Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat sich genötigt gesehen, mein LinkedIn-Posting zu kommentieren.
-
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat sich genötigt gesehen, mein LinkedIn-Posting zu kommentieren. Für alle, die mit dem deutschen Gesundheitssystem nicht täglich zu tun haben: Das ist, als würde das Bundesverfassungsgericht unter einem Blogpost kommentieren.
Kurz: Ich habe recherchiert, wer in Deutschland darüber entscheidet, ob Millionen Raucher*innen ins CT-Screening geschickt werden. 🧵 -
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat sich genötigt gesehen, mein LinkedIn-Posting zu kommentieren. Für alle, die mit dem deutschen Gesundheitssystem nicht täglich zu tun haben: Das ist, als würde das Bundesverfassungsgericht unter einem Blogpost kommentieren.
Kurz: Ich habe recherchiert, wer in Deutschland darüber entscheidet, ob Millionen Raucher*innen ins CT-Screening geschickt werden. 🧵Der G-BA hat 13 stimmberechtigte Mitglieder. Sie entscheiden über die Gesundheitsversorgung von 74 Mio. GKV-Versicherten.
Patient*innen? Dürfen beraten, aber nicht abstimmen.
Mein Fund: Eine stimmberechtigte Vertreterin war bis 2020 bei Philips angestellt – einem CT-Hersteller. Eine „unparteiische" Kollegin wurde von der Seite vorgeschlagen, die sie zuvor als Bundestagsabgeordnete reguliert hat. -
Der G-BA hat 13 stimmberechtigte Mitglieder. Sie entscheiden über die Gesundheitsversorgung von 74 Mio. GKV-Versicherten.
Patient*innen? Dürfen beraten, aber nicht abstimmen.
Mein Fund: Eine stimmberechtigte Vertreterin war bis 2020 bei Philips angestellt – einem CT-Hersteller. Eine „unparteiische" Kollegin wurde von der Seite vorgeschlagen, die sie zuvor als Bundestagsabgeordnete reguliert hat.Die Pointe: Die Offenlegungserklärungen der 13 Entscheider*innen sind nicht öffentlich. Der G-BA bestätigt das in seiner Antwort sogar selbst – Einsicht nur für Sitzungsteilnehmende und Justiziare.
Siemens Healthineers gibt 1,3 Mio. €/Jahr für Lobbying aus und führt das Lungenkrebsscreening als Regelungsvorhaben im Lobbyregister. Aber: Das Register erfasst nur Bundestag/Bundesregierung. Kontakte zum G-BA? Dokumentationsfreier Raum. -
Die Pointe: Die Offenlegungserklärungen der 13 Entscheider*innen sind nicht öffentlich. Der G-BA bestätigt das in seiner Antwort sogar selbst – Einsicht nur für Sitzungsteilnehmende und Justiziare.
Siemens Healthineers gibt 1,3 Mio. €/Jahr für Lobbying aus und führt das Lungenkrebsscreening als Regelungsvorhaben im Lobbyregister. Aber: Das Register erfasst nur Bundestag/Bundesregierung. Kontakte zum G-BA? Dokumentationsfreier Raum.Die Antwort des G-BA auf LinkedIn war ein Lehrstück in institutioneller Kommunikation: Drei Punkte aufgreifen, bei jedem formal Recht haben, am eigentlichen Argument vorbeireden.
„Die Teilnahme ist freiwillig" – stimmt, war nicht meine Frage.
„Frau Maag hat keine Nebentätigkeiten mehr" – stimmt, verschleiert die Drehtür.
„Sitzungen sind öffentlich" – stimmt, die Interessenlagen der Abstimmenden aber nicht. -
Die Antwort des G-BA auf LinkedIn war ein Lehrstück in institutioneller Kommunikation: Drei Punkte aufgreifen, bei jedem formal Recht haben, am eigentlichen Argument vorbeireden.
„Die Teilnahme ist freiwillig" – stimmt, war nicht meine Frage.
„Frau Maag hat keine Nebentätigkeiten mehr" – stimmt, verschleiert die Drehtür.
„Sitzungen sind öffentlich" – stimmt, die Interessenlagen der Abstimmenden aber nicht.@radiologe Ah, eine Bronston literal truth defense.
-
@radiologe Ah, eine Bronston literal truth defense.
@tessarakt ah spannend
-
R relay@relay.infosec.exchange shared this topic