Was konkret kann nicht mit Open-Souce gemacht werden?
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@Aubrieta @RebeccaLenhard Und der muss dann wieder "technologieneutral" formuliert werden, weil sonst die Closed-Source-Anbieter die Ausschreibung juristisch angreifen und damit alles verzögern oder Schadenersatzklagen gegen den Ausschreibenden möglich machen.
Und dann muss das billigste statt das passendste Angebot gewählt werden, sonst kommt die nächste Klage.
Und natürlich sind die Closed-Source-Anbieter bei der initialen Ausschreibung billiger.
Die können sich leisten, mit Verlust reinzugehen, weil sie wissen, sobald der vendor-lock-in greift, können sie die Daumenschrauben fast beliebig anziehen.Hi @farbenstau,
nein, Open-Source ist keine Technologie, sondern eine Art der Veröffentlichung.
Es darf halt keine geheimer Scheiß drin sein. Mit Technik hat das nichts zu tun, sondern Geschäftsmodellen (und Abhängigkeiten). -
Hi @farbenstau,
nein, Open-Source ist keine Technologie, sondern eine Art der Veröffentlichung.
Es darf halt keine geheimer Scheiß drin sein. Mit Technik hat das nichts zu tun, sondern Geschäftsmodellen (und Abhängigkeiten).@mro Sehen die Juristen anders … (ob's stimmt oder nicht)
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@mro Sehen die Juristen anders … (ob's stimmt oder nicht)
Hi @farbenstau,
wo so? -
Was konkret kann nicht mit Open-Souce gemacht werden? 🤨
Diese Frage habe ich Dorothee Bär im Digitalausschuss gestellt.
Auf den ersten Blick erscheint es einfacher, bestehende Verträge zu verlängern und damit weiter in gewohnten Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Unternehmen zu bleiben.Genau das macht die Bundesregierung fleißig, im letzten Jahr hat sie 481,4 Mio Euro allein für Microsoft Lizenzen ausgegeben 🤯
(…)@RebeccaLenhard "Das geht nicht mit Open Source" heißt auf Deutsch: "Wir haben zuviel Schatten-IT, zu viele Fachanwendungen sind als nicht professionell entwickelte, ungetestete Excel-Sheets mit undokumentierten Macros umgesetzt".
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Hi @farbenstau,
wo so?@mro Frag' doch mal Leute, die Ausschreibungen machen, warum sie nicht gezielt Opensource fordern. Die Antwort wird in >90% der Fälle "Unsere Rechtsabteilung/Anwaltskanzlei hat uns gewarnt, dass …" lauten.
Ausschreibungen juristisch sauber zu formulieren, ist mittlerweile so ein Minenfeld, dass sich selbst Landesbehörden dazu lieber externes Know-How von darauf spezialisierten Anwaltskanzleien einkaufen, statt jahrelangen Rechtsstreit und Verzögerungen in der Beauftragung zu riskieren. Es ist echt ein Trauerspiel. -
@mro Frag' doch mal Leute, die Ausschreibungen machen, warum sie nicht gezielt Opensource fordern. Die Antwort wird in >90% der Fälle "Unsere Rechtsabteilung/Anwaltskanzlei hat uns gewarnt, dass …" lauten.
Ausschreibungen juristisch sauber zu formulieren, ist mittlerweile so ein Minenfeld, dass sich selbst Landesbehörden dazu lieber externes Know-How von darauf spezialisierten Anwaltskanzleien einkaufen, statt jahrelangen Rechtsstreit und Verzögerungen in der Beauftragung zu riskieren. Es ist echt ein Trauerspiel.Hi @farbenstau
hab grad niemand davon zum Fragen da, drum Dich.
Danke für die Klarstellung, daß es juristische Dinge sind und keine technologischen. -
Hi @farbenstau
hab grad niemand davon zum Fragen da, drum Dich.
Danke für die Klarstellung, daß es juristische Dinge sind und keine technologischen.@mro Ich halte auch seit über 10 Jahren regelmäßig Vorträge im Bereich Open Source. Fast niemand will mit Namen als Referenznutzer genannt werden. So, als sei Open Source etwas Schmutziges. Mich beschleicht so langsam der Verdacht, dass es aus der gleichen Denke kommt: "Wenn ich mich da öffentlich als Open-Source-Nutzer präsentiere, werden meine Vergaben juristisch angreifbar, selbst wenn die Ausschreibung neutral formuliert war". Denn natürlich besuchen auch die Closed-Source-Vertriebler solche Events bzw. googeln danach.
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Hi @farbenstau
hab grad niemand davon zum Fragen da, drum Dich.
Danke für die Klarstellung, daß es juristische Dinge sind und keine technologischen.@mro @farbenstau rein aus Interesse, was sind da so typische Fallstricke?

Würde mal ganz naiv erwarten, daß es zu jeder Ausschreibung ein sauber definiertes Lastenheft gibt, das aus Anforderungen besteht, die behördenintern klar festgelegt und abgestimmt wurden.
Auf so einer Basis sollte es eigentlich nichts zu klagen geben (?).
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Software, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wird und innerhalb einer Behörde angepasst wird, kann auch von einer anderen Behörden weiterverwendet werden.
Deshalb: Open-Source-Software muss im gesamten öffentlichen Sektor Deutschlands zum Standard werden.
️
Es braucht eine ernst gemeinte Strategie: weg von kurzfristiger Bequemlichkeit, hin zu resilienten, offenen und europäischen digitalen Strukturen.
@RebeccaLenhard eigentlich müsste man konsequenterweise noch weiter gehen und auf Freie-Software-Lizenzen wie die EUPL setzen, nicht „nur“ auf Open Source. Letzteres wurde explizit gegründet, um solche Projekte wieder privatisieren zu können. Erstere sichern solche öffentlich finanzierten Projekte langfristig als Gemeingut.
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@RebeccaLenhard
Wenn ich 100.000€ pro Jahr pro gutem Entwickler rechne (inkl Arbeitgeber-Nebenkosten), dann könnte man alleine von den Bundes-Lizenzkosten rund 5.000 Entwickler einstellen, die exklusiv Bundes-Verwaltungssoftware bauen bzw anpassen.Das haben wir tatsächlich seit Jahrzehnten erfolgreich so gemacht. Nun haben wir aber einen neuen Oberboss, der alles auseinanderreißt, unsere bisherigen maßgeschneiderten Entwicklungen völlig ignoriert und alles durch "irgendwas mit KI und Cloud" ersetzen will. Zu einem Vielfachen an Kosten und einem Bruchteil an Qualität. Vom erforderlichen Aufwand für die Einführung, Parametrisierung und Integration von gekaufter Software ganz zu schweigen.
Ich kann mich dem glücklicherweise entziehen, in dem ich vier Jahre verfrüht in Rente gehe. Es ist zum heulen. Das kostet mich an Abzügen zwei Jahresgehälter, wenn ich noch 20 Jahre lebe. Es geht aber nicht anders. -
@Aubrieta @RebeccaLenhard Und der muss dann wieder "technologieneutral" formuliert werden, weil sonst die Closed-Source-Anbieter die Ausschreibung juristisch angreifen und damit alles verzögern oder Schadenersatzklagen gegen den Ausschreibenden möglich machen.
Und dann muss das billigste statt das passendste Angebot gewählt werden, sonst kommt die nächste Klage.
Und natürlich sind die Closed-Source-Anbieter bei der initialen Ausschreibung billiger.
Die können sich leisten, mit Verlust reinzugehen, weil sie wissen, sobald der vendor-lock-in greift, können sie die Daumenschrauben fast beliebig anziehen.@farbenstau
Das mit dem billigsten Anbieter ist mMn ein verbreiteter Mythos, den die Vergabeordnung so gar nicht erzwingt.Es wird aber oft so ausgelegt bzw. danach verfahren, weil es Usus ist und die Leute sich im Vorfeld weniger Gedanken zu ihrer Entscheidungsmatrix machen müssen.
Weitere Gründe können auch Unkenntnis der ausgeschriebenen Materie sein - da vertraue ich drauf, dass der Dienstleister, der mir die Ausschreibung zusammengeklöppelt hat, schon an alles gedacht hat. Und wenn dem so ist, dann wäre es ja valide, den günstigsten Anbieter zu nehmen. -
Was konkret kann nicht mit Open-Souce gemacht werden? 🤨
Diese Frage habe ich Dorothee Bär im Digitalausschuss gestellt.
Auf den ersten Blick erscheint es einfacher, bestehende Verträge zu verlängern und damit weiter in gewohnten Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Unternehmen zu bleiben.Genau das macht die Bundesregierung fleißig, im letzten Jahr hat sie 481,4 Mio Euro allein für Microsoft Lizenzen ausgegeben 🤯
(…)da muss man beim @zendis fragen , was D.Bär mit "zu_Langfristig" meint .
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@farbenstau
Das mit dem billigsten Anbieter ist mMn ein verbreiteter Mythos, den die Vergabeordnung so gar nicht erzwingt.Es wird aber oft so ausgelegt bzw. danach verfahren, weil es Usus ist und die Leute sich im Vorfeld weniger Gedanken zu ihrer Entscheidungsmatrix machen müssen.
Weitere Gründe können auch Unkenntnis der ausgeschriebenen Materie sein - da vertraue ich drauf, dass der Dienstleister, der mir die Ausschreibung zusammengeklöppelt hat, schon an alles gedacht hat. Und wenn dem so ist, dann wäre es ja valide, den günstigsten Anbieter zu nehmen.@Aubrieta @RebeccaLenhard Den Unterschied zwischen "günstig" und "billig" überhaupt zu erkennen, ist in Zeiten der auch privat gelebten "Geiz ist geil"-Mentalität leider eine selten gewordene Kunst. Gier frisst Hirn.
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@Aubrieta @RebeccaLenhard Den Unterschied zwischen "günstig" und "billig" überhaupt zu erkennen, ist in Zeiten der auch privat gelebten "Geiz ist geil"-Mentalität leider eine selten gewordene Kunst. Gier frisst Hirn.
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@RebeccaLenhard
Daß Doro Bär nicht im Detail sagen kann, was angeblich nicht geht, ist irgendwie verständlich. Selbst wenn sie Ahnung vom Thema hätte, wäre das arg viel verlangt.
Aber die Antwort ist halt einfach so ein diffuses "Die Leute haben keine Lust, sich umzugewöhnen". Und zwischen "kann nicht" und "mag nicht" ist halt ein himmelweiter Unterschied. Das sollte selbst sie kapieren.@Sascha_Raubal @RebeccaLenhard
Die Södersche Nichterwartungshaltung:
„Keine Frage: Wir erwarten uns nicht viel von dir, aber viel Geld nach Bayern, liebe Doro. Das wäre schön“
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Was konkret kann nicht mit Open-Souce gemacht werden? 🤨
Diese Frage habe ich Dorothee Bär im Digitalausschuss gestellt.
Auf den ersten Blick erscheint es einfacher, bestehende Verträge zu verlängern und damit weiter in gewohnten Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Unternehmen zu bleiben.Genau das macht die Bundesregierung fleißig, im letzten Jahr hat sie 481,4 Mio Euro allein für Microsoft Lizenzen ausgegeben 🤯
(…)@RebeccaLenhard Es ist spürbar, dass Frau Bär ahnungslos ist.
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Software, die mit öffentlichen Mitteln finanziert wird und innerhalb einer Behörde angepasst wird, kann auch von einer anderen Behörden weiterverwendet werden.
Deshalb: Open-Source-Software muss im gesamten öffentlichen Sektor Deutschlands zum Standard werden.
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Es braucht eine ernst gemeinte Strategie: weg von kurzfristiger Bequemlichkeit, hin zu resilienten, offenen und europäischen digitalen Strukturen.
@RebeccaLenhard
Unterstützt https://publiccode.eu/de/ ! -
Was konkret kann nicht mit Open-Souce gemacht werden? 🤨
Diese Frage habe ich Dorothee Bär im Digitalausschuss gestellt.
Auf den ersten Blick erscheint es einfacher, bestehende Verträge zu verlängern und damit weiter in gewohnten Abhängigkeiten von außereuropäischen Tech-Unternehmen zu bleiben.Genau das macht die Bundesregierung fleißig, im letzten Jahr hat sie 481,4 Mio Euro allein für Microsoft Lizenzen ausgegeben 🤯
(…)@RebeccaLenhard Als jemand, der Open Source und proprietäre Software privat wie beruflich nutzt, sehe ich die Herausforderung nicht im technischen Können, sondern in Workflow, Migration und Support maßgeschneiderter Open-Source-Lösungen. Diese bieten bei Release oft nur einen Bruchteil der Funktionalität ihrer proprietären Pendants. Besonders frustrierend ist, dass sich Nutzer:innen wie unfreiwillige Beta-Tester fühlen – gezwungen, mit unausgereifter Software zu arbeiten. 1/2
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@RebeccaLenhard Als jemand, der Open Source und proprietäre Software privat wie beruflich nutzt, sehe ich die Herausforderung nicht im technischen Können, sondern in Workflow, Migration und Support maßgeschneiderter Open-Source-Lösungen. Diese bieten bei Release oft nur einen Bruchteil der Funktionalität ihrer proprietären Pendants. Besonders frustrierend ist, dass sich Nutzer:innen wie unfreiwillige Beta-Tester fühlen – gezwungen, mit unausgereifter Software zu arbeiten. 1/2
@RebeccaLenhard Versteht mich nicht falsch: Ich befürworte den Umstieg auf Open Source. Doch die Migration ist komplexer, als viele annehmen. Es geht nicht darum, einfach LibreOffice statt MS Office einzusetzen. Es geht um etablierte Workflows, spezifische Funktionalitäten und maßgeschneiderte Anwendungen, die von Dienstleistern als Open Source nachgebaut werden müssen. Dabei fehlen Funktionen, die nachträglich entwickelt werden müssen, und jede dieser Funktionen kostet Geld. 2/x
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@mro Sehen die Juristen anders … (ob's stimmt oder nicht)
@mro @farbenstau In Schleswig-Holstein hat es doch auch funktioniert. Ich sehe das Problem nicht, denn im Kern geht es nur um eine lizenzrechtliche Frage: Public Money, Public Code!