Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf.
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Und ja: Auch in meinem Kopf arbeitet bis heute die Frage (oder eher die Gewissheit) weiter, was passiert wäre, wenn ich dort allein mit meiner Tochter zu Abend gegessen hätte und nicht mein großer, kräftiger Mann anwesend gewesen wäre, der mit Clint-Eastwood-Blick signalisieren kann, dass im Falle eines Falles mit ihm nicht gut Kirschenessen ist...
Dass es nicht beim Grunzen von Sauereien, immer näher an uns Ran-Drücken und Anglotzen geblieben wäre, steht vermutlich außer Frage.
Danke fürs Teilen. Beim Lesen kommen noch ganz andere Szenen.
An dem Text finde ich zusätzlich interessant, wie die anderen männlichen Familienmitglieder gefühlt haben. So werden alle Opfer solcher Typen. Und nicht nur die am Tresen, die bereits als Kind zu "Beiständern" (habe es mal zynisch, aber treffend eingedeutscht) wurden.Mir fehlen die Geschichten, wie Bystander einschreiten und zu Präservativen, das Dorf mobilisiert, lokale Initiativen aktiv werden...
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Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
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Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
@LeilahLilienruh
DAS kann ich nur so bestätigen.
Und das ist NUR EIN Abend im Leben einer Frau.
Ich bin jetzt fast 60.
Bevor ich IRGENDWO hin ging, habe ich mich genau informiert und mich ENTSPRECHEND abgezogen.
Also hochgeschlossen, weit und unsansehnlich.
Bevor ich mit Anfang 20 zum 2. Mal zur Reha fuhr, habe ich mir die Haare kurz schneiden lassen.
Die Sprüche, das Antatschen überall, in eine dunkle Ecke gedrängt werden, etc., etc., ...
Das war immer dabei.
Und für Männer normal.1/2 -
@LeilahLilienruh
DAS kann ich nur so bestätigen.
Und das ist NUR EIN Abend im Leben einer Frau.
Ich bin jetzt fast 60.
Bevor ich IRGENDWO hin ging, habe ich mich genau informiert und mich ENTSPRECHEND abgezogen.
Also hochgeschlossen, weit und unsansehnlich.
Bevor ich mit Anfang 20 zum 2. Mal zur Reha fuhr, habe ich mir die Haare kurz schneiden lassen.
Die Sprüche, das Antatschen überall, in eine dunkle Ecke gedrängt werden, etc., etc., ...
Das war immer dabei.
Und für Männer normal.1/2@LeilahLilienruh
Sogar für meinen Ex-Ehemann.
Ich lebe jetzt allein, mit meinen zwei Katzen.
Und alle wundern sich.
"Ich bin doch immer noch hübsch anzusehen"
"Du hast doch immer noch Chancen!"
Ich dachte sogar lange, mit mir stimmte etwas nicht, weil ich mich nicht geschmeichelt fühlte.
Wenn ich es zuließ, war ich die Schlampe, wenn nicht, die frigide Zicke.
Nein.
Nein.
NEIN.
Ich bin endlich frei.
Und sicher. 2/2 -
Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
@LeilahLilienruh danke für das Teilen
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@LeilahLilienruh@newsie.social ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll als Kerl
Ich habe selber Frau und zwei Töchter und möchte einfach, dass sie sowas nicht erleben müssen@crossgolf_rebel @LeilahLilienruh Müssen wir selber Frau und Töchter haben, um gegen solche schrecklichen Vorgänge zu sein? Ich hab ne Idee davon, wie du's meinst... aber das Gegen-so-ne-Kackscheiße-sein sollte der Standard sein, ganz unabhängig davon, ob wir persönlich mit [Frau|Tochter|Mutter|anderer weiblich gelesener Person] zusammen leben.
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@crossgolf_rebel @LeilahLilienruh Müssen wir selber Frau und Töchter haben, um gegen solche schrecklichen Vorgänge zu sein? Ich hab ne Idee davon, wie du's meinst... aber das Gegen-so-ne-Kackscheiße-sein sollte der Standard sein, ganz unabhängig davon, ob wir persönlich mit [Frau|Tochter|Mutter|anderer weiblich gelesener Person] zusammen leben.
@reep@troet.cafe nein, es braucht keine Frauen und Töchter, um solcher Meinung zu sein.
Es erhöht nur den Handlungsdruck, den ich verspüre.
Und ja, es sollte Standard sein, für alle.
@LeilahLilienruh@newsie.social -
Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
@LeilahLilienruh Auf allen Ebenen verstörend.
Z.B.: Warum halten sich so misogyne Habitate so hartnäckig? Könnten wir mal im Heute ankommen? Auch, dass die Truppe an der Theke mitgeifert, was bringt das denen? Dann, dass das Einzige in dieser awkward Situation ist, in das archaische Muster Beschützer/Beschützte gepresst zu werden. Diese Hilflosigkeit, unerträglich. Und dann noch: dass euer Sohn sich in die Beschützerrolle gepresst sieht, der er nicht gewachsen sein kann. Danke fürs Teilen!
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Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
@LeilahLilienruh Oh. Ist das schlimm. Mir stehen die Tränen in den Augen vom Lesen.
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Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
@LeilahLilienruh Puh, ja. Wahrscheinlich gibt's hier jetzt gleich wieder lauter "Na, dem hätte ich aber ..." und "warum habt ihr nicht" usw. drunter - von genau den Typen, die das immer wieder möglich machen.
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@LeilahLilienruh
Was stimmt mit solchen Kerlen nicht ...
Das ist so dermaßen abstoßend.Man(n) schämt sich Mann zu sein
"solchen Kerlen" - Plural - zu recht - denn sowohl der lautstarke Typ, der "voran" ging als auch die wohlwollenden Zuschauer sehen die anwesenden Frauen als Objekte ihrer Lust und vergessen völlig, dass auch die Frauen Menschen sind und selbstverständlich eine Würde haben, die es zu respektieren gilt!
Und mich ärgern die Zuschauer, die nicht eingreifen, fast noch mehr!
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@wortsalatfinchen Die junge Frau, die serviert hat, war nur eine Bedienung. Sie konnte selbst kaum an den Typen vorbeikommen, ohne dass dauernd anzügliche Sprüche kamen. Und wenn einer was richtig Ekliges sagt, dann lachen die anderen Typen ja immer schön wiehernd mit - quasi als Belobigung.
Der Wirt stand wohl hinter der Theke, wenn ich das richtig eingeschätzt habe. Und der war einzig und allein mit Bierzapfen beschäftigt, schön zügig, damit der Laden brummt...
Wenn sogar der Wirt anwesend war, dann verstehe ich die Nicht-Reaktion des Personals um so weniger. Sollte es denen nicht wichtig sein, dass sich ALLE Gäste wohl fühlen? So etwas spricht sich doch auch rum, erst recht in kleineren Gegenden...
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@LeilahLilienruh
Danke
für deinen Text.
Nachtrag.
Habe den Text zu Hause gelesen und mußte erstmal #MdRzA um runter zu kommen.
Vor Jahren ist meiner Frau & mir ähnliches auf unserer Elbe-Radtour passiert.
Mittagspause in irgendeinem Restaurant 30 km. vor Dresden.
Gleiche Szenario, da meine Frau es wagte, sich in Radlerhose hinzusetzen.
Endete schließlich in hastigem Aufbruch, da meine Frau dem Typen eine Ohrfeige verpasste.
Gottlob waren unsere Kids nicht dabei.@Hoffi So etwas hängt einem irgendwie noch lange unangenehm nach, auch wenn man natürlich nicht ständig dran denkt, oder?! Da bleibt was hängen. Es ist beängstigend, entwürdigend...
Und man hat in solchen Situationen das Gefühl, sich nicht in einem modernen Gesellschaftssystem zu befinden sondern in Höhlenzeiten mit archaischen Machtstrukturen zurückkatapultiert zu werden. Zeiten, in denen Männer Frauen notfalls an den Haaren in ihre Höhle schleiften und Kontrahenten mit der Keule erschlugen. -
@LeilahLilienruh Danke für das Teilen. Es tut mir sehr leid, dass euch das widerfahren ist. Was für eine widerliche Kackscheisse!
@GratianRiter Ich hätte es nicht besser formulieren können.
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@LeilahLilienruh
Scheiße. Mir fallen keine passenden Worte ein.@fedithom Fielen mir damals leider auch nicht. Ich bin in solchen Momenten sehr gehemmt und verängstigt. Möchte auch keine unangenehme Szene vor all den Leuten.
Mein Mann hat da zum Glück eine kürzere Reaktionszeit.
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Danke fürs Teilen. Beim Lesen kommen noch ganz andere Szenen.
An dem Text finde ich zusätzlich interessant, wie die anderen männlichen Familienmitglieder gefühlt haben. So werden alle Opfer solcher Typen. Und nicht nur die am Tresen, die bereits als Kind zu "Beiständern" (habe es mal zynisch, aber treffend eingedeutscht) wurden.Mir fehlen die Geschichten, wie Bystander einschreiten und zu Präservativen, das Dorf mobilisiert, lokale Initiativen aktiv werden...
@Philiphobo Unter solchen Typen herrscht nach meiner Erfahrung eine ganz best. Dynamik: Die sind nicht umsonst eine "Clique" sondern weil sie "miteinander funktionieren". Einer ist immer der Obermacker, derjenige, der den Ton angibt und aktiv wird. Die anderen sind lüsterne Glotzer und Verstärker, die sich selbst nicht so richtig trauen, diese Angriffshaltung auszuleben.
Manchmal gibt es vllt. einen einzelnen am Rande, der etwas beschämt vor sich hingrinst.
Im Grunde eine Gruppe von Gefährdern. -
@LeilahLilienruh
Sogar für meinen Ex-Ehemann.
Ich lebe jetzt allein, mit meinen zwei Katzen.
Und alle wundern sich.
"Ich bin doch immer noch hübsch anzusehen"
"Du hast doch immer noch Chancen!"
Ich dachte sogar lange, mit mir stimmte etwas nicht, weil ich mich nicht geschmeichelt fühlte.
Wenn ich es zuließ, war ich die Schlampe, wenn nicht, die frigide Zicke.
Nein.
Nein.
NEIN.
Ich bin endlich frei.
Und sicher. 2/2@Dienstag Ich kann Dich sooo gut verstehen! Erkenne mich in ganz vielem wieder... und so wird es sehr vielen Frauen gehen.
Es gab eine Zeit, wo ich mich bewusst wie ein "Junge" gekleidet habe, wenn ich abends allein rausgegangen bin. Oversized Klamotten, Haare unter einen Hut, Bikerjacke... Hat nur auch nichts gebracht.
Und leider musste ich erleben, dass es vom Prinzip her selbst in "linken Szenekneipen" unter jüngeren Leuten nicht anders lief als mit spießigen, alten Säcken. -
@Hoffi So etwas hängt einem irgendwie noch lange unangenehm nach, auch wenn man natürlich nicht ständig dran denkt, oder?! Da bleibt was hängen. Es ist beängstigend, entwürdigend...
Und man hat in solchen Situationen das Gefühl, sich nicht in einem modernen Gesellschaftssystem zu befinden sondern in Höhlenzeiten mit archaischen Machtstrukturen zurückkatapultiert zu werden. Zeiten, in denen Männer Frauen notfalls an den Haaren in ihre Höhle schleiften und Kontrahenten mit der Keule erschlugen.@LeilahLilienruh
Das ist echt wahr.
Ich fühlte mich total hilflos & von meiner Frau will ich gar nicht erst anfangen, obwohl die viel cooler reagiert hat als ich.
War trotzdem noch eine schöne Radtour. -
Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
Ich möchte gern noch etwas nachtragen:
1. Danke für Euer Feedback. Solidarität bedeutet mir und grundsätzlich uns Frauen viel. Werdet auch aktiv!2. Die berichtete Episode aus meinem Leben ist EIN Beispiel für all die Übergriffe, denen man (gelegentlich oder auch permanent) in einem Frauenleben ausgesetzt ist, ohne dass "die Gesellschaft" als Ganzes wirklich Notiz davon nimmt.
Mit dem weibl. Individuum macht das aber was: Es frisst, kränkt, verängstigt, verunsichert, schränkt enorm ein...
1/2 -
Für alle, die nicht Frau sind und sich daher möglicherweise nicht vorstellen können, welchen unerträglichen Situationen wir im Alltag ausgesetzt sind, möchte ich gern folgenden autobiograf. Text aus meiner Feder teilen.
Sorry, wenn der Dreiteiler als Screenshot vllt. ein bisschen schwer zu lesen ist.
Mir ist aber einfach wichtig, dass diese permanente Bedrohung, die wir Frauen tagtäglich erleben, wahrgenommen wird.NEIN, es sind nicht nur die einzelnen Täter sondern Millionen Mittäter!
Noch etwas:
Wenn Frauen so etwas sagen, wie ich nun gleich, dann wird das oft als "Koketterie" diskreditiert. Selbst Frauen lassen sich dazu hinreißen, zu verkünden: "Die fühlt sich wohl besonders schön!" Und verfallen damit voll der männl. Taktik, Übergriffigkeit als eine Art ungeschicktes Kompliment zu framen.
Sag's trotzdem: Ich habe es noch NIE geschafft, allein in ein Lokal, Eisdiele, Café etc. zu gehen, ohne dass sich ein Typ ungefragt an meinen Tisch gesetzt hätte! Das ist schlimm!
2/2
