Ich bin 1960 geboren.
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@SusanneDoering
Ich vermute große Unterschiede zwischen neuen Gymnasien und den humanistischen Traditionsträgern.@freistern @SusanneDoering @FrauRettich Ich habe in den 1970ern im humanistischen Gymnasium in Hamburg die Internationale von meinem Geschichtslehrer gelernt.
Von Altnazis glaubte ich mich nicht umgeben. Davon, dass es dann ab 1992 so schnell ging, hab ich mich noch nicht erholt. -
Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich Hier ähnlich, Gymnasium 70er/80er, ländliches Niedersachsen, Zonenrand. Wenige Jungnazis (Wikingjugend) wurden von quasi allen ausgegrenzt. Aber auch: NPD-Kreistagskandidat, trotz offener Wahlanzeigen im Lokalblatt, blieb unkritisiert Französischlehrer.
Als ersten offenen Umbruch innerhalb der Bürgi-Gesellschaft habe ich die Straßen-Reaktionen nach dem Fußball-WM-Endspiel 1990 wahrgenommen und war erschüttert. Grenzöffnung kurz vorher hatte noch nen anderen Drive. -
@FrauRettich Bei uns in der Schule und im näheren Umfeld war es genauso. Es wurde über die Nazizeit in verschiedenen Fächern gesprochen und ich kenne niemanden, der Rechte unterstützte.
Aber ich weiß, dass es noch etliche Nazis gab, die an Schulen unverhohlen ihre Gesinnung verbreiten konnten, während es für Linke Berufsverbote gab und sie nicht im Öffentlichen Dienst arbeiten, nicht mal Post austragen durften.
Und an den Externsteinen gab's jedes Jahr am 21.6. Nazi-Treffen - ohne Probleme.@Blumine ja, da finde ich auch viel wieder!
Weißt du, ob das Treffen immer noch stattfindet? -
Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich
Ich dieser Traumblase habe ich auch Jahrzehnte lang gelebt. Indiskutabel und unsagbar war es. Undenkbar.
Es war eine schöne Zeit - gefühlt für mich.
Doch kann ich mir nicht vorstellen, dass so viele Menschen im Hirn umgeschaltet wurden. Ich glaube eher, das Gedankengut war meist schon vorhanden, schlummerte nur unausgesprochen.
Und jetzt machen u.a. viele unserer Volksvertreter uns vor, dass es doch gesagt werden kann. Zu viele. Und das zu oft ohne öffentliche, sofortige Gegenrede. -
Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich 1962 geboren in Bremen und hier war es ähnlich. Zustimmung.
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Erste Risse durch die Baseballschlägerjahre (heißt das so?) in den 90ern, wo im Osten massenweise Jugendzentren und deren Besucher überfallen wurden ohne von der Polizei Hilfen zu bekommen.
Bin ein bißchen erstaunt über Leute, die meinen, meine hier geschilderte Lebenserfahrung in Frage stellen zu dürfen, weil ihre Eigene eine andere war. Gehts noch?
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Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich
Jahrgang '67 hier. Aber so ganz weg waren sie nie. Mein einer direkter Nachbar überzeugter Nazi und hat daraus auch kein Hehl gemacht. Aber man musste Rücksicht nehmen, weil alter Mann und "kriegsversehrt". Da war die Musiklehrerin, die lehrte, dass Blues und Jazz N*ger-Musik und somit minderwertig seien, woran Schulleitung und -behörde nichts auszusetzen fand (unsere Eltern hatten sich beschwert, nachdem wir uns beschwert hatten). Da waren die Baseballschlägerjahre, die ...
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@FrauRettich Hier ähnlich, Gymnasium 70er/80er, ländliches Niedersachsen, Zonenrand. Wenige Jungnazis (Wikingjugend) wurden von quasi allen ausgegrenzt. Aber auch: NPD-Kreistagskandidat, trotz offener Wahlanzeigen im Lokalblatt, blieb unkritisiert Französischlehrer.
Als ersten offenen Umbruch innerhalb der Bürgi-Gesellschaft habe ich die Straßen-Reaktionen nach dem Fußball-WM-Endspiel 1990 wahrgenommen und war erschüttert. Grenzöffnung kurz vorher hatte noch nen anderen Drive.Baujahr 1964
Ähnliche Gegend (LK UE). War auf einem als ziemlich links "verschrienen" Gymnasium, viele Kriegsdienstverweigerer.
Ein paar JUer, aber selbst die waren weit weg von der heutigen JU. -
@FrauRettich
Jahrgang '67 hier. Aber so ganz weg waren sie nie. Mein einer direkter Nachbar überzeugter Nazi und hat daraus auch kein Hehl gemacht. Aber man musste Rücksicht nehmen, weil alter Mann und "kriegsversehrt". Da war die Musiklehrerin, die lehrte, dass Blues und Jazz N*ger-Musik und somit minderwertig seien, woran Schulleitung und -behörde nichts auszusetzen fand (unsere Eltern hatten sich beschwert, nachdem wir uns beschwert hatten). Da waren die Baseballschlägerjahre, die ...
-> 2Reps und die DVU und die breit getragene Verachtung für alles was bunt und laut und anders war (wie niedlich wir Freaks, Punks und Gammler auf alten Bildern aussehen!).
Aber daneben existierten die Utopien einer besseren Welt. Es gab die Frauen-, die Schwulen-, die Krüppel-, die Friedensbewegung, die Gewerkschaften kämpften um geringere Wochenarbeitszeit und Arbeitsschutz. "Fass meinen Kumpel nicht an!" war ein wichtiges Motto.-> 3
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Reps und die DVU und die breit getragene Verachtung für alles was bunt und laut und anders war (wie niedlich wir Freaks, Punks und Gammler auf alten Bildern aussehen!).
Aber daneben existierten die Utopien einer besseren Welt. Es gab die Frauen-, die Schwulen-, die Krüppel-, die Friedensbewegung, die Gewerkschaften kämpften um geringere Wochenarbeitszeit und Arbeitsschutz. "Fass meinen Kumpel nicht an!" war ein wichtiges Motto.-> 3
@FrauRettich
Später kamen Anti-AKW- und Umweltbewegung dazu, und alle hatten die Vision einer besseren, heileren, gerechteren und solidarischeren Welt. Das hat, glaube ich, vieles verdeckt. Und irgendwie gab es den Grundkonsens, dass zwar "nicht alkes schlecht" aber Nazis im Großen und Ganzen Verbrecher seien, von denen man sich besser fernhält.
Dann kamen Kohl und seine "geistig-moralische Wende, deren bleierne Decke die Utopien nach und nach erstickte,-> 4
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@FrauRettich
Später kamen Anti-AKW- und Umweltbewegung dazu, und alle hatten die Vision einer besseren, heileren, gerechteren und solidarischeren Welt. Das hat, glaube ich, vieles verdeckt. Und irgendwie gab es den Grundkonsens, dass zwar "nicht alkes schlecht" aber Nazis im Großen und Ganzen Verbrecher seien, von denen man sich besser fernhält.
Dann kamen Kohl und seine "geistig-moralische Wende, deren bleierne Decke die Utopien nach und nach erstickte,-> 4
@FrauRettich
und in deren Schatten die Nazis wieder groß wurden.
Spätestens die Anschläge von Solingen, Rostock, und Mölln hätten eigentlich wachrütteln müssen. Aber statt gegen die Täter, ihre Hintermänner und vor allem die mörderische Ideologie vorzugehen, wurde das Asylrecht eingeschränkt, und die CDU begann ganz offen mit rassistischen Ressentiments Wahlkampf zu machen.-> 5
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@FrauRettich
und in deren Schatten die Nazis wieder groß wurden.
Spätestens die Anschläge von Solingen, Rostock, und Mölln hätten eigentlich wachrütteln müssen. Aber statt gegen die Täter, ihre Hintermänner und vor allem die mörderische Ideologie vorzugehen, wurde das Asylrecht eingeschränkt, und die CDU begann ganz offen mit rassistischen Ressentiments Wahlkampf zu machen.-> 5
@FrauRettich
Und die, denen das nicht radikal genug war, eine eigene Partei gründeten, biederten sich nicht nur die alten Parteifreunde an, sondern auch die SPD versucht seither, das vermeintliche Erfolgskonzept zu kopieren. Und obwohl ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass es nicht aufgeht, fangen nun auch die Grünen an.
Und so schlingert unsere Gesellschaft mut- und ideenlos dem Abgrund entgegen.-> 6
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@FrauRettich
Und die, denen das nicht radikal genug war, eine eigene Partei gründeten, biederten sich nicht nur die alten Parteifreunde an, sondern auch die SPD versucht seither, das vermeintliche Erfolgskonzept zu kopieren. Und obwohl ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass es nicht aufgeht, fangen nun auch die Grünen an.
Und so schlingert unsere Gesellschaft mut- und ideenlos dem Abgrund entgegen.-> 6
@C_Ottenburg ...das macht mir eine scheiß Angst. Auszuwandern aber auch.
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@FrauRettich
Und die, denen das nicht radikal genug war, eine eigene Partei gründeten, biederten sich nicht nur die alten Parteifreunde an, sondern auch die SPD versucht seither, das vermeintliche Erfolgskonzept zu kopieren. Und obwohl ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass es nicht aufgeht, fangen nun auch die Grünen an.
Und so schlingert unsere Gesellschaft mut- und ideenlos dem Abgrund entgegen.-> 6
@FrauRettich
Ich fand die Zeit besser, als wir noch Utopien hatten. Diesen Mut zum Träumen hätte ich gern zurück, denn er gibt die Kraft zum Kämpfen!(Sorry für den langen Text)
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@C_Ottenburg ...das macht mir eine scheiß Angst. Auszuwandern aber auch.
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Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich ('59, dito)
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Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich 20 Jahre später geboren und mit 12 auf der ersten Demo gegen Rechts, danach immer wieder Lichterketten…
Da ich nicht aussehe wie eine Biodeutsche, habe ich schon früh die rechte Sch… in diesem Land erfahren. -
Ich bin 1960 geboren. Jung in den Siebzigern, Gymnasium, keineR war rechts. Hitlergruß und Nazizeit war eingebrannt verpönt und selbstverständlich vom Staat und Grundgesetz verboten. Mit dieser Sicherheit (auch danke Antifa in Gö gegen FAP) habe ich fast bis heute gelebt.
Mir bricht so richtig ein Stück Realität weg, bin echt total verunsichert und verabscheue die #CDU dafür.@FrauRettich Frag doch mal Deinen Bruder, vielleicht weiß der mehr. Hat ja beim Opfesofthubsi aus dem DriveThroughLand aka Niederbayern auch bestens geklappt ... /s
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@Blumine ja, da finde ich auch viel wieder!
Weißt du, ob das Treffen immer noch stattfindet?Ich mag die Externsteine sehr, aber es gruselt mich immer auch deswegen. Soweit ich höre, ist das sogar noch mehr geworden bzw. sind es auch noch mal andere Kaliber, die sich treffen.
Leider habe ich nix Handfestes als Quelle. Falls da jemand was beisteuern kann, freue ich mich.
