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  3. Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.

Thread über (Forschungs-)Datenpolitik heute, um der müden Seele etwas Luft zu machen.

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  • renkesiems@openbiblio.socialR renkesiems@openbiblio.social

    Die Betroffenenrechte (Mikrodaten heißt: einzelne Haushalte und Unternehmen) werden nicht gewahrt werden, da das vorgeschlagene Datenschutzcockpit angesichts der Datenströme es schwierig bis unmöglich machen wird, sich wiederzufinden und der Datennutzung ggf. zu widersprechen.

    Es soll weiterhin keine Regelungen zum Forschungsgeheimnis geben, obwohl das nach den polizeilichen Übergriffen der Vergangenheit überfällig ist. /18

    https://www.konsortswd.de/wp-content/uploads/210218_RatSWD_Stellungnahme-Datenbeschlagnahme.pdf

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    #19

    Das neu zu schaffende Mikrodatenzentrum, das als treuhänderischer One Stop Shop für Datennutzungen wirken soll, soll weiterhin am Statistischen Bundesamt angesiedelt werden. Das ist trotz der vorgesehenen Hilfskonstruktionen problematisch, weil ein Treuhänder ja neutraler Dritter sein soll, der kein eigenes Interesse an den Daten hat. Das Bundesamt ist aber ein Datenproduzent und damit nicht neutral. /19

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      Das neu zu schaffende Mikrodatenzentrum, das als treuhänderischer One Stop Shop für Datennutzungen wirken soll, soll weiterhin am Statistischen Bundesamt angesiedelt werden. Das ist trotz der vorgesehenen Hilfskonstruktionen problematisch, weil ein Treuhänder ja neutraler Dritter sein soll, der kein eigenes Interesse an den Daten hat. Das Bundesamt ist aber ein Datenproduzent und damit nicht neutral. /19

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      #20

      Das FDG ist sehr selbstbezogen. Andere Dateninfrastrukturen in Deutschland kennt es nicht, das Gesundheitsdatennutzungsgesetz wird einmal genannt, auch dort ohne was dazu zu sagen, wie die einzelnen Bereiche produktiv sich ergänzen könnten.

      Fragen der Datennutzungsrechte und Lizenzen tauchen ebenfalls nicht auf. /20

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        Das FDG ist sehr selbstbezogen. Andere Dateninfrastrukturen in Deutschland kennt es nicht, das Gesundheitsdatennutzungsgesetz wird einmal genannt, auch dort ohne was dazu zu sagen, wie die einzelnen Bereiche produktiv sich ergänzen könnten.

        Fragen der Datennutzungsrechte und Lizenzen tauchen ebenfalls nicht auf. /20

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        #21

        Der größte Haken vor vielen weiteren Punkten ist allerdings: das FDG stellt Forschende von wissenschaftlichen Einrichtungen und Firmenangehörige gleich. Hat ein Unternehmen eine FuE-Abteilung oder kann irgendwie Forschung glaubhaft machen, können deren Mitarbeiter*innen in der gleichen Weise Datenzugang bekommen wie Forschende von Hochschulen und AUF. Hier kommt also die Bundespolitik auf den gleichen Trip wie die EU-Kommission. /21

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          Der größte Haken vor vielen weiteren Punkten ist allerdings: das FDG stellt Forschende von wissenschaftlichen Einrichtungen und Firmenangehörige gleich. Hat ein Unternehmen eine FuE-Abteilung oder kann irgendwie Forschung glaubhaft machen, können deren Mitarbeiter*innen in der gleichen Weise Datenzugang bekommen wie Forschende von Hochschulen und AUF. Hier kommt also die Bundespolitik auf den gleichen Trip wie die EU-Kommission. /21

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          #22

          Nun haben wohl alle Plattformkonzerne Forschungsabteilungen, sitzen auch in Europa und interessieren sich professionell für immer mehr Daten. Die Data Broker, die missionskritisch sind für Trumps #ICE Truppen, kommen wie LexisNexis und Thomson Reuters ursprünglich aus der Wissenschaft. Und mit der der aufgeblähten Forschungsdefinition im Digital-Omnibus werden sich noch mehr berufen fühlen, denn welche Firma will nicht gerne mal andere Firmen mit deren Daten „beforschen“? Das wird ein Fest. /22

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            Nun haben wohl alle Plattformkonzerne Forschungsabteilungen, sitzen auch in Europa und interessieren sich professionell für immer mehr Daten. Die Data Broker, die missionskritisch sind für Trumps #ICE Truppen, kommen wie LexisNexis und Thomson Reuters ursprünglich aus der Wissenschaft. Und mit der der aufgeblähten Forschungsdefinition im Digital-Omnibus werden sich noch mehr berufen fühlen, denn welche Firma will nicht gerne mal andere Firmen mit deren Daten „beforschen“? Das wird ein Fest. /22

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            #23

            Das FDG will alle Fehler der 90er Jahre nochmal machen. Damals hatten in den USA die ersten Data Broker wie Hank Asher begriffen, dass Datenschutz und Informationsfreiheit alles nach dem gleichen Muster gebaut waren: als Abwehrrecht gegen den Staat. Asher war nun nicht der Staat, also holte er sich eine Anwältin und mit ihr alle Daten aus den Behörden: Führerscheine, Konzessionen, Standesdaten, Schwerbehinderungen usw. Daraus machte er die ersten Prediction Products. /23

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              Das FDG will alle Fehler der 90er Jahre nochmal machen. Damals hatten in den USA die ersten Data Broker wie Hank Asher begriffen, dass Datenschutz und Informationsfreiheit alles nach dem gleichen Muster gebaut waren: als Abwehrrecht gegen den Staat. Asher war nun nicht der Staat, also holte er sich eine Anwältin und mit ihr alle Daten aus den Behörden: Führerscheine, Konzessionen, Standesdaten, Schwerbehinderungen usw. Daraus machte er die ersten Prediction Products. /23

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              #24

              Asher belieferte damit zuerst Versicherungen, dann die Polizei und nach 9/11 all die Dienste, die sich unterm Department of Homeland Security sammelten. Von ihm geht eine direkte Linie zu Firmen wie #Palantir mit Zwischenstopp bei #ReedElsevier, die seine Firma aufkauften und durch ihre Datenlieferungen das mit ermöglichen, was wir heute in #Minneapolis sehen. /24

              https://www.mckenziefunk.com/thehankshow

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                Asher belieferte damit zuerst Versicherungen, dann die Polizei und nach 9/11 all die Dienste, die sich unterm Department of Homeland Security sammelten. Von ihm geht eine direkte Linie zu Firmen wie #Palantir mit Zwischenstopp bei #ReedElsevier, die seine Firma aufkauften und durch ihre Datenlieferungen das mit ermöglichen, was wir heute in #Minneapolis sehen. /24

                https://www.mckenziefunk.com/thehankshow

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                #25

                All das können wir, wenn es dumm läuft, als Wiedergänger erleben, weil das FDG hier bewusst die Tore öffnet (ob da die möglichen Konsequenzen bewusst waren – wer weiß). Trotzdem wird das FDG von Forschungsinstitutionen begrüsst: der @ratswd feiert es als „Durchbruch für die Wissenschaft“ und lobt die Zusammenarbeit, auch @leibnizgemeinschaft möchte gerne bei der weiteren Entwicklung mitmachen. Was sind hier Sonderinteressen, was sind Risiken für Viele? /25

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                  All das können wir, wenn es dumm läuft, als Wiedergänger erleben, weil das FDG hier bewusst die Tore öffnet (ob da die möglichen Konsequenzen bewusst waren – wer weiß). Trotzdem wird das FDG von Forschungsinstitutionen begrüsst: der @ratswd feiert es als „Durchbruch für die Wissenschaft“ und lobt die Zusammenarbeit, auch @leibnizgemeinschaft möchte gerne bei der weiteren Entwicklung mitmachen. Was sind hier Sonderinteressen, was sind Risiken für Viele? /25

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                  #26

                  Im Bibliotheksbereich kennen wir solche selektiven Interessen schon lange: Fachgesellschaften betrachten Bibliotheksetats aus der Perspektive von Strandräubern und subventionieren mit den Erlösen aus überteuerten Abos Goodies für ihre Mitglieder. Bibliotheken wiederum lizensieren Verträge mit trackenden Verlagen, weil sie den Informationswasserhahn offenhalten wollen und die Risiken dafür eben andere tragen. Jetzt das Ganze also bei den sensiblen Mikrodaten. /26

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                    Im Bibliotheksbereich kennen wir solche selektiven Interessen schon lange: Fachgesellschaften betrachten Bibliotheksetats aus der Perspektive von Strandräubern und subventionieren mit den Erlösen aus überteuerten Abos Goodies für ihre Mitglieder. Bibliotheken wiederum lizensieren Verträge mit trackenden Verlagen, weil sie den Informationswasserhahn offenhalten wollen und die Risiken dafür eben andere tragen. Jetzt das Ganze also bei den sensiblen Mikrodaten. /26

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                    #27

                    Jedem Teil in unserem Wissenschafts-Mobile sind also die anderen Teile piepegal und da wundern wir uns, dass das Scheißding so wackelt.

                    Und ist das jetzt das, was wir uns als gute wissenschaftliche Praxis vorstellen und als wissenschaftliche Verantwortlichkeit? Und sollten wir uns vielleicht damit auseinandersetzen, wie die freie, öffentlich getragene Wissenschaft auch in Europa gerade auf ein neues Format gebügelt wird? /Ende

                    renkesiems@openbiblio.socialR 1 Reply Last reply
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                      Jedem Teil in unserem Wissenschafts-Mobile sind also die anderen Teile piepegal und da wundern wir uns, dass das Scheißding so wackelt.

                      Und ist das jetzt das, was wir uns als gute wissenschaftliche Praxis vorstellen und als wissenschaftliche Verantwortlichkeit? Und sollten wir uns vielleicht damit auseinandersetzen, wie die freie, öffentlich getragene Wissenschaft auch in Europa gerade auf ein neues Format gebügelt wird? /Ende

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                      #28

                      Nachtrag: "Forschung ist kein Selbstzweck. Forschung muss zu Wertschöpfung, Produktion und Innovation in Deutschland und in Europa führen." Merz bei der Übergabe des EFI-Gutachtens. Könnte mit anderen Ortsangaben auch aus Trumpistan kommen. Hüben wie drüben ist man sich einig, dass die Grundlagen der freiheitlichen Demokratie egal sind und eigentlich wollen alle chinesisch werden: Kapital und Kontrolle möglichst glücklich zu verbinden ist der Traum.

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                      EFI-Gutachten: Wo die deutsche Wissenschaft aufholen muss

                      Deutschlands Forschung ist oft erstklassig. Aber zu selten werden daraus konkrete Produkte und Dienstleistungen. Besonders bei sicherheitsrelevanten Technologien sieht ein neues Gutachten angesichts der Weltlage Aufholbedarf. Von D. Hebestreit.

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                      tagesschau.de (www.tagesschau.de)

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