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  3. an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

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  • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

    @whose_nose
    Ich bin 70ern/80ern im Amerikanischen Sektor von Berlin aufgewachsen. Meinem Vater war das Thema Deutsche Teilung/Deutsche Einheit immer ein großes Anliegen gewesen.

    Aus Reisen in sozialistische Länder während seiner Studienzeit hatte er Freunde in Dresden, die wir ca. 1x im Jahr besuchten, später auch entfernte Verwandte in Magdeburg.

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    utrenkner@mastodon.green
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    #69

    @whose_nose
    Die Grenzkontrollen waren immer aufregend, meist mit einem etwas mulmigen Gefühls, weil man nie wusste, wie die Grenzpolizisten heute drauf sein würden. Man fühlte sich ihnen ausgeliefert.

    Die Sorge galt aber immer nur den Schikanen. Angst, nicht wieder zurück zu kommen, war es nie.

    Transitfahrten waren absoluter Standard. Jede Reise auf dem Landweg begann mit der Passkontrolle. Und auf Gruppenreisen hatte zunächst immer jemand seinen Ausweis nicht dabei!

    utrenkner@mastodon.greenU 1 Reply Last reply
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    • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

      @whose_nose
      Die Grenzkontrollen waren immer aufregend, meist mit einem etwas mulmigen Gefühls, weil man nie wusste, wie die Grenzpolizisten heute drauf sein würden. Man fühlte sich ihnen ausgeliefert.

      Die Sorge galt aber immer nur den Schikanen. Angst, nicht wieder zurück zu kommen, war es nie.

      Transitfahrten waren absoluter Standard. Jede Reise auf dem Landweg begann mit der Passkontrolle. Und auf Gruppenreisen hatte zunächst immer jemand seinen Ausweis nicht dabei!

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      utrenkner@mastodon.green
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      #70

      @whose_nose
      Auf den Transitautobahnen versuchten alle, sich absolut 100% an alle Regeln zu halten. Sowohl beim Tempolimit als auch bloß nicht die vorgegebene Strecke zu verlassen. Einmal regnete es so hart, dass man nichts mehr sah und mein Vater irgendwo anhielt um abzuwarten. Aber man fragte sich: Ist das erlaubt?

      utrenkner@mastodon.greenU 1 Reply Last reply
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      • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

        @Muellers_Kabinett
        ach schade.
        Wenn ich mein Wissen und die Ausrüstung von heute (nice digi Spiegelreflex) damals gehabt hätte, wäre ich monatelang in lost places abgetaucht und hätte den Verfall aufgesaugt.

        Mein Onkel hat zu DDR-Zeiten viel fotographiert und auf Dias gezogen - nur ist der eher rechts und da habe ich keinen Kontaktwunsch trotz meiner Fotoneugierde.

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        #71

        @whose_nose Nach der Wende ist die Verwandschaft in Leipzig irgendwie auseinander gefallen - die Tante und Ihr Ehemann waren schon sehr betagt zu dem Zeitpunkt und kommentierten die Ereignisse mit derselben zynischen Distanz wie sie das auch zur Zeit der DDR taten - die lebten irgendwie in eine Parallellwelt.

        muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM 1 Reply Last reply
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        • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

          @whose_nose Nach der Wende ist die Verwandschaft in Leipzig irgendwie auseinander gefallen - die Tante und Ihr Ehemann waren schon sehr betagt zu dem Zeitpunkt und kommentierten die Ereignisse mit derselben zynischen Distanz wie sie das auch zur Zeit der DDR taten - die lebten irgendwie in eine Parallellwelt.

          muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM This user is from outside of this forum
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          #72

          @whose_nose Ihre Enkelkinder haben sich teilweise in bizarre politische Lager geschlagen und auf unterschiedliche Arten das persönliche Scheitern inszeniert. Der Kontakt dort hin ist inzwischen verloren gegangen und ich weiss nicht, ob ich noch Einen wollen würde

          ruebe5w@layer8.spaceR 1 Reply Last reply
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          • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

            @whose_nose
            Auf den Transitautobahnen versuchten alle, sich absolut 100% an alle Regeln zu halten. Sowohl beim Tempolimit als auch bloß nicht die vorgegebene Strecke zu verlassen. Einmal regnete es so hart, dass man nichts mehr sah und mein Vater irgendwo anhielt um abzuwarten. Aber man fragte sich: Ist das erlaubt?

            utrenkner@mastodon.greenU This user is from outside of this forum
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            utrenkner@mastodon.green
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            #73

            @whose_nose
            Lediglich bei den Ortsbezeichnungen ließ mein Vater gegenüber den Grenzpolizisten öfter mal den Rebell raushängen und nannte die westlichen Bezeichnungen: auf die Frage nach dem Ziel z.B. „Berlin“ statt das offiziell erwünschte „West-Berlin“ mit dem die DDR die Einheit der Stadt zu negieren versuchte.
            Oder den westlichen Ort des Grenzübergangs, z.B. „Helmstedt“, statt „Marienborn“.

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            • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

              @fehlfarbe @ruebe5w
              Alle, die Haus in DDR-Zeiten gebaut haben, haben interessante Materialherkunftgeschichten zu erzählen.
              Das DDR Wort dazu hiess
              "HOCHGEZOGEN"
              In meinen Eltern steckt es immer noch drin - holen Kartoffeln/Mais/o.ä. von Feldern und fühlen sich dabei klandestin...

              fehlfarbe@dresden.networkF This user is from outside of this forum
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              fehlfarbe@dresden.network
              wrote last edited by
              #74

              @whose_nose
              Ich hab "hochgezogen" bisher nie als DDR-Slang verstanden 🤔 aber Mais sammeln, trocknen und die Körner abpulen ("abbäbeln"), bis man Blasen an den Fingern hat, kenne ich auch noch sehr gut 😅
              @ruebe5w

              whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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              • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                War Zeug reinschmuggeln möglich?

                Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                #Perspektivwechsel #OralHistory

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                wrote last edited by
                #75

                @whose_nose

                Ich fand‘s unangenehm. Die Grenzkontrollen vor allem. Ich war jedes Mal froh, wenn wir wieder „draußen“ waren.

                1 Reply Last reply
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                • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                  an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                  Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                  Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                  War Zeug reinschmuggeln möglich?

                  Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                  #Perspektivwechsel #OralHistory

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                  #76

                  @whose_nose Ich war noch relativ jung. Von daher keine Sorgen gemacht, ob man wieder raus kommt.
                  Bekannt war aber, dass wir vor Ort beobachtet worden sind. Wir waren, wenn wir zu Besuch waren, immer bei der Kusine meiner Mutter untergekommen. Wir mussten uns ja ins Hausbuch eintragen und auch umgehend bei der Polizei anmelden. Auffällig war dann, dass regelmäßig schwarze Autos mit jeweils zwei Herren drin vorm Haus standen. Diese waren Werder vor der Anreise, noch nach der Abreise dort.

                  Die Kontrollen an der Grenze waren mal weniger intensiv, mal mehr. Nervig waren sie immer. Mulmiges Gefühl war immer.
                  Schmuggel? Naja, nie etwas kritisches mitgeführt. Lebensmittel waren immer dabei. Zwar auch Dinge die ungern gesehen waren, wie z.B. Frauenzeitschriften meiner Mutter, meine gesammelten Walt Disneys. Gab aber nie Probleme.

                  Zur linientreuen Verwandtschaft gab es null Kontakt. Die kamen nach dem Mauerfall angeschissen wurden von uns aber sehr deutlich zur Hölle geschickt.

                  whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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                  • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

                    @whose_nose
                    Ich bin 70ern/80ern im Amerikanischen Sektor von Berlin aufgewachsen. Meinem Vater war das Thema Deutsche Teilung/Deutsche Einheit immer ein großes Anliegen gewesen.

                    Aus Reisen in sozialistische Länder während seiner Studienzeit hatte er Freunde in Dresden, die wir ca. 1x im Jahr besuchten, später auch entfernte Verwandte in Magdeburg.

                    snoopy_jay@mastodon.worldS This user is from outside of this forum
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                    #77

                    @utrenkner @whose_nose Weißt du zufällig, wie Westberlin in den 80ern mit Lebensmitteln versorgt wurde? Ich hab mich das neulich gefragt aber nichts dazu gefunden. Also vor allem frische Sachen, wurden die vom Westen durch den Osten gebracht oder durfte Obst und Gemüse oder sowas auch aus dem Osten kommen?

                    utrenkner@mastodon.greenU 1 Reply Last reply
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                    • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

                      @whose_nose Ihre Enkelkinder haben sich teilweise in bizarre politische Lager geschlagen und auf unterschiedliche Arten das persönliche Scheitern inszeniert. Der Kontakt dort hin ist inzwischen verloren gegangen und ich weiss nicht, ob ich noch Einen wollen würde

                      ruebe5w@layer8.spaceR This user is from outside of this forum
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                      #78

                      @Muellers_Kabinett
                      Super spannend, eure Geschichten zu lesen!
                      @whose_nose

                      whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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                      • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                        @ruebe5w
                        Jaaa Fliesen waren der geile Shit. Es passiert mir jetzt noch, dass ich in Verschenkekisten Fliesen sehe und überlege, ob ich die noch umnutzen kann, weil geiler Shit... oh weh!
                        Und Bohrmaschinen und Walkmans.
                        Das heisst ihr hatten nach dem Auseinandernehmen dann nen Tetris-Moment - wie das alles wieder reinpassen soll .
                        Hat denn dann auch was gefehlt?

                        ruebe5w@layer8.spaceR This user is from outside of this forum
                        ruebe5w@layer8.spaceR This user is from outside of this forum
                        ruebe5w@layer8.space
                        wrote last edited by
                        #79

                        @whose_nose
                        Keine Ahnung, ich muss Papa da nochmal zu aus fragen😅

                        1 Reply Last reply
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                        • snoopy_jay@mastodon.worldS snoopy_jay@mastodon.world

                          @utrenkner @whose_nose Weißt du zufällig, wie Westberlin in den 80ern mit Lebensmitteln versorgt wurde? Ich hab mich das neulich gefragt aber nichts dazu gefunden. Also vor allem frische Sachen, wurden die vom Westen durch den Osten gebracht oder durfte Obst und Gemüse oder sowas auch aus dem Osten kommen?

                          utrenkner@mastodon.greenU This user is from outside of this forum
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                          utrenkner@mastodon.green
                          wrote last edited by
                          #80

                          @snoopy_jay
                          Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).

                          Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.

                          Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.

                          @whose_nose

                          snoopy_jay@mastodon.worldS utrenkner@mastodon.greenU 2 Replies Last reply
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                          • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

                            @snoopy_jay
                            Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).

                            Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.

                            Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.

                            @whose_nose

                            snoopy_jay@mastodon.worldS This user is from outside of this forum
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                            snoopy_jay@mastodon.world
                            wrote last edited by
                            #81

                            @utrenkner Danke!

                            1 Reply Last reply
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                            • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                              an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                              Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                              Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                              War Zeug reinschmuggeln möglich?

                              Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                              #Perspektivwechsel #OralHistory

                              bewitchedmind@mastodon.socialB This user is from outside of this forum
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                              #82

                              @whose_nose Über Schmuggel weiß ich nix, da war ich zu klein für. Aber ich durfte nichts zu Lesen mitnehmen, das fand ich doof.

                              Rein war immer ewig Warten vor der Grenze. Raus ging schneller, dafür drückten die Grenzer auch schon mal auf der Rückbank rum, könnte sich ja wer drin verstecken.

                              bewitchedmind@mastodon.socialB 1 Reply Last reply
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                              • utrenkner@mastodon.greenU utrenkner@mastodon.green

                                @snoopy_jay
                                Meines Wissens kam alles aus dem „Westen“ (nicht unbedingt als Himmelsrichtung, es gab natürlich auch Produkte aus anderswo gelegenen EG-Ländern wie Griechenland; oder von noch viel weiter weg).

                                Regionale Produkte (aus dem Umland) gab es nicht.

                                Bin auch nicht sicher, ob die West-Alliierten das in größerem Stil zugelassen hätten. Die Sorge vor Abhängigkeiten saß seit der Blockade tief.

                                @whose_nose

                                utrenkner@mastodon.greenU This user is from outside of this forum
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                                #83

                                @snoopy_jay
                                Es gab Lebensmittelreserven des Senats, die alle paar Jahre rotiert wurden. Dann kamen entsprechend gelabelte Konservendosen mit Fleisch u.ä. in die Supermärkte.

                                Die West-Alliierten wollten auch nicht zu viel Erdgas-Abhängigkeit. Lange wurde vor allem Stadtgas aus Kohle produziert. Ein Speicher unter dem Grunewald machte später Erdgas-Bezug aus der UdSSR möglich. Einen Jahresvorrat an Kohle musste Berlin (West) weiterhin vorhalten.

                                @whose_nose

                                1 Reply Last reply
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                                • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                                  an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                  Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                  Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                  War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                  Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                  #Perspektivwechsel #OralHistory

                                  wanda@troet.cafeW This user is from outside of this forum
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                                  #84

                                  @whose_nose

                                  Ich bin als 18jährige als Betreuerin einer Jugendgruppe eines Sportvereins mit dem Bus über die Grenze gefahren.

                                  Die Grenzer fand ich etwas steif.
                                  Aber schlimm war, dass der Bus total lange (mit lf. Motor) auf der Stelle stand.
                                  Mir ist übel geworden, ich durfte an die frische Luft und habe dem Grenzer buchstäblich vor die Füße gekotzt! 😄

                                  whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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                                  • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                                    an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                    Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                    Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                    War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                    Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                    #Perspektivwechsel #OralHistory

                                    rationalgarde@det.socialR This user is from outside of this forum
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                                    #85

                                    @whose_nose

                                    Kaffee & Schokolade wurde "geschmuggelt" im Koffer im Interzonenverkehr auf der Schiene, das war "unproblematisch". Dafür wurde aber auch der ganze Zug von bewaffneten DDR-Grenzen 2-4 Std auf Links gedreht.
                                    Das sind so Sachen, die sich auch einem 4-jährigen ins Gehirn einbrennen.

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                                    • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                                      an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                      Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                      Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                      War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                      Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                      #Perspektivwechsel #OralHistory

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                                      #86

                                      @whose_nose Ich war ein Kind (etwa 4 Jahre alt) als wir in die DDR gereist sind. Es existieren selbstverständlich viele Geschichten von diesem Ausflug, aber echte konkrete Erinnerungen hab' ich nicht...Mein Vater hatte sehr große Angst verhaftet zu werden. Diese Angst hatte er bis zum 9. November 1989. Ich erinnere mich noch, dass ich abends nach Hause kam und mein Vater stand weinend vor der Haustür und sagte irgendwas von wegen Mauer ist gefallen. 1/2

                                      jdp2000@mastodontech.deJ 1 Reply Last reply
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                                      • jdp2000@mastodontech.deJ jdp2000@mastodontech.de

                                        @whose_nose Ich war ein Kind (etwa 4 Jahre alt) als wir in die DDR gereist sind. Es existieren selbstverständlich viele Geschichten von diesem Ausflug, aber echte konkrete Erinnerungen hab' ich nicht...Mein Vater hatte sehr große Angst verhaftet zu werden. Diese Angst hatte er bis zum 9. November 1989. Ich erinnere mich noch, dass ich abends nach Hause kam und mein Vater stand weinend vor der Haustür und sagte irgendwas von wegen Mauer ist gefallen. 1/2

                                        jdp2000@mastodontech.deJ This user is from outside of this forum
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                                        #87

                                        @whose_nose Dann hat er mich umarmt und weiter geweint. Er hat sich halt die Vorgänge um den 17.Juni mitbekommen und per Brief bei Walter Ulbricht protestiert als Jugendlicher und hatte offenbar danach bis zum Zusammenbruch der DDR Angst, dass die kommen und ihn holen. Für mich als Kind eine absolut irrationale Angst...

                                        whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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                                        • bewitchedmind@mastodon.socialB bewitchedmind@mastodon.social

                                          @whose_nose Über Schmuggel weiß ich nix, da war ich zu klein für. Aber ich durfte nichts zu Lesen mitnehmen, das fand ich doof.

                                          Rein war immer ewig Warten vor der Grenze. Raus ging schneller, dafür drückten die Grenzer auch schon mal auf der Rückbank rum, könnte sich ja wer drin verstecken.

                                          bewitchedmind@mastodon.socialB This user is from outside of this forum
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                                          #88

                                          @whose_nose Was die linientreue Verwandtschaft angeht: Meine Eltern waren 1988 zur Beerdigung meines Uropas "drüben" und dieser eine Großonkel, Vopo und immer zu 150 % auf Linie, erzählte einen DDR-Witz. Da wussten sie, mit dem Laden gehts zuende.

                                          whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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