Ich habe beruflich mit Lehrer_innen zu tun.
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Ein Beispiel aus einem meiner Vorträge
Die üblichen Smileys Stempel sind pädagogisch eine Katastrophe. Denn die Emotion der Lehrkraft hat beim Kind absolut nichts verloren.
Das ist Seelische Gewalt: Das Vermitteln von "Du bist nicht ok.", Demütigung, Hilflosigkeit, Uberforderung Folge: Bindungsstörung und Einschränkung der Leistungsfähigkeit. Kinder definieren sich über Noten und Reaktionen von anderen, da ihr Selbstwert noch nicht ausgeprägt ist.
@goodthinkhunting Jetzt brauche ich mal „Nachhilfe“: Stehen die Smileys für die Emotion(en) der Lehrkraft?
Und: Hast du vielleicht einen Tipp für eine (Literatur)Quelle zum Thema „Leistungsbewertung /Rückmeldung an Schüler*innen“?
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@goodthinkhunting Jetzt brauche ich mal „Nachhilfe“: Stehen die Smileys für die Emotion(en) der Lehrkraft?
Und: Hast du vielleicht einen Tipp für eine (Literatur)Quelle zum Thema „Leistungsbewertung /Rückmeldung an Schüler*innen“?
@stuff @nik @makeratschool Ja. Die Lehrkraft ist „traurig“ über das Ergebnis. In diesem Fall noch mit einem „Leider!“ garniert. Es ist dabei unerheblich, ob die negative Emotion als Smiley direkt (selbstgemalt) oder indirekt (Stempel abstrakt) dem Kind mitgegeben wird. Pädagogisch wertvoll wäre sich auf das zu konzentrieren, was das Kind schon kann und wo es noch Raum für Wachstum gibt.
1/x -
@stuff @nik @makeratschool Ja. Die Lehrkraft ist „traurig“ über das Ergebnis. In diesem Fall noch mit einem „Leider!“ garniert. Es ist dabei unerheblich, ob die negative Emotion als Smiley direkt (selbstgemalt) oder indirekt (Stempel abstrakt) dem Kind mitgegeben wird. Pädagogisch wertvoll wäre sich auf das zu konzentrieren, was das Kind schon kann und wo es noch Raum für Wachstum gibt.
1/x@goodthinkhunting @stuff @makeratschool
Wenn ich bei @Teckids mit sehr jungen oder rechtschreibschwachen Kindern arbeite, korrigiere ich mit ihnen vor dem Absenden ihrer Beiträge immer so weit, dass man von anderen erwarten kann, dass sie es weitestgehend problemlos lesen können. Alle anderen Fehler lassen wir (in Absprache) stehen, es sei denn, das Kind fragt nach mehr Korrektur.
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@stuff @nik @makeratschool Ja. Die Lehrkraft ist „traurig“ über das Ergebnis. In diesem Fall noch mit einem „Leider!“ garniert. Es ist dabei unerheblich, ob die negative Emotion als Smiley direkt (selbstgemalt) oder indirekt (Stempel abstrakt) dem Kind mitgegeben wird. Pädagogisch wertvoll wäre sich auf das zu konzentrieren, was das Kind schon kann und wo es noch Raum für Wachstum gibt.
1/x@stuff Bspw. Du hast viel Mühe investiert und schon 42 Wörter richtig geschrieben. Dein Ziel für die nächste Woche ist es, dass du deinen Text noch mal durchliest und die Wörter auf Groß- und Kleinschreibung prüfst.
Kinder haben von sich aus keine negative Emotion. Sie lernen ja gerade erst. Erst die Bewertung von außen und der Vergleich von Kindern führen zu einem schlechten Selbstwert. Vs. Kinder sollten in ihrem Lernfortschritt mit sich selbst vergleichen werden, Fehler sind ok. -
@stuff Bspw. Du hast viel Mühe investiert und schon 42 Wörter richtig geschrieben. Dein Ziel für die nächste Woche ist es, dass du deinen Text noch mal durchliest und die Wörter auf Groß- und Kleinschreibung prüfst.
Kinder haben von sich aus keine negative Emotion. Sie lernen ja gerade erst. Erst die Bewertung von außen und der Vergleich von Kindern führen zu einem schlechten Selbstwert. Vs. Kinder sollten in ihrem Lernfortschritt mit sich selbst vergleichen werden, Fehler sind ok.@goodthinkhunting Danke!
Das mit dem Ziel (nächster Schritt) und dem Vergleich mit sich selbst leuchtet mir sehr ein.
Und ich kann mir vorstellen, es direkt in meinem Alltag umzusetzen, ohne dass erst das komplette System umgekrempelt werden muss (auch wenn das eigentlich auch ein cooles Ziel ist
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@goodthinkhunting Jetzt brauche ich mal „Nachhilfe“: Stehen die Smileys für die Emotion(en) der Lehrkraft?
Und: Hast du vielleicht einen Tipp für eine (Literatur)Quelle zum Thema „Leistungsbewertung /Rückmeldung an Schüler*innen“?
@stuff Für eine gute Empfehlung müsste ich mal in meine Literaturlisten steigen.Gerade parat habe ich nur die Liste, aus der ich die Seite gefischt habe. In dem Vortrag geht es allerdings nicht primär um die Leistungsbewertung, sondern um die generelle Voraussetzung wann Kinder überhaupt erst lernfähig sind.Bspw. bei Mobbing und Ausschluss in der Pause, oder eben vielen negativen Rückmeldungen sind sie gar nicht mehr in der Lage Neues zu lernen. Empfehlung Kohn, Oehler, Burow, Kiso.



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@stuff Für eine gute Empfehlung müsste ich mal in meine Literaturlisten steigen.Gerade parat habe ich nur die Liste, aus der ich die Seite gefischt habe. In dem Vortrag geht es allerdings nicht primär um die Leistungsbewertung, sondern um die generelle Voraussetzung wann Kinder überhaupt erst lernfähig sind.Bspw. bei Mobbing und Ausschluss in der Pause, oder eben vielen negativen Rückmeldungen sind sie gar nicht mehr in der Lage Neues zu lernen. Empfehlung Kohn, Oehler, Burow, Kiso.



@goodthinkhunting Wow, super!! Vielen lieben Dank!
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@goodthinkhunting Danke!
Das mit dem Ziel (nächster Schritt) und dem Vergleich mit sich selbst leuchtet mir sehr ein.
Und ich kann mir vorstellen, es direkt in meinem Alltag umzusetzen, ohne dass erst das komplette System umgekrempelt werden muss (auch wenn das eigentlich auch ein cooles Ziel ist
@stuff Hier in Kapitel 3 habe ich mal zusammengefasst, wie gutes Lernen aussieht. Diese Bedingungen (nicht über- oder unterfordert, usw.) müssen auch für Grundschulkinder gegeben sein. In dem Diktat war das Kind klar überfordert, solche Situationen dürfte es gar nicht geben. Nicht alle Kinder schaffen die gleiche Anzahl an Lernwörtern. Ignoriert Schule das (und das tut sie), wird die Hälfte der Kinder nach der 4. ohne Basiskompetenzen im Schreiben abgeschult. https://cloud.medienzentrum.rocks/s/G8e5fsDReryDpK5
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Ich habe beruflich mit Lehrer_innen zu tun. Quasi jeden Tag, viele davon aus dem Bereich GHRF.
Was läuft in der Ausbildung schief, wenn eine junge Lehrkraft einem Kind mit ADHS und LRS in der 3. Klasse diesen Stempel aufs Arbeitsblatt macht?
Ich habe keine Ideen mehr und bald bekomme ich Probleme meinen Enkel weiter zu motivieren. Dieses Drama haben wir jetzt seit dem 3. Schultag. Also nicht in diesem Schuljahr, sondern dem 3. Schultag seines Lebens. Da bekam er seine 5 mit grosser Freude und Motivation ausgefüllten Arbeitsblätter abgenommen, mit dem Hinweis, er sollte nicht alle machen, sondern nur das erste Blatt. Das musste er dann noch mal machen.
Ehrlich, ich sehe keine Hoffnung für dieses Schulsystem.
Was z.B. schiefläuft: Als Lehrerin habe ich über Neurodivergenz noch nie etwas gehört - weder in der Ausbildung, noch in einer verpflichtenden Fortbildung.
Alles, was ich darüber weiß, habe ich mir privat und freiwillig angeeignet.
Ich verstehe es einfach nicht!
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@goodthinkhunting Wow, super!! Vielen lieben Dank!
@stuff Sehr gerne.
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@stuff Hier in Kapitel 3 habe ich mal zusammengefasst, wie gutes Lernen aussieht. Diese Bedingungen (nicht über- oder unterfordert, usw.) müssen auch für Grundschulkinder gegeben sein. In dem Diktat war das Kind klar überfordert, solche Situationen dürfte es gar nicht geben. Nicht alle Kinder schaffen die gleiche Anzahl an Lernwörtern. Ignoriert Schule das (und das tut sie), wird die Hälfte der Kinder nach der 4. ohne Basiskompetenzen im Schreiben abgeschult. https://cloud.medienzentrum.rocks/s/G8e5fsDReryDpK5
@goodthinkhunting Nochmals danke! Ich freu mich aufs Lesen!
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Was z.B. schiefläuft: Als Lehrerin habe ich über Neurodivergenz noch nie etwas gehört - weder in der Ausbildung, noch in einer verpflichtenden Fortbildung.
Alles, was ich darüber weiß, habe ich mir privat und freiwillig angeeignet.
Ich verstehe es einfach nicht!
@MissVerstaendlich Das treibt mich gerade am meisten um. Wir (also meine Tochter, weil ich nicht in die Schule kommen darf) reden seit 3 Jahren mit der Lehrkraft wie gegen eine Wand. Änderung der Perspektive, Bedeutung von Neurodivergenz, usw. Es fruchtet nicht oder nur langsam. Vor einem halben Jahr hat das Kind ihr noch mal "eine Chance" gegeben und total fleißig übers Wochenende einen ganzen Stapel Arbeitsblätter bearbeitet. Freiwillig, weil er ihr zeigen wollte, dass er "sich bemüht". Ergebnis "Du sollst doch nicht vorarbeiten."
Seit diesem Tag begrüße ich die GHRF‑LiVs hier im Einführungssemester mit "Wenn ich einen von euch dabei erwische, dass ihr Kindern gegenüber irgendwas von "vorarbeiten" zum Besten gebt..."
Sie schauen mich dann mit großen Augen an, weil sie sich 5 Tage nach ihrer Vereidigung nicht vorstellen können, dass KuK so etwas sagen.
Wir reden dann darüber und bekommen so auch einen guten Bogen zum Thema "fachübergreifendes Lernen" und "Maker Education". -
@stuff @nik @makeratschool Ja. Die Lehrkraft ist „traurig“ über das Ergebnis. In diesem Fall noch mit einem „Leider!“ garniert. Es ist dabei unerheblich, ob die negative Emotion als Smiley direkt (selbstgemalt) oder indirekt (Stempel abstrakt) dem Kind mitgegeben wird. Pädagogisch wertvoll wäre sich auf das zu konzentrieren, was das Kind schon kann und wo es noch Raum für Wachstum gibt.
1/x@goodthinkhunting
Das Ausrufezeichen bringt mich regelmäßig auf die Palme.

@stuff @nik -
@makeratschool Logisch erscheint mir das ja nicht.
Anderseits, eines doppelt machen, von den anderen Vier verschont bleiben hat doch auch was.@RostundRad Das wäre zu billig gewesen. Natürlich musste er die anderen 4 dann auch noch machen. Nur eben an anderen Tag, nach Vorgaben der Lehrkraft
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@makeratschool ja Schule ist Scheiße wenn das Kind nicht 0-8-15 Norm ist. Dazu kommt Rassismus und Klassismus mindestens.
Verloren ist es, wenn die Erziehungspersonen sich nicht für es einsetzen.@Wando Ich möchte gerne am Ende noch ein "können." anfügen. Denn oft ist der Wille ja da, aber das System hat über Jahrzehnte gelernt, sich zu verteidigen, und oft genug steht der Gedanke im Raum: „Nur nix sagen, sonst leidet mein Kind darunter". Was es dann auch oft genug tut.