an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
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@whose_nose
Ich bin 70ern/80ern im Amerikanischen Sektor von Berlin aufgewachsen. Meinem Vater war das Thema Deutsche Teilung/Deutsche Einheit immer ein großes Anliegen gewesen.Aus Reisen in sozialistische Länder während seiner Studienzeit hatte er Freunde in Dresden, die wir ca. 1x im Jahr besuchten, später auch entfernte Verwandte in Magdeburg.
@utrenkner @whose_nose Weißt du zufällig, wie Westberlin in den 80ern mit Lebensmitteln versorgt wurde? Ich hab mich das neulich gefragt aber nichts dazu gefunden. Also vor allem frische Sachen, wurden die vom Westen durch den Osten gebracht oder durfte Obst und Gemüse oder sowas auch aus dem Osten kommen?
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@whose_nose Ihre Enkelkinder haben sich teilweise in bizarre politische Lager geschlagen und auf unterschiedliche Arten das persönliche Scheitern inszeniert. Der Kontakt dort hin ist inzwischen verloren gegangen und ich weiss nicht, ob ich noch Einen wollen würde
@Muellers_Kabinett
Super spannend, eure Geschichten zu lesen!
@whose_nose -
@ruebe5w
Jaaa Fliesen waren der geile Shit. Es passiert mir jetzt noch, dass ich in Verschenkekisten Fliesen sehe und überlege, ob ich die noch umnutzen kann, weil geiler Shit... oh weh!
Und Bohrmaschinen und Walkmans.
Das heisst ihr hatten nach dem Auseinandernehmen dann nen Tetris-Moment - wie das alles wieder reinpassen soll .
Hat denn dann auch was gefehlt?@whose_nose
Keine Ahnung, ich muss Papa da nochmal zu aus fragen
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@utrenkner @whose_nose Weißt du zufällig, wie Westberlin in den 80ern mit Lebensmitteln versorgt wurde? Ich hab mich das neulich gefragt aber nichts dazu gefunden. Also vor allem frische Sachen, wurden die vom Westen durch den Osten gebracht oder durfte Obst und Gemüse oder sowas auch aus dem Osten kommen?
@snoopy_jay
Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.
Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.
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@snoopy_jay
Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.
Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.
@utrenkner Danke!
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an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
@whose_nose Über Schmuggel weiß ich nix, da war ich zu klein für. Aber ich durfte nichts zu Lesen mitnehmen, das fand ich doof.
Rein war immer ewig Warten vor der Grenze. Raus ging schneller, dafür drückten die Grenzer auch schon mal auf der Rückbank rum, könnte sich ja wer drin verstecken.
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@snoopy_jay
Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.
Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.
@snoopy_jay
Es gab Lebensmittelreserven des Senats, die alle paar Jahre rotiert wurden. Dann kamen entsprechend gelabelte Konservendosen mit Fleisch u.ä. in die Supermärkte.Die West-Alliierten wollten auch nicht zu viel Erdgas-Abhängigkeit. Lange wurde vor allem Stadtgas aus Kohle produziert. Ein Speicher unter dem Grunewald machte später Erdgas-Bezug aus der UdSSR möglich. Einen Jahresvorrat an Kohle musste Berlin (West) weiterhin vorhalten.
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an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
Ich bin als 18jährige als Betreuerin einer Jugendgruppe eines Sportvereins mit dem Bus über die Grenze gefahren.
Die Grenzer fand ich etwas steif.
Aber schlimm war, dass der Bus total lange (mit lf. Motor) auf der Stelle stand.
Mir ist übel geworden, ich durfte an die frische Luft und habe dem Grenzer buchstäblich vor die Füße gekotzt!
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an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
Kaffee & Schokolade wurde "geschmuggelt" im Koffer im Interzonenverkehr auf der Schiene, das war "unproblematisch". Dafür wurde aber auch der ganze Zug von bewaffneten DDR-Grenzen 2-4 Std auf Links gedreht.
Das sind so Sachen, die sich auch einem 4-jährigen ins Gehirn einbrennen. -
an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
@whose_nose Ich war ein Kind (etwa 4 Jahre alt) als wir in die DDR gereist sind. Es existieren selbstverständlich viele Geschichten von diesem Ausflug, aber echte konkrete Erinnerungen hab' ich nicht...Mein Vater hatte sehr große Angst verhaftet zu werden. Diese Angst hatte er bis zum 9. November 1989. Ich erinnere mich noch, dass ich abends nach Hause kam und mein Vater stand weinend vor der Haustür und sagte irgendwas von wegen Mauer ist gefallen. 1/2
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@whose_nose Ich war ein Kind (etwa 4 Jahre alt) als wir in die DDR gereist sind. Es existieren selbstverständlich viele Geschichten von diesem Ausflug, aber echte konkrete Erinnerungen hab' ich nicht...Mein Vater hatte sehr große Angst verhaftet zu werden. Diese Angst hatte er bis zum 9. November 1989. Ich erinnere mich noch, dass ich abends nach Hause kam und mein Vater stand weinend vor der Haustür und sagte irgendwas von wegen Mauer ist gefallen. 1/2
@whose_nose Dann hat er mich umarmt und weiter geweint. Er hat sich halt die Vorgänge um den 17.Juni mitbekommen und per Brief bei Walter Ulbricht protestiert als Jugendlicher und hatte offenbar danach bis zum Zusammenbruch der DDR Angst, dass die kommen und ihn holen. Für mich als Kind eine absolut irrationale Angst...
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@whose_nose Über Schmuggel weiß ich nix, da war ich zu klein für. Aber ich durfte nichts zu Lesen mitnehmen, das fand ich doof.
Rein war immer ewig Warten vor der Grenze. Raus ging schneller, dafür drückten die Grenzer auch schon mal auf der Rückbank rum, könnte sich ja wer drin verstecken.
@whose_nose Was die linientreue Verwandtschaft angeht: Meine Eltern waren 1988 zur Beerdigung meines Uropas "drüben" und dieser eine Großonkel, Vopo und immer zu 150 % auf Linie, erzählte einen DDR-Witz. Da wussten sie, mit dem Laden gehts zuende.
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an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
@whose_nose Ich bin einmal, 1988 mit Mutter und kleinem Bruder Verwandtschaft in Schwerin besuchen gefahren. Meine Mutter erschrak bisschen über die zwei MickyMaus-Hefte, die ich trotz Verbots dabei hatte, ich kann mich nicht erinnern, ob sie uns abgenommen wurden oder nicht. Einreise ging relativ schnell, wir hatten auch wirklich nicht viel dabei.
Mein kleiner Bruder fragte meine Mutter in Schwerin, ob da noch Krieg sei, so schlimm sah das aus dort.
Meine Mutter hatte wohl recht viel Angst, sie war '61 kurz vor Mauerbau geflohen, aber es passierte nichts. Meine Tante instruierte uns, nichts über die DDR o.ä. zu fragen. -
@whose_nose Ich bin einmal, 1988 mit Mutter und kleinem Bruder Verwandtschaft in Schwerin besuchen gefahren. Meine Mutter erschrak bisschen über die zwei MickyMaus-Hefte, die ich trotz Verbots dabei hatte, ich kann mich nicht erinnern, ob sie uns abgenommen wurden oder nicht. Einreise ging relativ schnell, wir hatten auch wirklich nicht viel dabei.
Mein kleiner Bruder fragte meine Mutter in Schwerin, ob da noch Krieg sei, so schlimm sah das aus dort.
Meine Mutter hatte wohl recht viel Angst, sie war '61 kurz vor Mauerbau geflohen, aber es passierte nichts. Meine Tante instruierte uns, nichts über die DDR o.ä. zu fragen.@whose_nose Rückreise war krasser. Spiegel unter das Auto, Rückbank durchgedrückt, überall reingekrabbelt. Dabei war es ein winziger Polo. Dauerte etwas. Mutter war sichtlich erleichtert, als wir da durch waren.
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an DDR-Besucher*innen aus dem Westen
Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?
Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?
War Zeug reinschmuggeln möglich?
Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?
@whose_nose
Ich hatte 1975 ein ziemlich schreckliches Erlebnis in Berlin:
Mit 18 war ich mit einer Gruppe dort. Ausflug nach Ost-Berlin. Hin kein Problem. Wir waren auch brav: kein illegaler Geldumtausch. Unsere Ostmark haben wir v.a. in der großen Buchhandlung Nähe Alex gelassen.
Ich war erkältet & wollte früher zurück als die anderen. Die gaben mir ihre gekauften Sachen mit, weil sie noch weiter wollten.
Am Grenzübergang wurde ich festgehalten: zuviel Waren - keine Quittung. Meine ...
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@whose_nose
Ich hatte 1975 ein ziemlich schreckliches Erlebnis in Berlin:
Mit 18 war ich mit einer Gruppe dort. Ausflug nach Ost-Berlin. Hin kein Problem. Wir waren auch brav: kein illegaler Geldumtausch. Unsere Ostmark haben wir v.a. in der großen Buchhandlung Nähe Alex gelassen.
Ich war erkältet & wollte früher zurück als die anderen. Die gaben mir ihre gekauften Sachen mit, weil sie noch weiter wollten.
Am Grenzübergang wurde ich festgehalten: zuviel Waren - keine Quittung. Meine ...
1/2@whose_nose
... Erklärung, die Sachen gehörten mir nicht allein, akzeptierten die Grenzer nicht. Von Geldwäsche war die Rede, Unterlaufen des Finanzsystems der DDR & Anklagen mehr.
Es war Spätnachmittag, ich fühlte mich krank.
Sie haben mich 2 h verhört, sehr unfreundlich & barsch, und mich festgehalten.
Als der Grenzübergang nachts schloss, haben sie mich einfach rausgeschmissen. Ich stand im Regen im Dunkeln völlig fertig, erschöpft & krank & musste sehen, wie ich in unsere Unterkunft kam. -
@whose_nose
Ich hab "hochgezogen" bisher nie als DDR-Slang verstanden
aber Mais sammeln, trocknen und die Körner abpulen ("abbäbeln"), bis man Blasen an den Fingern hat, kenne ich auch noch sehr gut 
@ruebe5w@fehlfarbe
ich frage mal Menschen zum Hochziehen. Ich bin gespannt. Die Leute im Westen haben vermutlich nicht kategorisch so viel Zeug von Arbeit eingesackt.
Abbäbeln - oh das habe ich lange nicht gehört.
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@whose_nose Ich war noch relativ jung. Von daher keine Sorgen gemacht, ob man wieder raus kommt.
Bekannt war aber, dass wir vor Ort beobachtet worden sind. Wir waren, wenn wir zu Besuch waren, immer bei der Kusine meiner Mutter untergekommen. Wir mussten uns ja ins Hausbuch eintragen und auch umgehend bei der Polizei anmelden. Auffällig war dann, dass regelmäßig schwarze Autos mit jeweils zwei Herren drin vorm Haus standen. Diese waren Werder vor der Anreise, noch nach der Abreise dort.Die Kontrollen an der Grenze waren mal weniger intensiv, mal mehr. Nervig waren sie immer. Mulmiges Gefühl war immer.
Schmuggel? Naja, nie etwas kritisches mitgeführt. Lebensmittel waren immer dabei. Zwar auch Dinge die ungern gesehen waren, wie z.B. Frauenzeitschriften meiner Mutter, meine gesammelten Walt Disneys. Gab aber nie Probleme.Zur linientreuen Verwandtschaft gab es null Kontakt. Die kamen nach dem Mauerfall angeschissen wurden von uns aber sehr deutlich zur Hölle geschickt.
@AlienJay
Hausbuch + Polizeianmeldung
Da muss ich gleich mal meine Westtante anrufen.
Danke - das habe ich nicht gewusst.
Die Autos wären sehr aufgefallen, hätten sie vor unserer Tür gestanden. Ich war aber noch zu klein als das ich es überhaupt gemerkt hätte.Es gab so wenig Autos - alte Fotos zeigen vereinzelt Autos am Strassenrand.
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@Muellers_Kabinett
Super spannend, eure Geschichten zu lesen!
@whose_nose@ruebe5w @Muellers_Kabinett
ich lerne auch gerade viel dazu - der Persepektivwechsel ist sehr spannend. -
Ich bin als 18jährige als Betreuerin einer Jugendgruppe eines Sportvereins mit dem Bus über die Grenze gefahren.
Die Grenzer fand ich etwas steif.
Aber schlimm war, dass der Bus total lange (mit lf. Motor) auf der Stelle stand.
Mir ist übel geworden, ich durfte an die frische Luft und habe dem Grenzer buchstäblich vor die Füße gekotzt!
@Wanda
schon früh ne starke Meinung gehabt, was?