Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist; dennoch:
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Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist; dennoch:
Ich vertrete ja die Ansicht, dass wir in Deutschland (wahrscheinlich) schon viel mehr Wohnraum haben, als wir brauchen, nur am falschen Ort (dazu nie Daten gefunden).
Anyway:
Jede Wohnung, die wir neu bauen, entlassen wir in einen (schnell) schrumpfenden Markt.
In 50 Jahren, (Wohnungs-AfA), werden es 12 Mio. weniger Nachfragende sein.
Zurück bauen wir nicht.
@AwetTesfaiesus
Menschenwürdiges Wohnen ist (sollte) ein Grundrecht (sein). Die Umsetzung von Grundrechten darf nicht dem "Markt" überlassen werden, da ist der Staat in der Pflicht.Ja, es ist auf jeden Fall viel Wohnraum, vielleicht auch genügend Wohnraum vorhanden. Nur eben schlecht verteilt. Immer mehr ältere Menschen wohnen in großen, teils viel zu großen Wohnungen und Häusern. Familien zwängen sich andererseits in den Städten in viel zu kleinen Wohnungen. Umziehen ist unbezahlbar, für die gleiche, gar niedrigere Miete der zu großen Wohnung eine kleinere zu finden, mit besagter Familie gar einzutauschen, ist real unmöglich. Da könnte Staat im Hier und Jetzt helfen. Z. B. durch die dauerhafte garantierte Übernahme der Mehrkosten bei Wohnungstausch. Und es gäbe bestimmt noch mehr gesetzliche Hebel, wenn man wollte.
(ich z. B. würde meine sehr günstige 3-Zimmer-Altbauwohnung durchaus gegen eine kleinere Wohnung tauschen. Nur bekäme ich für meine jetzige Miete kaum ein WG-Zimmer, geschweige denn eine kleine 2-Zimmer-Wohnung) -
Ich will mich hier nicht wrestlen, aber:
Ich denke, der Ort ist eher kein Problem. Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils).
Und bei der Art des Wohnens:
Wir werden ja behalten was wir haben.
Was wir zubauen ist m.E. qualitativ oft nicht gut.
In 100 Jahren werden die Leute immer noch auf dem Dorf und im Friedrichshain wohnen wollen.
Im gesichtslosen Neubaugebiet 2020? I doubt it!
@AwetTesfaiesus "Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils)."
Renter*innen ziehen aber nicht einfach aus ihren sozialen Bezügen auf's Land, wo die kulturelle und soziale Infrastruktur viel schlechter ist.
Und in den Großstädten zahlen sie für eine kleinere Wohnung mehr Miete als für die große, in der sie jahrzehntelang mit anderen Familienmitgliedern gewohnt haben. -
@AwetTesfaiesus Da bin ich absolut sicher. Die Miete ist weg. Die Tilgung hingegen, egal wie klein, ist Vermögensaufbau.
Sprich: Selbst wenn Du die 50-Jahre-Wette nach 10 Jahren abbrichst: Zumindest die Tilgung bekommst Du zurück. Plus eventuelle Spekulationsgewinne, durch permanente Verteuerung eines knappen Gutes. Aber diese möge man ignorieren, weil spekulativ.
@taschenorakel @AwetTesfaiesus @musevg eigengenutzte Immobilie ist eine Lifestyle-Entscheidung und wird in Deutschland viel zu oft schöngerechnet.
Den Vermögrnsaufbau kannst Du auch als Mieter machen wenn Du die Differenz zu ner realistischen Tilgungsrate in Dein Depot steckst.
Miete ist wohnen as a service, Du gibst jemand anderem Geld, damit Du Dich mit dem Zeug nicht beschäftigen musst und kannst viel leichter umziehen.
Das ist bei weitem nicht so schwarz/weiß wie es gern dargestellt wird.
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@AwetTesfaiesus "Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils)."
Renter*innen ziehen aber nicht einfach aus ihren sozialen Bezügen auf's Land, wo die kulturelle und soziale Infrastruktur viel schlechter ist.
Und in den Großstädten zahlen sie für eine kleinere Wohnung mehr Miete als für die große, in der sie jahrzehntelang mit anderen Familienmitgliedern gewohnt haben.@LThiry @AwetTesfaiesus Gilt übrigens auch für Eigentum. Es gibt keinerlei Anreize für Ältere, sich zu verkleinern. Hier in der Gegend sitzen 70- bis 90-Jährige allein in ihren 180-qm-Häusern. Da bräuchte es Anreize für mit Rente finanzierbaren Umbau und in der Nachbarschaft attraktive, barrierefreie, bezahlbare Wohnprojekte als Wechsel-Option.
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@AwetTesfaiesus "Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils)."
Renter*innen ziehen aber nicht einfach aus ihren sozialen Bezügen auf's Land, wo die kulturelle und soziale Infrastruktur viel schlechter ist.
Und in den Großstädten zahlen sie für eine kleinere Wohnung mehr Miete als für die große, in der sie jahrzehntelang mit anderen Familienmitgliedern gewohnt haben.@LThiry das ist mir klar
Andererseits romantisiert diese Darstellung den Alltag von Renter:innen mE. Die soziale Infrastruktur stirbt. Die Teilnahme an Kultur scheitert an den real existierenden Umständen.
Alte auf dem Land führen mE eher ein (subjektiv) zufriedeneres Leben als in der Stadt (ausgenommen extrem privilegierte Alte)
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@AwetTesfaiesus wir bauen schon lange sehr viel zurück. Mir wir sind in diesem Fall die ostdeutschen Wohnungsbaugenossenschaften und -gesellschaften gemeint. Aber die gehören möglicherweise schon auch zu diesem wir.
Führt zu der absurden Situation, dass in den boomenden Ost-Städten, an den Stellen wo vor 15 Jahren noch mit staatlichen Mitteln zurückgebaut oder besser abgerissen wurde, heute wieder neu gebaut oder nachverdichtet wird.
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@AwetTesfaiesus "Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils)."
Renter*innen ziehen aber nicht einfach aus ihren sozialen Bezügen auf's Land, wo die kulturelle und soziale Infrastruktur viel schlechter ist.
Und in den Großstädten zahlen sie für eine kleinere Wohnung mehr Miete als für die große, in der sie jahrzehntelang mit anderen Familienmitgliedern gewohnt haben.@LThiry @AwetTesfaiesus Also ich werde zur Rente aufs Land ziehen.
Erschrecked ist eher der bedauernswerte energetische Zustand des Bestands.
Und dass das in einer grünen Diskussion keine Rolle spielt
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@AwetTesfaiesus
Menschenwürdiges Wohnen ist (sollte) ein Grundrecht (sein). Die Umsetzung von Grundrechten darf nicht dem "Markt" überlassen werden, da ist der Staat in der Pflicht.Ja, es ist auf jeden Fall viel Wohnraum, vielleicht auch genügend Wohnraum vorhanden. Nur eben schlecht verteilt. Immer mehr ältere Menschen wohnen in großen, teils viel zu großen Wohnungen und Häusern. Familien zwängen sich andererseits in den Städten in viel zu kleinen Wohnungen. Umziehen ist unbezahlbar, für die gleiche, gar niedrigere Miete der zu großen Wohnung eine kleinere zu finden, mit besagter Familie gar einzutauschen, ist real unmöglich. Da könnte Staat im Hier und Jetzt helfen. Z. B. durch die dauerhafte garantierte Übernahme der Mehrkosten bei Wohnungstausch. Und es gäbe bestimmt noch mehr gesetzliche Hebel, wenn man wollte.
(ich z. B. würde meine sehr günstige 3-Zimmer-Altbauwohnung durchaus gegen eine kleinere Wohnung tauschen. Nur bekäme ich für meine jetzige Miete kaum ein WG-Zimmer, geschweige denn eine kleine 2-Zimmer-Wohnung)@lichtschnuppe @AwetTesfaiesus Was vor allem mehr in den Fokus rücken sollte, sind spekulativer Leerstand und Zweckentfremdung von Wohnraum.
In jeder Großstadt z.B. stehen mehrere zehntausende Wohnungen in gutem Zustand leer und z.B. in Berlin wird sehr viel Wohnraum an Gewerbetreibende vermietet, weil man da mehr Profit generieren kann, denn Gewerbemieten unterliegen keiner Regulierung. -
Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist; dennoch:
Ich vertrete ja die Ansicht, dass wir in Deutschland (wahrscheinlich) schon viel mehr Wohnraum haben, als wir brauchen, nur am falschen Ort (dazu nie Daten gefunden).
Anyway:
Jede Wohnung, die wir neu bauen, entlassen wir in einen (schnell) schrumpfenden Markt.
In 50 Jahren, (Wohnungs-AfA), werden es 12 Mio. weniger Nachfragende sein.
Zurück bauen wir nicht.
@AwetTesfaiesus gibt schon Orte, an denen Stadtviertel zurückgebaut wurden. Hoyerswerda z.B., aber das hat auch über 50% seiner Einwohner verloren.
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@AwetTesfaiesus gibt schon Orte, an denen Stadtviertel zurückgebaut wurden. Hoyerswerda z.B., aber das hat auch über 50% seiner Einwohner verloren.
@dancing_goblin ich vermute, dass das aber schon über 15 Jahre zurück liegt
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@LThiry @AwetTesfaiesus Also ich werde zur Rente aufs Land ziehen.
Erschrecked ist eher der bedauernswerte energetische Zustand des Bestands.
Und dass das in einer grünen Diskussion keine Rolle spielt
@Skeptiker @LThiry magst du erklären was du meinst mit „keine Rolle spielen“
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@dancing_goblin ich vermute, dass das aber schon über 15 Jahre zurück liegt
@AwetTesfaiesus zumindest die Entscheidung zurückzubauen sicher (hab vor ca.15 Jahren auf ner Konferenz drüber gehört). Wann/ob das ganze abgeschlossen ist, weiß ich nicht.
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@AwetTesfaiesus zumindest die Entscheidung zurückzubauen sicher (hab vor ca.15 Jahren auf ner Konferenz drüber gehört). Wann/ob das ganze abgeschlossen ist, weiß ich nicht.
@AwetTesfaiesus müsste mal nachfragen, ob es in Pirmasens ähnliches gab, die Gegend ist von der Bevölkerungsentwicklung ähnlich wie Thüringen oder die sächsische Peripherie.
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@taschenorakel @AwetTesfaiesus @musevg eigengenutzte Immobilie ist eine Lifestyle-Entscheidung und wird in Deutschland viel zu oft schöngerechnet.
Den Vermögrnsaufbau kannst Du auch als Mieter machen wenn Du die Differenz zu ner realistischen Tilgungsrate in Dein Depot steckst.
Miete ist wohnen as a service, Du gibst jemand anderem Geld, damit Du Dich mit dem Zeug nicht beschäftigen musst und kannst viel leichter umziehen.
Das ist bei weitem nicht so schwarz/weiß wie es gern dargestellt wird.
@Laird_Dave @taschenorakel @musevg ja.
Und dennoch muss ich sagen: der (rechtliche) Schutz von Wohneigentum ist krass viel besser als jeder Mietvertrag. Deshalb sage ich: in einem abbezahlten Wohneigentum zu leben ist als Element der sozialen Sicherung unter den aktuellen Umständen quasi unübertrefflich.
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@lichtschnuppe @AwetTesfaiesus Was vor allem mehr in den Fokus rücken sollte, sind spekulativer Leerstand und Zweckentfremdung von Wohnraum.
In jeder Großstadt z.B. stehen mehrere zehntausende Wohnungen in gutem Zustand leer und z.B. in Berlin wird sehr viel Wohnraum an Gewerbetreibende vermietet, weil man da mehr Profit generieren kann, denn Gewerbemieten unterliegen keiner Regulierung.@MargaXeyat @lichtschnuppe weshalb ich finde, dass kontrollierter Wohnraum ab einer bestimmten Größe besteuert werden sollte
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@Skeptiker @LThiry magst du erklären was du meinst mit „keine Rolle spielen“
@AwetTesfaiesus @LThiry Ich meinte speziell diesen Thread. Klar die Diskussion um den Wohnraum muss geführt werden. Aber das geht nicht ohne die notwendige energetische Sanierung zu betrachten.
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@Laird_Dave @taschenorakel @musevg ja.
Und dennoch muss ich sagen: der (rechtliche) Schutz von Wohneigentum ist krass viel besser als jeder Mietvertrag. Deshalb sage ich: in einem abbezahlten Wohneigentum zu leben ist als Element der sozialen Sicherung unter den aktuellen Umständen quasi unübertrefflich.
@AwetTesfaiesus @taschenorakel @musevg kommt halt auf die Umstände an. Kaufst Du eine Wohnung im großen Block und die Mehrheit findet PV und Wärmepumpe blöd hast Du ein Problem. Selbst genutztes EFH ist da was anderes.
Als Mieter kann ich mir in Ruhe was besseres suchen und für kleines Geld umziehen.
Es gibt keinen Königsweg, es sind immer Tradeoffs.
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@AwetTesfaiesus Rein anekdotisch gebe ich dir recht. Hier in meiner Umgebung stehen diverse Immobilien leer und verrotten, weil die Besitzer kein Interesse an einer Vermietung haben. Ich kenne auch Eigentümer, die sich gern verkleinern würden, denen aber tatsächlich das Geld dafür fehlt. Zusätzlich bauen "wir" lauter Eigentumswohnungen für Leute mit Kohle statt bezahlbaren Wohnraum für alle.
@maikek@fedifreu.de @AwetTesfaiesus@mastodon.social
Wir selbst haben eine kleine Wohnung komplett über.
Sie ist aber technisch mit dem Haupthaus verbunden.
Wir sind im Moment nicht dringend auf Einnahmen angewiesen.
Wir haben absolut keinen Bock auf schwierige Mieter oder Mietverträge. Da würden wir dann in der Verantwortung stehen.
Bei uns könnten nur Menschen wohnen, mit den wir in einer Art WG zusammenarbeiten können. Die bereit sind über den dicken Daumen abzurechnen, wo schlicht die "Chemie" stimmt.
Dennoch: Günstiger Wohnraum steht leer, weil der Nutzung zu kompliziert ist bzw. Ansprüche an den Umgang im Miteinander stellt. -
R relay@relay.publicsquare.global shared this topic
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@AwetTesfaiesus @LThiry Ich meinte speziell diesen Thread. Klar die Diskussion um den Wohnraum muss geführt werden. Aber das geht nicht ohne die notwendige energetische Sanierung zu betrachten.
@Skeptiker @LThiry ich kenne die Situation auf dem Land sehr gut. Ich würde zu bedenken geben:
Energie ist dort eher seltener ein Problem und
die Möglichkeit jetzt neu und sehr solide und ohne Pfadabhängigkeiten zu gestalten, ist eher groß
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@Skeptiker @LThiry ich kenne die Situation auf dem Land sehr gut. Ich würde zu bedenken geben:
Energie ist dort eher seltener ein Problem und
die Möglichkeit jetzt neu und sehr solide und ohne Pfadabhängigkeiten zu gestalten, ist eher groß
@Skeptiker @LThiry wohingegen du in der Stadt ja quasi immer an (leider relativ junge) Einrichtungen für fossile Energieträger gekettet bist. Alle Leute wollen ihre „erst 5 Jahre junge“ Ölheizung unbedingt bezahlt bekommen.
Und kluge Käuferinnen denken sich: von wegen! dafür solltest du mir was vom Preis nachlassen.