Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben?
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Meiner alleinerziehenden Mutter, meinem Kinderladen und Kindermusik aus den 70ern: z.B. LP "Mensch Mädchen" vom Grips-Theater: "Mädchen lasst euch nichts erzählen!", "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" und "Trau dich".
@der_zaunfink
Aber obwohl ich mit dieser Gesellschaftskritik aufgewachsen bin, habe ich die Dimension glaube ich erst so richtig verstanden, als ich trotz Beziehung allein mit K1 zu Hause war. -
Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
Hab mit so 13 mein Zimmer mit meiner Stiefmutter umgebaut. Da kamen dann immer Scherze. Mein vater hat sich immer als handwerklich weniger begabt erklärt.
Warum das immer so ein Thema war, nicht kapiert.... Aber naja. Sei 13, erzähl vom neuen Zimmer in der Schule oder Ähnlichem.
StiefMUTTER und DU????? (Bin weiblich ..) Männer fand ich schon lange davor ekelig. Ob da bewusste Gedanken zu Ungerechtigkeit waren, weiss ich nicht mehr.
(Meine Stiefmutter hat irgendwann aufgegeben, sie bekocht seit Jahren meinen Vater und trägt ihm den Arsch hinterher... Tja.)
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Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
@der_zaunfink Sportunterricht 11. Klasse.
Auf dem Plan stand: drei Monate Judo für die Jungs und blödes Rumgehopse (rhythmische Sport-Gymnastik mit Ball und Band) für die Mädchen.
Wir waren vier Mädchen, die protestiert haben und dann auch zum Judo durften. -
@der_zaunfink Oma: "Wenn du so bist, will dich später niemand heiraten!" Ich: "Niemand soll mich heiraten!" Intrinsische Selbstermächtigung, weil Opfer oder nicht Opfer eines einengenden Systems.
@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt. -
Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
@der_zaunfink
Hm, also aktiv in der Frauenbewegung war ich so ab 1984. Aber was davor war und wie ich dahin fand, weiß ich gar nicht mehr. Hat vermutlich mit der eigenen Geschichte zu tun, die ich erst Jahre später ent- oder aufdecken konnte. Also das Nicht erinnern meine ich. -
@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt.@Blumine In der älteren Generation oder solchen, die solche verkrusteten Haltungen wieder begrüßen, hörste das schon noch. Heute ist doch die klassische Mädchenrolle wieder, attraktiv sein, um Männern zu gefallen; nicht sich verwirklichen, Karriere machen, sich ausprobieren, das Leben entdecken.
Es äußert sich überall im Alltag. Dieses Frauenbild ist immer noch Anbiederung.
@moeria @der_zaunfink -
@moeria Uuh, die Heiratsdrohung!
Danke!@der_zaunfink Ja, vor allem, da sie für mich alles andere als eine Drohung war und mich total bestärkte, so zu sein, wie ich nicht sein sollte! 🥳
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@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt.@Blumine Das war in den 70ern, warnend ausgestoßen von einer alten Dame. Ich muss noch echt klein gewesen sein. Ich kann mich sogar noch an die bekloppte Antwort erinnern, sowas wie: "Das ändert sich noch, das kommt ganz automatisch." Das wollte mir dann meine Mutter weismachen. Und ich weiß sogar noch, dass ich irgendwie am Ende wissen wollte, warum sie geheiratet hat. Es gab für mich nichts Unattraktiveres. An die Antwort erinnere ich mich allerdings dann nicht mehr. @der_zaunfink
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@der_zaunfink Als ich mich mit 16 gegenüber einer Mitschülerin verteidigen musste, dass ich später keine Kinder möchte und dieser Wunsch auch später nicht "natürlich" kommen wird. Darauf gekommen bin ich selbst, im Austausch mit meiner Mutter, die für die Familie vieles aufgegeben hat und damit sehr unglücklich war.
@NoBorderCollie Das habe ich ganz ähnlich erlebt. Ich wurde auch immer bedrängt, mich zu erklären zu meinem Wunsch, nie Kinder zu gebären. Gebärfähige mit Kinderwunsch hingegen wurden nie bedrängt, sich zu erklären. @der_zaunfink
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Beobachtung von Alltagssexismen. Auf Mutter und ihre Bibliothek (Beauvoir, Woolf) folgten entweder lange Diskussionen über Mitscherlich, Trömel-Plötz und Artikel der - damals sehr relevanten - EMMA mit meiner ersten Partnerin. Oder deren Entschluss, mir zu vertrauen. Ihre Erzählungen erschütterten meine Welt nachhaltig; danach war nichts mehr wie zuvor. Eigenes Rollenbild und -verständnis inklusive.
@moranaga Sehr interessant, danke!
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@der_zaunfink
Ich weiß nicht, ob das zählt. Wir hatten in den 80ern im Deutsch-LK (8 Mädchen/4 Jungen) heiße Diskussionen, ob man „man“ sagen darf oder lieber „frau“. Oder zum Beispiel schreibt „man/frau wird daran erinnert…“
Fand ich damals ziemlich aufgesetzt und habe mich da gefragt, ob das tatsächlich die dringendsten Probleme der Frauen damals waren, die als erstes gelöst werden mussten.
40 Jahre später sind wir nur wenig weitergekommen - es geht immer noch viel um Sprache.@Zeitzeuge_64 Ich würde schon sagen, dass die heutigen Diskussionen auf einem anderen Niveau stattfinden. Aber ich kann das Gefühl trotzdem nachvollziehen, dass sich insgesamt irgendwie alles im Kreis dreht statt vorwärts bewegt - zumindest, wenn man sich die eigentlichen Ziele anschaut und wie weit wir davon entfernt sind.
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@der_zaunfink
(aufgewachsen mit einer Schwester) Kindergarten: unterschiedliche Behandlung von fucking 4-Jährigen »Jungen« und »Mädchen«@eibart Da du deine Schwester erwähnst: Magst du ihre Rolle dabei ein bisschen näher beschreiben?
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@der_zaunfink Eine Hure hat einem Typ, der sie gegen Geld, an einen anderen Puff vermitteln wollte, die Nase gebrochen.
@Rex_Banner Feminismus wäre da nicht das erste Wort, das mir einfällt. Aber danke, krass.
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@der_zaunfink Meine Eltern lehrten mich sehr früh als ich Kind war, Grenzen zu ziehen, mein Körper gehört mir, was ist Sexualität, Reproduktion etc. Der erste Moment oder die ersten Momente passierten lange vor dem Bewusstsein

@Rana Klingt schön, danke.
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@der_zaunfink Keine Ahnung, ich glaub, es gab da keinen eindeutigen Moment. Durch meine Mutter bin ich einfach von Anfang an damit aufgewachsen. (Und sehr froh darum!)
@steinstory Das hört sich für mich fast ideal an. Danke.
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Meiner alleinerziehenden Mutter, meinem Kinderladen und Kindermusik aus den 70ern: z.B. LP "Mensch Mädchen" vom Grips-Theater: "Mädchen lasst euch nichts erzählen!", "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" und "Trau dich".
@Kastanie Spannend, wieder eine ganz andere Geschichte. Danke!
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Hab mit so 13 mein Zimmer mit meiner Stiefmutter umgebaut. Da kamen dann immer Scherze. Mein vater hat sich immer als handwerklich weniger begabt erklärt.
Warum das immer so ein Thema war, nicht kapiert.... Aber naja. Sei 13, erzähl vom neuen Zimmer in der Schule oder Ähnlichem.
StiefMUTTER und DU????? (Bin weiblich ..) Männer fand ich schon lange davor ekelig. Ob da bewusste Gedanken zu Ungerechtigkeit waren, weiss ich nicht mehr.
(Meine Stiefmutter hat irgendwann aufgegeben, sie bekocht seit Jahren meinen Vater und trägt ihm den Arsch hinterher... Tja.)
@kunterschwarz Danke für's Teilen!
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@Rex_Banner Feminismus wäre da nicht das erste Wort, das mir einfällt. Aber danke, krass.
@der_zaunfink Das war Feminismus. Sie hat darauf bestanden, dass sie dem Typ aufs Maul haut.
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@der_zaunfink Sportunterricht 11. Klasse.
Auf dem Plan stand: drei Monate Judo für die Jungs und blödes Rumgehopse (rhythmische Sport-Gymnastik mit Ball und Band) für die Mädchen.
Wir waren vier Mädchen, die protestiert haben und dann auch zum Judo durften.@ana_krchdrfr Mir ging es umgekehrt, aber für eine Lockerung der Geschlechtertrennung gab es bei uns keine Verbündeten. Zumindest habe ich keine gesehen.

Danke dir für's Teilen!
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@der_zaunfink
Hm, also aktiv in der Frauenbewegung war ich so ab 1984. Aber was davor war und wie ich dahin fand, weiß ich gar nicht mehr. Hat vermutlich mit der eigenen Geschichte zu tun, die ich erst Jahre später ent- oder aufdecken konnte. Also das Nicht erinnern meine ich.@mafalda Ok... Danke dir!