Ich bin froh über die Entscheidung meines Instituts, die Verwendung sogenannter KI-Tools in Studien- und Prüfungsleistungen vollständig zu verbieten.
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@astefanowitsch ich vermisse eine Definition von KI Tools. Ist die Word Rechtschreib Prüfung mit gemeint? Nutzen von modernen OCR tools die alle mit neuronalen Netzen arbeiten?
@Bindestriche Eine reine Rechtschreibprüfung auf Wortebene wäre wohl geduldet, eine weitergehende sprachliche Prüfung (mit Grammatikprüfung, Paraphrasierungsvorschlägen usw.) auf jeden Fall nicht (bei OCR bin ich mir nicht sicher, inwiefern das Scannen eines Dokuments Teil einer Studien- oder Prüfungsleistung sein könnte). Das Verbot ist absichtlich sehr breit gefasst, damit Studierende sich im Zweifelsfall eine explizite Erlaubnis bei uns einholen.
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@Bindestriche Eine reine Rechtschreibprüfung auf Wortebene wäre wohl geduldet, eine weitergehende sprachliche Prüfung (mit Grammatikprüfung, Paraphrasierungsvorschlägen usw.) auf jeden Fall nicht (bei OCR bin ich mir nicht sicher, inwiefern das Scannen eines Dokuments Teil einer Studien- oder Prüfungsleistung sein könnte). Das Verbot ist absichtlich sehr breit gefasst, damit Studierende sich im Zweifelsfall eine explizite Erlaubnis bei uns einholen.
@Bindestriche Ich würde nicht ausschließen, dass wir in Zukunft stärker differenzieren — im Kern geht es uns als Philologie natürlich um LLMs und ähnliche Anwendungen, die Aufgaben wie die in unserem Statement aufgeführten übernehmen (bzw. vorspiegeln, das zu tun), allgemeiner um alles, was man als „generativ“ bezeichnen könnte, also um alles, was Leistungen des menschlichen Geistes simuliert.
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Ich bin froh über die Entscheidung meines Instituts, die Verwendung sogenannter KI-Tools in Studien- und Prüfungsleistungen vollständig zu verbieten. Keine „Prompt-Kompetenz“, kein „Man muss die KI nur *richtig* einsetzen“, kein „Wir können uns dem nicht verschließen“, sondern die einfache Erkenntnis, dass „KI“ das Gegenteil von dem ist, was unsere Studierenden lernen sollen. https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we06/lehre_und_studium/Studium/Hinweise-zu-Hausarbeiten-und-Pruefungsleistungen/index.html
@astefanowitsch super!
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@Bindestriche Eine reine Rechtschreibprüfung auf Wortebene wäre wohl geduldet, eine weitergehende sprachliche Prüfung (mit Grammatikprüfung, Paraphrasierungsvorschlägen usw.) auf jeden Fall nicht (bei OCR bin ich mir nicht sicher, inwiefern das Scannen eines Dokuments Teil einer Studien- oder Prüfungsleistung sein könnte). Das Verbot ist absichtlich sehr breit gefasst, damit Studierende sich im Zweifelsfall eine explizite Erlaubnis bei uns einholen.
@astefanowitsch Unsicherheiten bei Prüfungsmodalitäten sollten klein gehalten werden. Aber sicherlich wird sich schnell eine Liste üblicher Tools finden die dann bewertet werden. Zur Frage: Geschichte insb. Mittelalterwissenschaften kann das entziffern und auswerten alter Handschriften zum Inhalt haben. Sehbehinderte könnten verunsichert sein welche Hilfsmittel noch erlaubt sind. Aber das wird sich finden. Grundsätzlich finde ich das gut.Läufer dürfen auch keine Fahrräder beim Sporttest nutzen
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Tatsächlich sind wir uns im Zuge der Diskussion einig geworden, dass „generative KI“ das Gegenteil von allem ist, wofür die Geisteswissenschaften stehen — und mit „wir“ meine ich tatsächlich Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaftler*innen. Wer eine Philologie studiert hat, weiß, wie selten eine solche Einigkeit ist... ChatGPT hat uns geholfen, uns auf unsere Gemeinsamkeiten zu besinnen — und da sagen alle, KI hätte keine positiven Auswirkungen!
Weil im Thread mehrfach nach Möglichkeiten der Überprüfung gefragt wird (seht auch meine Antworten dort), hier ein wichtiger Gedanke: Es geht nicht vorrangig darum, Studierende im Nachhinein zu überführen, sondern darum, sie von vornherein davon abzuhalten, überhaupt „KI“ zu verwenden. Das geht manchmal mit sehr einfachen Mitteln:
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Weil im Thread mehrfach nach Möglichkeiten der Überprüfung gefragt wird (seht auch meine Antworten dort), hier ein wichtiger Gedanke: Es geht nicht vorrangig darum, Studierende im Nachhinein zu überführen, sondern darum, sie von vornherein davon abzuhalten, überhaupt „KI“ zu verwenden. Das geht manchmal mit sehr einfachen Mitteln:
Zum Beispiel, indem man sprachliche Korrektheit nicht in die Note einbezieht. Die Studierenden bekommen Feedback zu ihren Fehlern, aber keinen Punktabzug — schon gibt es keine Motivation mehr, den Text vor der Abgabe durch eine „KI“ korrigieren zu lassen. Oder, indem man weniger die Ergebnisse und mehr den Weg dahin zum Prüfungskriterium macht — schon ist es weniger attraktiv, ein KI-generiertes „Endprodukt“ abzugeben, weil man den Weg dahin sehr aufwändig fälschen müsste.
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@astefanowitsch Unsicherheiten bei Prüfungsmodalitäten sollten klein gehalten werden. Aber sicherlich wird sich schnell eine Liste üblicher Tools finden die dann bewertet werden. Zur Frage: Geschichte insb. Mittelalterwissenschaften kann das entziffern und auswerten alter Handschriften zum Inhalt haben. Sehbehinderte könnten verunsichert sein welche Hilfsmittel noch erlaubt sind. Aber das wird sich finden. Grundsätzlich finde ich das gut.Läufer dürfen auch keine Fahrräder beim Sporttest nutzen
@Bindestriche Was das Beispiel mit dem Entziffern von Handschriften betrifft, das ist für unser Fach nicht sehr relevant, aber ein gutes Beispiel dafür, warum wir den KI-Einsatz verbieten: Studierende müssen ja lernen, Handschriften zu entziffern, also ist es sinnlos, ihnen dafür die Benutzung einer KI zu erlauben. Wenn sie es erst einmal können, können sie später auch die Ergebnisse solcher KIs kritisch überprüfen (so steht es ja allgemein in unserem Statement).
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@Bindestriche Was das Beispiel mit dem Entziffern von Handschriften betrifft, das ist für unser Fach nicht sehr relevant, aber ein gutes Beispiel dafür, warum wir den KI-Einsatz verbieten: Studierende müssen ja lernen, Handschriften zu entziffern, also ist es sinnlos, ihnen dafür die Benutzung einer KI zu erlauben. Wenn sie es erst einmal können, können sie später auch die Ergebnisse solcher KIs kritisch überprüfen (so steht es ja allgemein in unserem Statement).
@Bindestriche Das Beispiel mit Sehbehinderungen (oder anderen Einschränkungen) ist ein eigenes Thema — die betroffenen Studierenden beantragen Nachteilsausgleiche, in denen steht, wo sie welche zusätzlichen Hilfsmittel verwenden dürfen. Das ist schon jetzt so, und das wird auch bei KI-Tools der Fall sein. Über diese Ausgleiche entscheiden aber (aus guten Gründen) nicht die Institute und die Lehrenden, sondern Leute, die sich mit so etwas auskennen!
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@Bindestriche Was das Beispiel mit dem Entziffern von Handschriften betrifft, das ist für unser Fach nicht sehr relevant, aber ein gutes Beispiel dafür, warum wir den KI-Einsatz verbieten: Studierende müssen ja lernen, Handschriften zu entziffern, also ist es sinnlos, ihnen dafür die Benutzung einer KI zu erlauben. Wenn sie es erst einmal können, können sie später auch die Ergebnisse solcher KIs kritisch überprüfen (so steht es ja allgemein in unserem Statement).
@astefanowitsch genauer lesen hätte geholfen es steht ja "Daher werden KI-Tools auch für die Literaturrecherche, die Strukturierung der Arbeit und ihre sprachlich-stilistische Überarbeitung ausgeschlossen."
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Zum Beispiel, indem man sprachliche Korrektheit nicht in die Note einbezieht. Die Studierenden bekommen Feedback zu ihren Fehlern, aber keinen Punktabzug — schon gibt es keine Motivation mehr, den Text vor der Abgabe durch eine „KI“ korrigieren zu lassen. Oder, indem man weniger die Ergebnisse und mehr den Weg dahin zum Prüfungskriterium macht — schon ist es weniger attraktiv, ein KI-generiertes „Endprodukt“ abzugeben, weil man den Weg dahin sehr aufwändig fälschen müsste.
@astefanowitsch Schöne Überlegungen! Zumal sie auch zum Ausdruck bringen, wie Lernprozesse vonstatten gehen (hoffentlich habe ich alles richtig geschrieben)
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@Bindestriche Das Beispiel mit Sehbehinderungen (oder anderen Einschränkungen) ist ein eigenes Thema — die betroffenen Studierenden beantragen Nachteilsausgleiche, in denen steht, wo sie welche zusätzlichen Hilfsmittel verwenden dürfen. Das ist schon jetzt so, und das wird auch bei KI-Tools der Fall sein. Über diese Ausgleiche entscheiden aber (aus guten Gründen) nicht die Institute und die Lehrenden, sondern Leute, die sich mit so etwas auskennen!
@astefanowitsch also mein großvater war lange behinderten Beauftragter münchen und da haben sehr wohl die dozis über die form des Nachteilsausgleichs entschieden, das mag aber eine Ländersache sein.
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@astefanowitsch Schöne Überlegungen! Zumal sie auch zum Ausdruck bringen, wie Lernprozesse vonstatten gehen (hoffentlich habe ich alles richtig geschrieben)
@ingo _vonstattengehen_ wird seit 2004 als ein Wort geschrieben, aber dafür ziehe ich keine Punkte ab!
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@cwilcke Wir haben tatsächlich eine Grundsatzdebatte über ein radikales Umdenken bei Prüfungsformen begonnen — wir werden die Rolle von Hausarbeiten in Zukunft mindestens stark einschränken und mehr Prüfungsformen mit Präsenz und/oder Dokumentation von Zwischenergebnissen einführen. Da hier Prüfungsordnungen geändert werden müssen, wird das aber etwas länger dauern; in der Zwischenzeit justieren wir schon einmal die Bewertungskriterien so, dass der Einsatz von KI unattraktiver wird.
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Zum Beispiel, indem man sprachliche Korrektheit nicht in die Note einbezieht. Die Studierenden bekommen Feedback zu ihren Fehlern, aber keinen Punktabzug — schon gibt es keine Motivation mehr, den Text vor der Abgabe durch eine „KI“ korrigieren zu lassen. Oder, indem man weniger die Ergebnisse und mehr den Weg dahin zum Prüfungskriterium macht — schon ist es weniger attraktiv, ein KI-generiertes „Endprodukt“ abzugeben, weil man den Weg dahin sehr aufwändig fälschen müsste.
@astefanowitsch Applaus. In der Informatik gibt es durchaus ähnliche Stimmen, auch wenn die einen schweren Stand haben. Wie halten es andere philologische Institute? Seid ihr da eher Regel oder Ausnahme? Und wie denkst du über KI-Einsatz bei großen Datenmengen, etwa in der Korpuslinguistik?
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Ich bin froh über die Entscheidung meines Instituts, die Verwendung sogenannter KI-Tools in Studien- und Prüfungsleistungen vollständig zu verbieten. Keine „Prompt-Kompetenz“, kein „Man muss die KI nur *richtig* einsetzen“, kein „Wir können uns dem nicht verschließen“, sondern die einfache Erkenntnis, dass „KI“ das Gegenteil von dem ist, was unsere Studierenden lernen sollen. https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we06/lehre_und_studium/Studium/Hinweise-zu-Hausarbeiten-und-Pruefungsleistungen/index.html
@astefanowitsch rein interessehalber: welches Problem löst man denn durch das Verbot dieses Werkzeuges?
Ich mein, gerade im geisteswissenschaftlichen Umfeld ist in allen beruflichen Bereichen doch die Benutzung von KI gang und gäbe. Das sollte in der Ausbildung doch auch zumindest thematisiert werden.
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Ich bin froh über die Entscheidung meines Instituts, die Verwendung sogenannter KI-Tools in Studien- und Prüfungsleistungen vollständig zu verbieten. Keine „Prompt-Kompetenz“, kein „Man muss die KI nur *richtig* einsetzen“, kein „Wir können uns dem nicht verschließen“, sondern die einfache Erkenntnis, dass „KI“ das Gegenteil von dem ist, was unsere Studierenden lernen sollen. https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we06/lehre_und_studium/Studium/Hinweise-zu-Hausarbeiten-und-Pruefungsleistungen/index.html
@astefanowitsch sehr schön. Hab ich mal einem befreundeten prof weitgeleitet
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@astefanowitsch rein interessehalber: welches Problem löst man denn durch das Verbot dieses Werkzeuges?
Ich mein, gerade im geisteswissenschaftlichen Umfeld ist in allen beruflichen Bereichen doch die Benutzung von KI gang und gäbe. Das sollte in der Ausbildung doch auch zumindest thematisiert werden.
@michaelgiesler @astefanowitsch
> Ich mein, gerade im geisteswissenschaftlichen Umfeld ist in allen beruflichen Bereichen doch die Benutzung von KI gang und gäbe.
Gut zu wissen. Gleich mal Notiz an HR 'rausschicken: Keine Geisteswissenschaftler mehr einstellen, die machen eh' nix mehr selber.
/s
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Zum Beispiel, indem man sprachliche Korrektheit nicht in die Note einbezieht. Die Studierenden bekommen Feedback zu ihren Fehlern, aber keinen Punktabzug — schon gibt es keine Motivation mehr, den Text vor der Abgabe durch eine „KI“ korrigieren zu lassen. Oder, indem man weniger die Ergebnisse und mehr den Weg dahin zum Prüfungskriterium macht — schon ist es weniger attraktiv, ein KI-generiertes „Endprodukt“ abzugeben, weil man den Weg dahin sehr aufwändig fälschen müsste.
@astefanowitsch In der Schule erstellen meine Kids gerade Präsentationen. Sie müssen ihre Quellen auch durch Screenshots belegen.
Keine Punktabzüge in der Fremdsprache ist allerdings etwas unrealistisch -
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@michaelgiesler @astefanowitsch
> Ich mein, gerade im geisteswissenschaftlichen Umfeld ist in allen beruflichen Bereichen doch die Benutzung von KI gang und gäbe.
Gut zu wissen. Gleich mal Notiz an HR 'rausschicken: Keine Geisteswissenschaftler mehr einstellen, die machen eh' nix mehr selber.
/s
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Ich bin froh über die Entscheidung meines Instituts, die Verwendung sogenannter KI-Tools in Studien- und Prüfungsleistungen vollständig zu verbieten. Keine „Prompt-Kompetenz“, kein „Man muss die KI nur *richtig* einsetzen“, kein „Wir können uns dem nicht verschließen“, sondern die einfache Erkenntnis, dass „KI“ das Gegenteil von dem ist, was unsere Studierenden lernen sollen. https://www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/we06/lehre_und_studium/Studium/Hinweise-zu-Hausarbeiten-und-Pruefungsleistungen/index.html
@astefanowitsch Ich finde das insofern vernünftig als dass das eine Art Rechtssicherheit schafft. Ansonsten müsste der verantwortungsvolle Umgang mit diesen Tools Teil des Lehrplans werden.