@fuzzyleapfrog Ich bin vielleicht seltsam, aber ich mochte es. Es ist auch gar nicht so "deutsch", der Stoff waberte über Jahrhunderte in Europa herum, wurde von Christopher Marlowe auf die Bühne gebracht, geisterte zuletzt als Puppenspiel umher, was dann der kleine Goethe sah. Das ein Stoff so hartnäckig sein konnte, macht es interessant - ist aber kein Anlass dafür, andere Stimmen zu verdrängen. Faust II ist wissenschaftlich spannend ("Allegorien in der Klassik, häh?"), sonst brauchts niemand.
renkesiems@openbiblio.social
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"Die Schriftrolle von gestern ist das Storytime-Video von heute [...]." -
AfD-Spitzenkandidat Siegmund (Sachsen-Anhalt) sagt zur Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen, er habe habe kein Problem, "ein Familienmitglied anzustellen von einem anderen Abgeordneten oder Parteifreund, weil Vertrauen bei uns das Entscheidende ist".@jensclasen Passender Hashtag:
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Please tell me I am not the only one taking their pills like this?@SemAntiKast Other poor mortals were educated to do it differently.
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Nachtrag: "Forschung ist kein Selbstzweck. Forschung muss zu Wertschöpfung, Produktion und Innovation in Deutschland und in Europa führen." Merz bei der Übergabe des EFI-Gutachtens. Könnte mit anderen Ortsangaben auch aus Trumpistan kommen. Hüben wie drüben ist man sich einig, dass die Grundlagen der freiheitlichen Demokratie egal sind und eigentlich wollen alle chinesisch werden: Kapital und Kontrolle möglichst glücklich zu verbinden ist der Traum.
EFI-Gutachten: Wo die deutsche Wissenschaft aufholen muss
Deutschlands Forschung ist oft erstklassig. Aber zu selten werden daraus konkrete Produkte und Dienstleistungen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Technologien sieht ein neues Gutachten angesichts der Weltlage Aufholbedarf. Von D. Hebestreit.
tagesschau.de (www.tagesschau.de)
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"Forschung ist kein Selbstzweck, Forschung muss zu Wertschöpfung führen."@donnerbella Er ist leider das Cheer Leader Girl einer breiteren Entwicklung, die u.a. auch in Brüssel um sich greift und sich gerade in Gesetzesform gießt.
RenkeSiems (@RenkeSiems@openbiblio.social)
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen. /1
OpenBiblio.Social (openbiblio.social)
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Jedem Teil in unserem Wissenschafts-Mobile sind also die anderen Teile piepegal und da wundern wir uns, dass das Scheißding so wackelt.
Und ist das jetzt das, was wir uns als gute wissenschaftliche Praxis vorstellen und als wissenschaftliche Verantwortlichkeit? Und sollten wir uns vielleicht damit auseinandersetzen, wie die freie, öffentlich getragene Wissenschaft auch in Europa gerade auf ein neues Format gebügelt wird? /Ende -
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Im Bibliotheksbereich kennen wir solche selektiven Interessen schon lange: Fachgesellschaften betrachten Bibliotheksetats aus der Perspektive von Strandräubern und subventionieren mit den Erlösen aus überteuerten Abos Goodies für ihre Mitglieder. Bibliotheken wiederum lizensieren Verträge mit trackenden Verlagen, weil sie den Informationswasserhahn offenhalten wollen und die Risiken dafür eben andere tragen. Jetzt das Ganze also bei den sensiblen Mikrodaten. /26
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.All das können wir, wenn es dumm läuft, als Wiedergänger erleben, weil das FDG hier bewusst die Tore öffnet (ob da die möglichen Konsequenzen bewusst waren – wer weiß). Trotzdem wird das FDG von Forschungsinstitutionen begrüsst: der @ratswd feiert es als „Durchbruch für die Wissenschaft“ und lobt die Zusammenarbeit, auch @leibnizgemeinschaft möchte gerne bei der weiteren Entwicklung mitmachen. Was sind hier Sonderinteressen, was sind Risiken für Viele? /25
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Asher belieferte damit zuerst Versicherungen, dann die Polizei und nach 9/11 all die Dienste, die sich unterm Department of Homeland Security sammelten. Von ihm geht eine direkte Linie zu Firmen wie #Palantir mit Zwischenstopp bei #ReedElsevier, die seine Firma aufkauften und durch ihre Datenlieferungen das mit ermöglichen, was wir heute in #Minneapolis sehen. /24
https://www.mckenziefunk.com/thehankshow -
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Das FDG will alle Fehler der 90er Jahre nochmal machen. Damals hatten in den USA die ersten Data Broker wie Hank Asher begriffen, dass Datenschutz und Informationsfreiheit alles nach dem gleichen Muster gebaut waren: als Abwehrrecht gegen den Staat. Asher war nun nicht der Staat, also holte er sich eine Anwältin und mit ihr alle Daten aus den Behörden: Führerscheine, Konzessionen, Standesdaten, Schwerbehinderungen usw. Daraus machte er die ersten Prediction Products. /23
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Nun haben wohl alle Plattformkonzerne Forschungsabteilungen, sitzen auch in Europa und interessieren sich professionell für immer mehr Daten. Die Data Broker, die missionskritisch sind für Trumps #ICE Truppen, kommen wie LexisNexis und Thomson Reuters ursprünglich aus der Wissenschaft. Und mit der der aufgeblähten Forschungsdefinition im Digital-Omnibus werden sich noch mehr berufen fühlen, denn welche Firma will nicht gerne mal andere Firmen mit deren Daten „beforschen“? Das wird ein Fest. /22
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Der größte Haken vor vielen weiteren Punkten ist allerdings: das FDG stellt Forschende von wissenschaftlichen Einrichtungen und Firmenangehörige gleich. Hat ein Unternehmen eine FuE-Abteilung oder kann irgendwie Forschung glaubhaft machen, können deren Mitarbeiter*innen in der gleichen Weise Datenzugang bekommen wie Forschende von Hochschulen und AUF. Hier kommt also die Bundespolitik auf den gleichen Trip wie die EU-Kommission. /21
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Das FDG ist sehr selbstbezogen. Andere Dateninfrastrukturen in Deutschland kennt es nicht, das Gesundheitsdatennutzungsgesetz wird einmal genannt, auch dort ohne was dazu zu sagen, wie die einzelnen Bereiche produktiv sich ergänzen könnten.
Fragen der Datennutzungsrechte und Lizenzen tauchen ebenfalls nicht auf. /20 -
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Das neu zu schaffende Mikrodatenzentrum, das als treuhänderischer One Stop Shop für Datennutzungen wirken soll, soll weiterhin am Statistischen Bundesamt angesiedelt werden. Das ist trotz der vorgesehenen Hilfskonstruktionen problematisch, weil ein Treuhänder ja neutraler Dritter sein soll, der kein eigenes Interesse an den Daten hat. Das Bundesamt ist aber ein Datenproduzent und damit nicht neutral. /19
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Die Betroffenenrechte (Mikrodaten heißt: einzelne Haushalte und Unternehmen) werden nicht gewahrt werden, da das vorgeschlagene Datenschutzcockpit angesichts der Datenströme es schwierig bis unmöglich machen wird, sich wiederzufinden und der Datennutzung ggf. zu widersprechen.
Es soll weiterhin keine Regelungen zum Forschungsgeheimnis geben, obwohl das nach den polizeilichen Übergriffen der Vergangenheit überfällig ist. /18
https://www.konsortswd.de/wp-content/uploads/210218_RatSWD_Stellungnahme-Datenbeschlagnahme.pdf -
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Vermutlich aufgrund des politischen Drucks, schnell voranzukommen, covert der neue Entwurf zu einem großen Anteil den alten und damit auch alle Fehler. So sollen zwar Einrichtungen der Bundesländer alle möglichen Lieferpflichten bekommen, die Länder aber aus dem Procedere ausgeschlossen werden, denn der Entwurf ermächtigt sich, alles Mögliche auch ohne Bundesrat selbst regeln zu können. Was also das Gesamtpaket an Regulierung beinhaltet, kann man dem Entwurf daher noch gar nicht entnehmen. /17
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Damit die Freude sich auf alle Ebenen ausbreitet, stellt das BMFTR jetzt das Forschungsdatengesetz (FDG) vor. Das war 2024 im ersten Anlauf gecrasht, jetzt gibt es einen neuen Anlauf. Der Gesetzestitel ist etwas irreleitend: es geht nur um die amtlichen Mikrodaten, deren bessere Nutzung für die Forschung seit ewig ein Desiderat ist. /16
https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/gesetze/forschungsdatengesetz/referentenentwurf/referentenentwurf_bessere_nutzung_von_daten_forschung.pdf?__blob=publicationFile -
Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Die EU-Kommission läuft letztlich dem Narrativ von Big Tech hinterher, das KI als exponentiell wachsende Materialschlacht inszeniert. Das Rennen ist nicht nur nicht zu gewinnen – es ist auch sinnlos: das Paradigma der LLM-Marktführer erschöpft sich sichtbar, Open Source-Modelle holen auf, andere KI-Ansätze sind mindestens ebenso wichtig und generell kann man mit Daten auch noch viele andere nützliche Dinge tun, als nur KI damit zu trainieren. /15
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Schade ist hier halt nur, dass man im Daten-Omnibus so viele Forderungen von Big Tech übernommen hat, dass diese Konzerne auch diejenigen sein werden, die abernten, nicht die europäischen Firmen. Big Tech hat die größte geopolitische Macht im Kreuz, das meiste Kapital, die größte Fähigkeit zu skalieren. Alles, was erleichtert, gestrafft, vereinfacht wird, fällt ihnen zu. Da Datenverarbeitungen erweitert werden, wird auch das #Datentracking in der Wissenschaft zunehmen und legitimiert werden. /14
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Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.Die Datenunion stottert nur noch KIKIKI – und die „Datenknappheit“ sei der strategische Hemmschuh für Europas Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb müsste der Zugang zu Daten für KI erleichtert, für Firmen die Datenvorschriften gestrafft und die Position der EU im internationalen Datentransfer gestärkt werden. Forschungsdaten sind hier „strategische Datenbestände“, auf die „Nutzungsrechte gesichert“ werden müssten. Eine europäische Daten(außen)politik soll Resilienz und Souveränität voranbringen. /13