein Grund, aufzuhören.
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Mal eine ernste Frage an die Softwareentwickler:innen: Nur mal angenommen, Agentic AI verbreitet sich und bleibt, es würde fester Bestandteil des Jobs, Agents zu sagen was sie coden sollen und das zu reviewen, was ist euer Plan? Durchziehen, verwandte Jobs suchen? Irgendwas mit Holz?
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@javahippie ganz ehrlich: ich kann nix anderes. Glaub dann würd ich durchziehen und parallel versuchen eigene Produkte an den start zu bringen. Man würd ja vermutlich ziemlich viel warten. Und Arbeitszeit hätte dann noch weniger Bedeutung als es in unserer Branche eh schon hat. Vorher "ja, bin irgendwie gestern nicht weiter gekommen", Nachher: "Boah, keine Ahnung was die KI da gestern wieder gemacht hat", da kann man ja in nem anderen Fenster einfach noch ne andere KI anfeuern.
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Wenn ich momentan anschaue, was mein Job ist, besteht der kleinste Teil daraus Code zu schreiben. Ich bin eher dabei technische Rahmenbedingungen zu klären, mit anderen Abteilungen abzustimmen, fachliche Anforderungen zu verstehen und technisch zu ergänzen. Das mag auch an der Art meiner Arbeit liegen (selbständiger Berater / Architekt), aber gerade an diesen Schnittstellen sehe ich mich noch länger arbeiten, ohne LLM
@javahippie Meine Perspektive ist da eine andere: An der Tür zum Flur vor meinem Büro steht was von "Competence Center High Perfomance Computing". Ich bekomme ganz oft die üblen Probleme auf den Schreibtisch, wo kein Standardansatz hilft und vor denen andere gute Entwickler schon kapituliert haben. Das sind Probleme, die auch noch niemand vorher hatte, weil es z.B. die Art Hardware noch nicht so lange gibt. Passiert auch regelmäßig, dass ich in einer Domäne lade, für die mir komplett das mental model fehlt.
Mein erster Schritt ist dann meistens erstmal das Problem mit all seinen verschiedenen Aspekten verstehen. Und das heißt bei mir ganz oft einfach mal hinsetzen und versuchen eine Lösung für irgendein Teilproblem zu implementieren. Schauen, wo es knirscht, wo man hängen bleibt. Was verhält sich anders als angenommen? Warum geht diese eine offensichtliche Lösung, die mir im Kopf rumspukt kaputt? Nur so bekomme ich eigentlich eine solide Intuition für die Umgebung und die Constraints unter denen man dort arbeiten muss.
Mag andere Leute die geben, die einfach mal alle Specs lesen und danach am Whiteboard die Lösung konstruieren, aber mein Gehirn braucht einfach diese Hands-On-Erfahrung um sich in sowas reinzufinden.
Aber wenn man mir diesen Hand-On-Teil wegnimmt, werde ich deutlich schlechter in meinem Job werden. Außerdem ist das der Teil, der mir Spaß macht.
Specs schreibe und Code reviewen mache ich, weil es dazu gehört aber das ist nicht der Teil von meinem Job, für den ich morgens aus dem Bett steige. Gerade Reviews finde ich super anstrengend, weil mein Kopf eher konstruktiv als analytisch funktioniert.
Dementsprechend bin ich gerade am überlegen, was ich in Zukunft machen will. Vielleicht nochmal zurück an die Uni und noch nen Master in E-Technik machen? -
@oli @konrad @javahippie Weil's gerade heute von einem Menschen aufgebracht wurde, den ich sehr schätze: https://pages.cs.wisc.edu/~remzi/Naur.pdf
@rotnroll666 Danke genau den Text hab ich gesucht und nicht wieder gefunden.
@oli @konrad @javahippie -
Mal eine ernste Frage an die Softwareentwickler:innen: Nur mal angenommen, Agentic AI verbreitet sich und bleibt, es würde fester Bestandteil des Jobs, Agents zu sagen was sie coden sollen und das zu reviewen, was ist euer Plan? Durchziehen, verwandte Jobs suchen? Irgendwas mit Holz?
(Bitte keine Diskussionen "Wird eh nicht passieren", darum gehts hier nicht).
@javahippie Durchziehen. Keine Ahnung ob ich das gut finde und mich das glücklich machen wird, aber ich bin davon überzeugt, dass sich die Arbeit des Software Entwicklers ändern wird. Es wird unser Job werden, AIs zu kindergärtnern.
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Dieses "Warten auf Output" hat mich gerade an das früher ewig dauernde "Kompilieren" erinnert. Bauen wir da die Welt wieder ein Stück zurück?
@johnnythan @oli @javahippie Sehr gute Analogie: „Waiting for AI finishing the prompt!“