Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist; dennoch:
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Ich kenne diverse Leute, die einen Abschluss an einer Uni gemacht haben, an der sie nur gelegentlich und an einigen Wochenenden waren.
Ich vermute es ist (sehr, sehr viel) leichter, das Bildungssystem- und Arbeitsystem anzupassen als zum hundertsten Mal in Stuttgarter Kessel nachzuverdichten.
@AwetTesfaiesus
Ja, solche Leute kenne ich auch: Mitte Vierzig, Familie und ETW irgendwo, Masterstudium remote irgendwo anders
Für Zwanzigjährige auf dem Weg zur familiären Abnabelung und zum ersten Bachelor ist das eher nicht so die Option :))
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@AwetTesfaiesus
Ja, solche Leute kenne ich auch: Mitte Vierzig, Familie und ETW irgendwo, Masterstudium remote irgendwo anders
Für Zwanzigjährige auf dem Weg zur familiären Abnabelung und zum ersten Bachelor ist das eher nicht so die Option :))
Ich will niemandem vorschreiben, was sie tun oder lassen soll.
Aber: die Zeiten ändern sich halt auch rapide schnell; einschließlich der Größe der Möglichkeitsräume.
Das BVerfG hat das in seinem Klimabeschluss doch perfekt antizipiert und Scholz und Merz haben uns doch sehenden Auges auf den Pfad gesetzt.
Die Freiheitsräume sind doch schon kleiner geworden, weil zwei weitere Kanzler sich geweigert haben, das erforderliche zu tun.
Nun müssen wir nur eben das (!) gestalten.
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@AwetTesfaiesus
Ja, solche Leute kenne ich auch: Mitte Vierzig, Familie und ETW irgendwo, Masterstudium remote irgendwo anders
Für Zwanzigjährige auf dem Weg zur familiären Abnabelung und zum ersten Bachelor ist das eher nicht so die Option :))
@AwetTesfaiesus
Bildungssystem anpassen, ja da gibt es ermutigende Fortschritte.Aber das Arbeitssystem anzupassen funktioniert bestenfalls nur so mittel: Viele Unternehmen bestehen darauf, dass ihre Kmowledge Worker aus dem Home Office wieder in ihre teuren Beton-Tempel zurückkehren. Angeblich wegen der Produktivität. Oder eben weil eine Anpassung der Arbeitswelt in Richtung Dezentralität die Immobilienwerte i.d. Ballungszentren sinken lässt...
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@AwetTesfaiesus
Bildungssystem anpassen, ja da gibt es ermutigende Fortschritte.Aber das Arbeitssystem anzupassen funktioniert bestenfalls nur so mittel: Viele Unternehmen bestehen darauf, dass ihre Kmowledge Worker aus dem Home Office wieder in ihre teuren Beton-Tempel zurückkehren. Angeblich wegen der Produktivität. Oder eben weil eine Anpassung der Arbeitswelt in Richtung Dezentralität die Immobilienwerte i.d. Ballungszentren sinken lässt...
@musevg gibt’s doch nicht dieses Meme-Foto von dem Linux Hauptquartier: ein Typ mit einem Laufband vor dem Laptop?
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@AwetTesfaiesus @winter @larsmb ÖPNV, Begegnungsorte für Subkulturen, physische Bildungsinfrastruktur und fachmedizinische Versorgung sind imo weitere Faktoren - absolut nicht unlösbar, aber aktuell nicht gelöst, und ehrlicherweise stimmt die breite kommunale Finanznot und die anhaltende Blockade von Steuergerechtigkeit mich nicht wahnsinnig positiv, dass sich das bald ändert.
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@AwetTesfaiesus @winter @larsmb ÖPNV, Begegnungsorte für Subkulturen, physische Bildungsinfrastruktur und fachmedizinische Versorgung sind imo weitere Faktoren - absolut nicht unlösbar, aber aktuell nicht gelöst, und ehrlicherweise stimmt die breite kommunale Finanznot und die anhaltende Blockade von Steuergerechtigkeit mich nicht wahnsinnig positiv, dass sich das bald ändert.
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@AwetTesfaiesus @winter @larsmb Ich meine da Bildung auch wesentlich breiter als das Kultuspolitik-Silo, also dass sich da viel verändert, sicherlich - aber schwimmen lernen, Proberäume für Bands und Chöre, Werkstätten und Makingspaces...
Kann man vielleicht auch alles als Subkultur bezeichnen, aber ich würde schon argumentieren dass das Bildungsinfrastruktur ist, die sich nicht gut in den digitalen Raum verlagern lässt. -
@AwetTesfaiesus @winter @larsmb Ich meine da Bildung auch wesentlich breiter als das Kultuspolitik-Silo, also dass sich da viel verändert, sicherlich - aber schwimmen lernen, Proberäume für Bands und Chöre, Werkstätten und Makingspaces...
Kann man vielleicht auch alles als Subkultur bezeichnen, aber ich würde schon argumentieren dass das Bildungsinfrastruktur ist, die sich nicht gut in den digitalen Raum verlagern lässt.@AwetTesfaiesus @winter @larsmb Diese Dinge gibt es (teilweise) aktuell auch noch mehr auf dem Land als in den Städten, aber vieles ist extrem von Kürzungen, demografischer Verschiebung etc bedroht und dann ists in den Regionen mit hoher Bevölkerungsdichte eben doch leichter, diese Infrastruktur zu finanzieren.
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Ich weiß, dass das hier ein Reizthema ist; dennoch:
Ich vertrete ja die Ansicht, dass wir in Deutschland (wahrscheinlich) schon viel mehr Wohnraum haben, als wir brauchen, nur am falschen Ort (dazu nie Daten gefunden).
Anyway:
Jede Wohnung, die wir neu bauen, entlassen wir in einen (schnell) schrumpfenden Markt.
In 50 Jahren, (Wohnungs-AfA), werden es 12 Mio. weniger Nachfragende sein.
Zurück bauen wir nicht.
"Wir" bauen ja auch nichts,wir warten bis private Unternehmer dies tun. Und denen geht es nur um Profit.
Es ist positiv für Unternehmer eine gewisse Mangellage zu haben. Hohe Nachfrage erlaubt hohe Mietkosten. Je schlechter die Lage desto höhere Preise, desto weniger Ansprüche.Die Politik arbeitet nicht daran Wohnraum zu schaffen sondern wird von deutsche Wohnen und co dafür bezahlt konkurrenz zu verhindern. Ausreichend Sozialwohnungen würden die Gewinne massiv senken.
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Ich will mich hier nicht wrestlen, aber:
Ich denke, der Ort ist eher kein Problem. Vielleicht noch 60% müssen noch an einem bestimmten Ort leben (eher noch weniger wegen des steigenden Renter:innen-Anteils).
Und bei der Art des Wohnens:
Wir werden ja behalten was wir haben.
Was wir zubauen ist m.E. qualitativ oft nicht gut.
In 100 Jahren werden die Leute immer noch auf dem Dorf und im Friedrichshain wohnen wollen.
Im gesichtslosen Neubaugebiet 2020? I doubt it!
@AwetTesfaiesus stimme dir zu - allerdings tun wir meines Erachtens nicht genug, um Orte außerhalb der Stadtzentren attraktiv zu machen. Wohne selbst in einer großen Kreisstadt mit ca. 50 Tsd. Menschen und Dinge wie ÖPNV oder Kulturangebote sind hier… schwierig.
Aber keine Sorge: so wie wir heute teilweise bauen halten viele Wohnobjekte eh keine 50 Jahre mehr. AfA hin oder her
