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  3. Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist.

Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist.

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    #1

    Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

    Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

    Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

    Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

    Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

    Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

    Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

    Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

    Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

    Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

    Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

    insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

    Der Text:

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    Grossen Dank für Inspiration an Leser R.F.

    Und an inhaltliches Peer Review @marcel!

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      Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

      Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

      Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

      Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

      Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

      Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

      Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

      Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

      Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

      Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

      Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

      insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

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      #2

      @adfichter
      @marcel

      eigentlich braucht mensch 3 handys (oder keins, je nach lifestyle).

      Ein Handy für den BigTechAppSlop.

      Ein Handy für die privaten Sachen.

      Und ein Dumbphone für Weglauf-Situationen, dessen Nummer nur die engsten Vertrauten haben.

      marcel@waldvogel.familyM 1 Reply Last reply
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      • flaubau@gay-pirate-assassins.deF flaubau@gay-pirate-assassins.de

        @adfichter
        @marcel

        eigentlich braucht mensch 3 handys (oder keins, je nach lifestyle).

        Ein Handy für den BigTechAppSlop.

        Ein Handy für die privaten Sachen.

        Und ein Dumbphone für Weglauf-Situationen, dessen Nummer nur die engsten Vertrauten haben.

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        #3

        @flaubau @adfichter
        Dummerweise will ich auch privat auf gewisse Dinge zugreifen, die hinter einer Captcha-Wall stehen (da ist ja Google auch gerade aktiv, mehr dazu morgen bei https://dnip.ch). Oder eben Adrienne will privat an ein Konzert. Das wird immer schwieriger zu trennen.

        adfichter@infosec.exchangeA 1 Reply Last reply
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          @flaubau @adfichter
          Dummerweise will ich auch privat auf gewisse Dinge zugreifen, die hinter einer Captcha-Wall stehen (da ist ja Google auch gerade aktiv, mehr dazu morgen bei https://dnip.ch). Oder eben Adrienne will privat an ein Konzert. Das wird immer schwieriger zu trennen.

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          #4

          @marcel Mit der Konzertsituation könnte ich ja noch leben... Aber wenn jetzt die digitale Infra des Staates auf dem Duopol-Zwang aufbaut, haben wir beide und viele mehr noch ein viel grösseres Problem. @flaubau

          flaubau@gay-pirate-assassins.deF 1 Reply Last reply
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          • adfichter@infosec.exchangeA adfichter@infosec.exchange

            Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

            Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

            Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

            Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

            Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

            Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

            Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

            Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

            Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

            Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

            Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

            insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

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            #5

            @adfichter @marcel Der nächste asshole-google-move folgt schon: https://www.heise.de/news/Googles-neues-reCAPTCHA-Moegliche-Huerde-fuer-Google-freie-Android-Varianten-11288423.html

            marcel@waldvogel.familyM 1 Reply Last reply
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              Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

              Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

              Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

              Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

              Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

              Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

              Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

              Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

              Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

              Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

              Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

              insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

              Der Text:

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              #6

              @marcel Nach Redaktionsschluss kam noch das rein:

              Für Nutzer Google-freier Android-Versionen könnten reCAPTCHAs künftig zum Problem werden. Betreiber Google stellt das System um: Zum Schutz gegen KI-Bots sollen in bestimmten Fällen QR-Codes die Bilderrätsel ersetzen, vor denen Internetnutzer bislang häufig stehen, wenn sie sich auf einer Website als Menschen verifizieren sollen. Unter Android erfordern die neuen QR-Code-reCAPTCHAs Google-Play-Dienste – die gibt es regulär nur in der von Google bereitgestellten, offiziellen Android-Version.

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              Neues reCAPTCHA erschwert Google-freie Android-Nutzung

              Googles neues reCAPTCHA-System erfordert bei Android-Systemen Play-Dienste. Das könnte für google-freie Varianten zum Problem werden.

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                Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

                Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

                Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

                Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

                Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

                Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

                Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

                Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

                Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

                Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

                Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

                insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

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                #7

                @adfichter @marcel seit einem Monat läuft die UBS app auch nicht mehr auf GrapheneOS. Ich weiss nicht, was ich dagegen tun kann

                gsc@mathstodon.xyzG adfichter@infosec.exchangeA mveron@tooting.chM 3 Replies Last reply
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                  @marcel Nach Redaktionsschluss kam noch das rein:

                  Für Nutzer Google-freier Android-Versionen könnten reCAPTCHAs künftig zum Problem werden. Betreiber Google stellt das System um: Zum Schutz gegen KI-Bots sollen in bestimmten Fällen QR-Codes die Bilderrätsel ersetzen, vor denen Internetnutzer bislang häufig stehen, wenn sie sich auf einer Website als Menschen verifizieren sollen. Unter Android erfordern die neuen QR-Code-reCAPTCHAs Google-Play-Dienste – die gibt es regulär nur in der von Google bereitgestellten, offiziellen Android-Version.

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                  Neues reCAPTCHA erschwert Google-freie Android-Nutzung

                  Googles neues reCAPTCHA-System erfordert bei Android-Systemen Play-Dienste. Das könnte für google-freie Varianten zum Problem werden.

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                  @adfichter @marcel
                  Dass das ein Problem für Nutzer*innen mit Google-freien Androids ist, ist ja auch nur ein kleiner Teil des Problems.
                  Aber auch Leute, die gar kein Smartphone besitzen sondern ihre Angelegenheiten am PC erledigen, und die gibt es durchaus, werden wieder mal noch stärker ausgeschlossen.

                  Viele Anbieter haben ja bereits einen App-Zwang und keinen richtigen Web-Zugang mehr, von Krankenkasse bis Fitnessstudio, und das setzt jetzt wieder eins oben drauf.

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                    @marcel Nach Redaktionsschluss kam noch das rein:

                    Für Nutzer Google-freier Android-Versionen könnten reCAPTCHAs künftig zum Problem werden. Betreiber Google stellt das System um: Zum Schutz gegen KI-Bots sollen in bestimmten Fällen QR-Codes die Bilderrätsel ersetzen, vor denen Internetnutzer bislang häufig stehen, wenn sie sich auf einer Website als Menschen verifizieren sollen. Unter Android erfordern die neuen QR-Code-reCAPTCHAs Google-Play-Dienste – die gibt es regulär nur in der von Google bereitgestellten, offiziellen Android-Version.

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                    #9

                    @adfichter @marcel Einfach Google komplett nicht nutzen.Weiss, schwer für viele, aber man gewöhnt sich.

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                      @marcel Mit der Konzertsituation könnte ich ja noch leben... Aber wenn jetzt die digitale Infra des Staates auf dem Duopol-Zwang aufbaut, haben wir beide und viele mehr noch ein viel grösseres Problem. @flaubau

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                      #10

                      @adfichter
                      @marcel

                      vielleicht liegt da die schweizer schmerzgrenze deutlich niedriger als in deutschland.

                      die idee, dass die eigene intimsphäre innerhalb der großen strukturen noch irgendwie geschützt werden könnte, ist hier bei uns jedenfalls lange passé. wenn ich mich mit menschen treffen will, musik und kunst erleben will, die den staat und die konzerne nichts angehen, lasse ich mein bigtechhandy grundsätzlich zu hause. und wenn eine veranstaltung mein bigtechhandy benötigt, gehe ich entweder nicht hin oder lasse meine intimsphäre zu hause.

                      dass staat und konzerne nicht mehr zu trennen sind, war lange ein offenes geheimnis. und seit The Racket von Matt Kennard gibt es darüber keine illusionen mehr. es gibt nur grade der ehrlichkeit.

                      bei uns missbraucht die polizei in drei bundesländern palantir, obwohl das verfassungsgericht es in dieser form untersagt hat. dass das in wirklichkeit niemanden wichtiges interessiert, trauen sie sich jetzt offen zuzugeben. das verfassungsgericht hat auch die anpassungen der deutschen klimagesetze für verfassungswidrig erklärt. das hat bisher nichts bewirkt. und wenn eines tages beschlossen wird, die verbotswürdigkeit unserer nazipartei zu prüfen, wird das ergebnis voraussichtlich genauso wenig bewirken.

                      die illusion der rechtsstaaten wird langsam in salamitaktik aufgelöst.

                      menschen halten weiterhin sentimental an alten glaubenssystemen fest, können ihren wohlstand nicht loslassen und der wahrheit noch nicht ins auge sehen. das gute gewissen, die beruhigende propaganda und die vollen supermarktregale sind einfach zu verlockend.

                      aber wir haben dieses spiel verloren und können nicht mehr aufholen. glyphosat ist weiterhin auf unseren feldern. und im waldboden sind keine käfer mehr. die bäume sind still. jeder, der mal das halbe monopoly-spielbrett besessen hat, weiß, dass die anderen keine chance mehr haben.

                      da hilft nur den gewinner krönen, das spielbrett wegräumen und etwas neues spielen. etwas ohne geld, vielleicht ohne handys und auf jeden fall ohne bürokratie.





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                      • J julianfairfax@fosstodon.org

                        @adfichter @marcel seit einem Monat läuft die UBS app auch nicht mehr auf GrapheneOS. Ich weiss nicht, was ich dagegen tun kann

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                        #11

                        @julianfairfax @adfichter @marcel
                        Schau dir in den App Einstellungen die verschiedenen Schalter (memory hardening, jit compiler...) an.
                        Erstmal alles ausmachen und wenn das geht, schrittweise wieder einschalten. Ist keine Garantie, hat für mich aber schon öfter geklappt.

                        J 1 Reply Last reply
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                        • geist@troet.cafeG geist@troet.cafe

                          @adfichter @marcel Einfach Google komplett nicht nutzen.Weiss, schwer für viele, aber man gewöhnt sich.

                          marcel@waldvogel.familyM This user is from outside of this forum
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                          #12

                          @geist @adfichter
                          Google direkt nutze ich sehr selten. Aber indirekt nutzt man Google dauernd. Und mit den Google-QR-Captchas wird sich eine de-facto-Google-Konto-Pflicht an so vielen Stellen einschleichen.

                          miro@soc.crw.liM 1 Reply Last reply
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                          • J julianfairfax@fosstodon.org

                            @adfichter @marcel seit einem Monat läuft die UBS app auch nicht mehr auf GrapheneOS. Ich weiss nicht, was ich dagegen tun kann

                            adfichter@infosec.exchangeA This user is from outside of this forum
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                            #13

                            @julianfairfax ja UBS findet, dein Phone ist unsicher. Hab schon protestiert. @marcel

                            1 Reply Last reply
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                            • datacyclist@swiss.socialD datacyclist@swiss.social

                              @adfichter @marcel Der nächste asshole-google-move folgt schon: https://www.heise.de/news/Googles-neues-reCAPTCHA-Moegliche-Huerde-fuer-Google-freie-Android-Varianten-11288423.html

                              marcel@waldvogel.familyM This user is from outside of this forum
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                              #14

                              @datacyclist @adfichter
                              Ja, habe ich gestern schon was fürs morgige DNIP-Briefing geschrieben …
                              https://dnip.ch

                              1 Reply Last reply
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                              • gsc@mathstodon.xyzG gsc@mathstodon.xyz

                                @julianfairfax @adfichter @marcel
                                Schau dir in den App Einstellungen die verschiedenen Schalter (memory hardening, jit compiler...) an.
                                Erstmal alles ausmachen und wenn das geht, schrittweise wieder einschalten. Ist keine Garantie, hat für mich aber schon öfter geklappt.

                                J This user is from outside of this forum
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                                julianfairfax@fosstodon.org
                                wrote last edited by
                                #15

                                @gsc @adfichter @marcel bei der UBS app reicht das nicht

                                gsc@mathstodon.xyzG 1 Reply Last reply
                                0
                                • marcel@waldvogel.familyM marcel@waldvogel.family

                                  @geist @adfichter
                                  Google direkt nutze ich sehr selten. Aber indirekt nutzt man Google dauernd. Und mit den Google-QR-Captchas wird sich eine de-facto-Google-Konto-Pflicht an so vielen Stellen einschleichen.

                                  miro@soc.crw.liM This user is from outside of this forum
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                                  #16

                                  @marcel @geist @adfichter mir fehlen ehrlich gesagt die Worte, aber ich werde mich weigern. Mit meinem e/OS Smartphone wird das auch nicht schwer

                                  marcel@waldvogel.familyM 1 Reply Last reply
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                                  • adfichter@infosec.exchangeA adfichter@infosec.exchange

                                    Seit einigen Jahren habe ich ein Pixel-Smartphone, auf dem GrapheneOS installiert ist. Das ist ein datenschutz­orientiertes und alternatives Android-Betriebs­system, das ohne vor­installierte Google-Dienste auskommt.

                                    Eingerichtet habe ich das aus mehreren Gründen: um dem Duopol Apple und Google zu entgehen. Und vor allem: damit es schwierig wird, mir einen «Staats­trojaner» unterzujubeln.

                                    Damit ist Spionage­software gemeint, die die Sicherheits­lücken von Betriebs­systemen wie jenen von Google oder Apple ausnutzt und selbst Nachrichten mitlesen kann, die Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Zwar ist auch GrapheneOS nicht zu 100 Prozent immun gegen solche Angriffe – aber wegen des mehrstufigen robusten Sicherheits­prozesses ist bislang kein erfolgreicher Spyware-Angriff bekannt.

                                    Kurz gesagt: GrapheneOS erfüllt viele «Best Practices» im IT-Sicherheits­bereich.

                                    Insgesamt lief das bisher für eine privacy­bewusste Nutzerin wie mich ohne spezifischen IT-Hinter­grund ganz gut. Denn die wichtigsten Apps erhalte ich ohnehin aus dem Google Play Store, der in einer isolierten Umgebung (im Jargon: Sandbox) läuft. Und trotzdem ist das darunter­liegende Betriebssystem weder datengierig, noch gehört es zu einem unsympathischen IT-Konzern aus den USA.

                                    Ich habe somit das Beste aus zwei Welten auf einem Smartphone vereint.

                                    Und: Da ich als Journalistin von den Schweizer Über­wachungs­gesetzen nicht ausgenommen bin, kann ich mit GrapheneOS zumindest selber das höchstmögliche technische Mass an Quellen­schutz bieten. Das sorgt auch nach aussen für Vertrauen bei potenziellen Informanten.

                                    Doch im Verlauf des letzten Jahres habe ich schon erste Komfort­einbussen zu spüren bekommen. So hat etwa die für das Kulturleben wichtige Ticket­corner-App – respektive die Firma dahinter – entschieden, dass ihre App alternativen Betriebs­systemen nicht zur Verfügung steht. Ich war deshalb letztes Jahr auf mein zweites Handy angewiesen, um etwa die Shows rund um den Eurovision Song Contest in der Schweiz besuchen zu können.

                                    Auf Anfrage wird der Entscheid so begründet: Man müsse sicherstellen, «Nutzer von Bots zu unterscheiden und somit Missbrauch effektiv zu verhindern». Dieselbe faden­scheinige Begründung lieferte die Post zu ihrer (mittlerweile eingestellten) Swiss-ID-App.

                                    Und seit diesem Jahr haben sich die Banken-Apps dazugesellt.

                                    Warum mich und viele, viele datenschutzbewusste User das verärgert. Und warum diese Schikane von Google sowie auch die neuesten Identitätsprüfung von App-Entwickler:innen ein klarer Fall von Machtmissbrauch ist...

                                    insgesamt gab es nämlich 150 Beschwerden bei der Schweizer Wettbewerbskommission.

                                    Der Text:

                                    Just a moment...

                                    favicon

                                    (www.republik.ch)

                                    Grossen Dank für Inspiration an Leser R.F.

                                    Und an inhaltliches Peer Review @marcel!

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                                    #17

                                    @adfichter
                                    @marcel
                                    Ist das dann nicht eigentlich ein Fall für's Kartellamt und/oder DSGVO?

                                    adfichter@infosec.exchangeA 1 Reply Last reply
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                                    • vampirdaddy@chaos.socialV vampirdaddy@chaos.social

                                      @adfichter
                                      @marcel
                                      Ist das dann nicht eigentlich ein Fall für's Kartellamt und/oder DSGVO?

                                      adfichter@infosec.exchangeA This user is from outside of this forum
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                                      #18

                                      @vampirdaddy Text lesen;) @marcel

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                                      • miro@soc.crw.liM miro@soc.crw.li

                                        @marcel @geist @adfichter mir fehlen ehrlich gesagt die Worte, aber ich werde mich weigern. Mit meinem e/OS Smartphone wird das auch nicht schwer

                                        marcel@waldvogel.familyM This user is from outside of this forum
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                                        #19

                                        @miro @geist @adfichter
                                        Auch mit e/OS und GrapheneOS und und und wird es schwer, da Google direkt und indirekt dagegen vorgeht. Mit der Attestation API, mit dem CAPTCHA-QR-Google-Konto-Zwang, mit dem Entzug der Basis für OSS-Apps, …

                                        Das werden auch alternative Android-Varianten und ihre Nutzer:innen direkt zu spüren bekommen.

                                        geist@troet.cafeG 1 Reply Last reply
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                                        • marcel@waldvogel.familyM marcel@waldvogel.family

                                          @miro @geist @adfichter
                                          Auch mit e/OS und GrapheneOS und und und wird es schwer, da Google direkt und indirekt dagegen vorgeht. Mit der Attestation API, mit dem CAPTCHA-QR-Google-Konto-Zwang, mit dem Entzug der Basis für OSS-Apps, …

                                          Das werden auch alternative Android-Varianten und ihre Nutzer:innen direkt zu spüren bekommen.

                                          geist@troet.cafeG This user is from outside of this forum
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                                          #20

                                          @marcel @miro @adfichter Leider. Führt nichts an einem anderen OS ohne Google eigentlich vorbei. Warte schon lang auf was Vernünftiges in Linux

                                          marcel@waldvogel.familyM 1 Reply Last reply
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