Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben?
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Erinnerst du dich an den ersten feministischen Moment in deinem Leben? Wem verdankst du ihn?
(Boosten und auch kurze Antworten sind willkommen, danke!)
Eher war es eine von vielen Schlüsselmomenten begleitete, allmähliche Entwicklung. Mutter benötigte noch die Erlaubnis meines Vaters, arbeiten gehen zu dürfen. Autofahren war Frauen zwar nicht verboten, aber es war massiv verpönt. Das wurde in unserem für damalige Verhältnisse relativ progressiven Haushalt als Ungerechtigkeiten vermittelt. Erst die Reform des Ehe- und Familienrechts 1977 änderte beides.
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Eher war es eine von vielen Schlüsselmomenten begleitete, allmähliche Entwicklung. Mutter benötigte noch die Erlaubnis meines Vaters, arbeiten gehen zu dürfen. Autofahren war Frauen zwar nicht verboten, aber es war massiv verpönt. Das wurde in unserem für damalige Verhältnisse relativ progressiven Haushalt als Ungerechtigkeiten vermittelt. Erst die Reform des Ehe- und Familienrechts 1977 änderte beides.
Beobachtung von Alltagssexismen. Auf Mutter und ihre Bibliothek (Beauvoir, Woolf) folgten entweder lange Diskussionen über Mitscherlich, Trömel-Plötz und Artikel der - damals sehr relevanten - EMMA mit meiner ersten Partnerin. Oder deren Entschluss, mir zu vertrauen. Ihre Erzählungen erschütterten meine Welt nachhaltig; danach war nichts mehr wie zuvor. Eigenes Rollenbild und -verständnis inklusive.
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@Sky_Mare So jung hätte ich Diskriminierung noch gar nicht verstanden. Danke für's Teilen.
@der_zaunfink hab ich wahrscheinlich auch nicht, deswegen hatte ich auch keine Worte. Das war mehr dieses tiefe Störgefühl, das ich heute noch bei misogynen Äußerungen habe. Jetzt kann ich es halt nur einordnen. Aber das erste Gefühl ist gleich.
Meine Mutter hat mir immer mal wieder Geschichten erzählt, wie sie sich als junges Mädchen und später als Frau gegen (Mikro)übergriffe zur Wehr gesetzt hat. Wahrscheinlich schon bevor ich 10 war. Das hat wohl was in mir geschärft. Hat sie gut gemacht 🥰 -
@der_zaunfink hab ich wahrscheinlich auch nicht, deswegen hatte ich auch keine Worte. Das war mehr dieses tiefe Störgefühl, das ich heute noch bei misogynen Äußerungen habe. Jetzt kann ich es halt nur einordnen. Aber das erste Gefühl ist gleich.
Meine Mutter hat mir immer mal wieder Geschichten erzählt, wie sie sich als junges Mädchen und später als Frau gegen (Mikro)übergriffe zur Wehr gesetzt hat. Wahrscheinlich schon bevor ich 10 war. Das hat wohl was in mir geschärft. Hat sie gut gemacht 🥰@Sky_Mare Das kann ich nachvollziehen. Ich erinnere mich auch an verschiedene Momente, in denen ich als Kind überhaupt nicht hätte formulieren können, was los ist, aber deutlich gespürt habe, dass gerade etwas falsch läuft. Sprache finden hilft dann, das auf einer anderen Ebene klar zu bekommen.
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@der_zaunfink
Ich weiß nicht, ob das zählt. Wir hatten in den 80ern im Deutsch-LK (8 Mädchen/4 Jungen) heiße Diskussionen, ob man „man“ sagen darf oder lieber „frau“. Oder zum Beispiel schreibt „man/frau wird daran erinnert…“
Fand ich damals ziemlich aufgesetzt und habe mich da gefragt, ob das tatsächlich die dringendsten Probleme der Frauen damals waren, die als erstes gelöst werden mussten.
40 Jahre später sind wir nur wenig weitergekommen - es geht immer noch viel um Sprache. -
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@der_zaunfink
(aufgewachsen mit einer Schwester) Kindergarten: unterschiedliche Behandlung von fucking 4-Jährigen »Jungen« und »Mädchen« -
@der_zaunfink Als ich mich mit 16 gegenüber einer Mitschülerin verteidigen musste, dass ich später keine Kinder möchte und dieser Wunsch auch später nicht "natürlich" kommen wird. Darauf gekommen bin ich selbst, im Austausch mit meiner Mutter, die für die Familie vieles aufgegeben hat und damit sehr unglücklich war.
@NoBorderCollie @der_zaunfink du bist nicht manipuliert wie die meisten Menschen!!!
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@der_zaunfink Eine Hure hat einem Typ, der sie gegen Geld, an einen anderen Puff vermitteln wollte, die Nase gebrochen.
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@der_zaunfink als ich mit 14 von zuhause weg ging, um eine höhere Schule zu besuchen. Entgegen dem Wunsch meiner katholischen Eltern: Mädchen bräuchten keine höhere Bildung. Sie sollten daheim arbeiten, bis zur Heirat, auch von Eltern arrangiert. Da wusste ich einfach, das wird nicht mein Ding. Ich hatte das Glück, dass Verwandte und Lehrer anders dachten und halfen.
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@der_zaunfink Meine Eltern lehrten mich sehr früh als ich Kind war, Grenzen zu ziehen, mein Körper gehört mir, was ist Sexualität, Reproduktion etc. Der erste Moment oder die ersten Momente passierten lange vor dem Bewusstsein

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@der_zaunfink Keine Ahnung, ich glaub, es gab da keinen eindeutigen Moment. Durch meine Mutter bin ich einfach von Anfang an damit aufgewachsen. (Und sehr froh darum!)
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Meiner alleinerziehenden Mutter, meinem Kinderladen und Kindermusik aus den 70ern: z.B. LP "Mensch Mädchen" vom Grips-Theater: "Mädchen lasst euch nichts erzählen!", "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" und "Trau dich".
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Meiner alleinerziehenden Mutter, meinem Kinderladen und Kindermusik aus den 70ern: z.B. LP "Mensch Mädchen" vom Grips-Theater: "Mädchen lasst euch nichts erzählen!", "Wer sagt, dass Mädchen dümmer sind?" und "Trau dich".
@der_zaunfink
Aber obwohl ich mit dieser Gesellschaftskritik aufgewachsen bin, habe ich die Dimension glaube ich erst so richtig verstanden, als ich trotz Beziehung allein mit K1 zu Hause war. -
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Hab mit so 13 mein Zimmer mit meiner Stiefmutter umgebaut. Da kamen dann immer Scherze. Mein vater hat sich immer als handwerklich weniger begabt erklärt.
Warum das immer so ein Thema war, nicht kapiert.... Aber naja. Sei 13, erzähl vom neuen Zimmer in der Schule oder Ähnlichem.
StiefMUTTER und DU????? (Bin weiblich ..) Männer fand ich schon lange davor ekelig. Ob da bewusste Gedanken zu Ungerechtigkeit waren, weiss ich nicht mehr.
(Meine Stiefmutter hat irgendwann aufgegeben, sie bekocht seit Jahren meinen Vater und trägt ihm den Arsch hinterher... Tja.)
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@der_zaunfink Sportunterricht 11. Klasse.
Auf dem Plan stand: drei Monate Judo für die Jungs und blödes Rumgehopse (rhythmische Sport-Gymnastik mit Ball und Band) für die Mädchen.
Wir waren vier Mädchen, die protestiert haben und dann auch zum Judo durften. -
@der_zaunfink Oma: "Wenn du so bist, will dich später niemand heiraten!" Ich: "Niemand soll mich heiraten!" Intrinsische Selbstermächtigung, weil Opfer oder nicht Opfer eines einengenden Systems.
@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt. -
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@der_zaunfink
Hm, also aktiv in der Frauenbewegung war ich so ab 1984. Aber was davor war und wie ich dahin fand, weiß ich gar nicht mehr. Hat vermutlich mit der eigenen Geschichte zu tun, die ich erst Jahre später ent- oder aufdecken konnte. Also das Nicht erinnern meine ich. -
@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt.@Blumine In der älteren Generation oder solchen, die solche verkrusteten Haltungen wieder begrüßen, hörste das schon noch. Heute ist doch die klassische Mädchenrolle wieder, attraktiv sein, um Männern zu gefallen; nicht sich verwirklichen, Karriere machen, sich ausprobieren, das Leben entdecken.
Es äußert sich überall im Alltag. Dieses Frauenbild ist immer noch Anbiederung.
@moeria @der_zaunfink -
@moeria Uuh, die Heiratsdrohung!
Danke!@der_zaunfink Ja, vor allem, da sie für mich alles andere als eine Drohung war und mich total bestärkte, so zu sein, wie ich nicht sein sollte! 🥳
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@moeria @der_zaunfink
Wusste ja gar nicht, dass es solche Sprüche bzw so eine Einstellung überhaupt noch gibt.@Blumine Das war in den 70ern, warnend ausgestoßen von einer alten Dame. Ich muss noch echt klein gewesen sein. Ich kann mich sogar noch an die bekloppte Antwort erinnern, sowas wie: "Das ändert sich noch, das kommt ganz automatisch." Das wollte mir dann meine Mutter weismachen. Und ich weiß sogar noch, dass ich irgendwie am Ende wissen wollte, warum sie geheiratet hat. Es gab für mich nichts Unattraktiveres. An die Antwort erinnere ich mich allerdings dann nicht mehr. @der_zaunfink