»Die englischen Grünen haben sich radikalisiert – und erhalten mehr Zuspruch als je zuvor.«
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@anlomedad @thorsten4future Die Grünen und rechts? Aber die machen doch überall Identitätspolitik. Das haben sie aus den USA übernommen, weil Klassenkampf geht da nicht. Da ist Identitätspolitik die große linke Chose. Also sind auch die Grünen per definitionem sowas von links...
@bohnsdorfer55 @thorsten4future
Stimmt auch wieder
Aber ist mit dem Merkel-Stunt, die Ehe für Alle zur Fraktionsdruck-freien Wahl zu stellen, das identitäts-Kapitel nicht 2017 geschlossen worden?Ach so, nee, die *-Diskussion gibts ja noch!
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@anlomedad erfreulich. @thorsten4future
@Dodo_sipping @thorsten4future
Ich war glaubich etwas sehr euphorisch. Die Kommunalwahlen laufen zwar eindeutig gegen die neoliberalen, rassistischen Labour, aber der Riesengewinner sind nicht Greens sondern Reform
https://www.bbc.com/news/live/c1428pev1n0t
Krass. Kommunalwahl heißt doch, die Wählenden kennen die Kandidatinnen? Und trotzdem wählen sie dann Reform. ^^ Phew!Das ist in Ostdeutschland ja letztens so nicht passiert. Hab ich jedenfalls so in Erinnerung, dass AfD es in Kommunalwahlen nicht geschafft hat.
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@Dodo_sipping @thorsten4future
Ich war glaubich etwas sehr euphorisch. Die Kommunalwahlen laufen zwar eindeutig gegen die neoliberalen, rassistischen Labour, aber der Riesengewinner sind nicht Greens sondern Reform
https://www.bbc.com/news/live/c1428pev1n0t
Krass. Kommunalwahl heißt doch, die Wählenden kennen die Kandidatinnen? Und trotzdem wählen sie dann Reform. ^^ Phew!Das ist in Ostdeutschland ja letztens so nicht passiert. Hab ich jedenfalls so in Erinnerung, dass AfD es in Kommunalwahlen nicht geschafft hat.
@anlomedad ich war auch etwas entsetzt vorhin... @thorsten4future
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@bohnsdorfer55 @thorsten4future
Stimmt auch wieder
Aber ist mit dem Merkel-Stunt, die Ehe für Alle zur Fraktionsdruck-freien Wahl zu stellen, das identitäts-Kapitel nicht 2017 geschlossen worden?Ach so, nee, die *-Diskussion gibts ja noch!
@anlomedad @thorsten4future Keineswegs. Wenn du z. B. bei uns in Berlin siehst, dass jede Minderheit mit einer eigenen Erwähnung im Wahlprogramm (aber weitgehend gleichen Forderungen) bedacht werden muss...
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»Die englischen Grünen haben sich radikalisiert – und erhalten mehr Zuspruch als je zuvor.«
Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich wäre bereit für eine Radikalisierung der bundesdeutschen Grünen. Klassenkampf ist irgendwie überfällig.
Was mit Parteien passiert, die sich neoliberaler Un-Unterscheidbarkeit im Mainstream-Brei verschrieben haben, kann man sich ja gerade an FDP und SPD anschauen.
Linke Erfolgsgeschichte: London schwebt auf Wolke grün
Die englischen Grünen haben sich radikalisiert – und erhalten mehr Zuspruch als je zuvor. Unterwegs in ihrer Hochburg Hackney.
(www.woz.ch)
@thorsten4future Mich macht es auch betroffen, dass der Partei nach und nach der innere Kompass abhanden zu kommen scheint. Direkte Demokratie ist auch so ein Thema, das für die Grünen mal identitätsstiftend war. Den sozialen Flügel kann ich nicht mehr entdecken. Ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass sich die Partei über die Jahre zu einer Art SPD entwickelt, wo es hauptsächlich um den Machterhalt geht. Noch würde ich sie aber nicht aufgeben, denn viel anderes bleibt ja dann nicht mehr.
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@anlomedad @thorsten4future Keineswegs. Wenn du z. B. bei uns in Berlin siehst, dass jede Minderheit mit einer eigenen Erwähnung im Wahlprogramm (aber weitgehend gleichen Forderungen) bedacht werden muss...
@bohnsdorfer55 @thorsten4future
Kennst Du zufällig Greg Egan's Roman "Qual", den er schon 1993 schrieb?
Spielt in 2055, tldr: irgendwer hat die Theory of Everything herausgefunden und nun ist überall Stress.Er beschreibt auch ein bissl die Gesellschaftsstruktur. zB hat jede nur denkbare sexuelle Orientierung ihre Nische, ist teilweise extremistisch organisiert, anerkannt, mit Rechten ausgestattet,
sowie mit eigenen Personalpronomina.
Von 1993 !"Teile und herrsche" ist im Roman aber nicht als Motiv für die Zersplitterungen erkennbar. Ich denk ja manchmal, das individuelle Engagement in den LGBTQxx Kreisen wäre in geballter Form, an einem Strang ziehend, sehr potent, aber die Zersplitterung macht sie zahnlos.
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@bohnsdorfer55 @thorsten4future
Kennst Du zufällig Greg Egan's Roman "Qual", den er schon 1993 schrieb?
Spielt in 2055, tldr: irgendwer hat die Theory of Everything herausgefunden und nun ist überall Stress.Er beschreibt auch ein bissl die Gesellschaftsstruktur. zB hat jede nur denkbare sexuelle Orientierung ihre Nische, ist teilweise extremistisch organisiert, anerkannt, mit Rechten ausgestattet,
sowie mit eigenen Personalpronomina.
Von 1993 !"Teile und herrsche" ist im Roman aber nicht als Motiv für die Zersplitterungen erkennbar. Ich denk ja manchmal, das individuelle Engagement in den LGBTQxx Kreisen wäre in geballter Form, an einem Strang ziehend, sehr potent, aber die Zersplitterung macht sie zahnlos.
@anlomedad @thorsten4future Kenn ich nicht. Aber es ist ja auch die Identitätspolitik der BIPOC, die einfach zu wichtig genommen wird. Wenn ich gestern schon wieder ernsthaft in der taz lese, dass die Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges in DE zu sehr aus Sicht der weißen Deutschen interpretiert wird... Geht's noch? Bin gerade in F, wo der 8. Mai ein Feiertag ist. In DE muss überhaupt erst mal die Befreiung im Bewußtsein verankert werden und dann kommen die schon wieder mit Priorisierung.
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@anlomedad @thorsten4future Kenn ich nicht. Aber es ist ja auch die Identitätspolitik der BIPOC, die einfach zu wichtig genommen wird. Wenn ich gestern schon wieder ernsthaft in der taz lese, dass die Erinnerung an das Ende des 2. Weltkrieges in DE zu sehr aus Sicht der weißen Deutschen interpretiert wird... Geht's noch? Bin gerade in F, wo der 8. Mai ein Feiertag ist. In DE muss überhaupt erst mal die Befreiung im Bewußtsein verankert werden und dann kommen die schon wieder mit Priorisierung.
@bohnsdorfer55 @thorsten4future

Soll und darf man denn Geschichte umschreiben? Für die normalen Deutschen damals war die Kapitulation ja höchstens eine Befreiung vom, mit Rationierungen und Bombardierungen einhergehenden Stress.
Hab mal ne Weile in Tagebucheintragungen aus den letzten Kriegsmonaten auf einer Kölner Archivseite rumgelesen. Die Leute hatten keine Kriegs- oder Nazi-Systemkritik aufm Schirm.
Aus deren Sicht wurde ihnen was angetan, als die Amis immer mehr Gelände im Westen von Köln einnahmen, die Stadt zertrümmerten und sie ständig in Luftschutzbunkern Schutz suchen mussten, um danach jedes mal aufs Neue Freunde und Familie suchen zu gehen, ob die auch die Bomben überlebt hatten.Dann kam nach Kriegsende eine Besatzungsphase und KZ-Überlebende kamen in …andere Lager.
Also auch aus den Perspektiven keine Befreiung.
Befreiungserlebnis erst, als Haushalte sich Waschmaschinen leisten konnten… /sIch fände nützlich, wenn sich das dt. Erinnerungsnarrativ von dem der Nachbarländer unterscheidet.
Alle drumrum: BEFREIUNG!!
Deutschland:
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@bohnsdorfer55 @thorsten4future

Soll und darf man denn Geschichte umschreiben? Für die normalen Deutschen damals war die Kapitulation ja höchstens eine Befreiung vom, mit Rationierungen und Bombardierungen einhergehenden Stress.
Hab mal ne Weile in Tagebucheintragungen aus den letzten Kriegsmonaten auf einer Kölner Archivseite rumgelesen. Die Leute hatten keine Kriegs- oder Nazi-Systemkritik aufm Schirm.
Aus deren Sicht wurde ihnen was angetan, als die Amis immer mehr Gelände im Westen von Köln einnahmen, die Stadt zertrümmerten und sie ständig in Luftschutzbunkern Schutz suchen mussten, um danach jedes mal aufs Neue Freunde und Familie suchen zu gehen, ob die auch die Bomben überlebt hatten.Dann kam nach Kriegsende eine Besatzungsphase und KZ-Überlebende kamen in …andere Lager.
Also auch aus den Perspektiven keine Befreiung.
Befreiungserlebnis erst, als Haushalte sich Waschmaschinen leisten konnten… /sIch fände nützlich, wenn sich das dt. Erinnerungsnarrativ von dem der Nachbarländer unterscheidet.
Alle drumrum: BEFREIUNG!!
Deutschland:
@anlomedad @thorsten4future Es sind zwei Seiten der Geschichte. Ich bin kein Historiker im Sinne von Wissenschaftlichkeit (hatte mal 4 Semester im Nebenfach belegt). Ich halte es nicht für eine Geschichtsumschreibung, wenn man die subjektive Erfahrung der kriegsmüden Deutschen mit der objektiven Tatsache der Befreiung konfrontiert. Interessanterweise war für meine Eltern nicht das Kriegsende die Zäsur, sondern die "Währung"(-sreform).
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@anlomedad @thorsten4future Es sind zwei Seiten der Geschichte. Ich bin kein Historiker im Sinne von Wissenschaftlichkeit (hatte mal 4 Semester im Nebenfach belegt). Ich halte es nicht für eine Geschichtsumschreibung, wenn man die subjektive Erfahrung der kriegsmüden Deutschen mit der objektiven Tatsache der Befreiung konfrontiert. Interessanterweise war für meine Eltern nicht das Kriegsende die Zäsur, sondern die "Währung"(-sreform).
@bohnsdorfer55 @thorsten4future
I bims auch keine Historikerin. Mich nervt an historischen Erzählbögen immer die Generalswarte, die Königssicht.
Den Haus- und Hof-Chronisten von William The Conquerer fänd ich öde, irrelevant. Dass Willi Leute für Volkszählung losgeschickt hat und was die gefunden und notiert haben, find ich spannend. https://en.wikipedia.org/wiki/Domesday_Book
So richtig interessant find ich Archäologie, wenn die Gebrauchsgegenstände findet und interpretiert.