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  3. In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

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  • isotopp@infosec.exchangeI This user is from outside of this forum
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    #1

    In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

    Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

    Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

    Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

    Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

    beandev@social.tchncs.deB isotopp@infosec.exchangeI monoxyd@mastodon.socialM barubary@infosec.exchangeB esskah@hessen.socialE 7 Replies Last reply
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    • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

      In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

      Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

      Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

      Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

      Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

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      #2

      @isotopp
      Das größte Problem beim Einsatz von KI, insbesondere der agentischen KI, sind die fehlenden Schnittstellen zu den Arbeitsprozessen. Wo schon vorher keine Digitalisierung existierte, wird KI nicht helfen können.

      Man möchte ja KI gerne dort einsetzen, wo viele Menschen involviert sind, wo es einen hohen Kommunikationsoverhead gibt. Aber das ist idR auch eine On-Demand Interaktion mit sehr heterogenen Austauschen (mündlich, Mail, Chat, Excel, Word, SharePoint, PDF) usw.

      Aber Menschen haben nun mal keine MCP API 🤷

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      • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

        In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

        Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

        Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

        Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

        Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

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        #3

        Es gibt noch einen Punkt, der in der Debatte regelmäßig untergeht:

        Ein erheblicher Teil der Präsenzforderung ist kein Kulturthema, sondern ein Bewertungsproblem. Generische Manager – Verwalter – ohne ausreichende Fachkompetenz können die tatsächliche Qualität und Wirksamkeit der Arbeit oft nicht direkt beurteilen, ihnen fehlt jegliche Subject Matter Expertise. Also greifen sie zu Surrogaten: Anwesenheit, sichtbare Aktivität, operative Hektik.

        Im Büro funktioniert das leidlich. Wer da ist, wirkt produktiv. Wer beschäftigt aussieht, gilt als wirksam. „Im Vorbeigehen“ entsteht ein Gefühl von Kontrolle.

        Im Home Office fällt dieser Mechanismus weg. Sichtbarkeit bricht als Bewertungsmaßstab zusammen. Übrig bleibt das, was tatsächlich zählt: Ergebnisse, Qualität, Wirkung.

        Und genau dafür braucht es mindestens residuale Fachkompetenz. Wer das nicht hat, empfindet Remote-Arbeit zwangsläufig als Kontrollverlust und fordert Präsenz zurück, weil das eigene Führungssimlationsmodell sonst nicht mehr trägt.

        So jemand kann natürlich auch mit KI gar nix anfangen, weil die ihm alles unterschieben kann und es ("funktioniert ja!") genommen wird.

        jens_van_der_kreet@hessen.socialJ medizinphysiker@fuerth.socialM lapizistik@social.tchncs.deL brazel@norden.socialB 4 Replies Last reply
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        • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

          In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

          Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

          Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

          Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

          Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

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          monoxyd@mastodon.social
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          #4

          @isotopp Ich muss in letzter Zeit immer wieder an den Spruch „Fragen in der Überschrift werden in der Regel mit NEIN! beantwortet.“ denken…

          isotopp@infosec.exchangeI leyrer@23.socialL holgi@chaos.socialH 3 Replies Last reply
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          • monoxyd@mastodon.socialM monoxyd@mastodon.social

            @isotopp Ich muss in letzter Zeit immer wieder an den Spruch „Fragen in der Überschrift werden in der Regel mit NEIN! beantwortet.“ denken…

            isotopp@infosec.exchangeI This user is from outside of this forum
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            #5

            @monoxyd Das auch, aber in diesem Fall würde einem dann die Erkenntnis aus der Diskussion entgehen. Der ganze KI-Aspekt muß da noch einmal extra ausgeleutet werden, weil er genau in die Kompetenzsimulation der Schlipsträger rein grätscht.

            monoxyd@mastodon.socialM 1 Reply Last reply
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            • monoxyd@mastodon.socialM monoxyd@mastodon.social

              @isotopp Ich muss in letzter Zeit immer wieder an den Spruch „Fragen in der Überschrift werden in der Regel mit NEIN! beantwortet.“ denken…

              leyrer@23.socialL This user is from outside of this forum
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              #6

              @monoxyd
              Betteridge's law of headlines:
              "Any headline that ends in a question mark can be answered by the word no."
              https://en.wikipedia.org/wiki/Betteridge%27s_law_of_headlines
              @isotopp

              monoxyd@mastodon.socialM 1 Reply Last reply
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              • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                @monoxyd Das auch, aber in diesem Fall würde einem dann die Erkenntnis aus der Diskussion entgehen. Der ganze KI-Aspekt muß da noch einmal extra ausgeleutet werden, weil er genau in die Kompetenzsimulation der Schlipsträger rein grätscht.

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                #7

                @isotopp Es ging mir gar nicht so sehr um „soll man über Home Office diskutieren“ sondern eher um „Überschriften im Journalismus sollten nicht so populistisch/provokativ sein“.

                Die Notwendigkeit des Einsatz von KI (in ihrer derzeitigen Form) sehe ich anders, aber das würde zu weit führen. 😅

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                • leyrer@23.socialL leyrer@23.social

                  @monoxyd
                  Betteridge's law of headlines:
                  "Any headline that ends in a question mark can be answered by the word no."
                  https://en.wikipedia.org/wiki/Betteridge%27s_law_of_headlines
                  @isotopp

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                  #8

                  @leyrer Ah! Daher. Danke. 🙂 @isotopp

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                  • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                    Es gibt noch einen Punkt, der in der Debatte regelmäßig untergeht:

                    Ein erheblicher Teil der Präsenzforderung ist kein Kulturthema, sondern ein Bewertungsproblem. Generische Manager – Verwalter – ohne ausreichende Fachkompetenz können die tatsächliche Qualität und Wirksamkeit der Arbeit oft nicht direkt beurteilen, ihnen fehlt jegliche Subject Matter Expertise. Also greifen sie zu Surrogaten: Anwesenheit, sichtbare Aktivität, operative Hektik.

                    Im Büro funktioniert das leidlich. Wer da ist, wirkt produktiv. Wer beschäftigt aussieht, gilt als wirksam. „Im Vorbeigehen“ entsteht ein Gefühl von Kontrolle.

                    Im Home Office fällt dieser Mechanismus weg. Sichtbarkeit bricht als Bewertungsmaßstab zusammen. Übrig bleibt das, was tatsächlich zählt: Ergebnisse, Qualität, Wirkung.

                    Und genau dafür braucht es mindestens residuale Fachkompetenz. Wer das nicht hat, empfindet Remote-Arbeit zwangsläufig als Kontrollverlust und fordert Präsenz zurück, weil das eigene Führungssimlationsmodell sonst nicht mehr trägt.

                    So jemand kann natürlich auch mit KI gar nix anfangen, weil die ihm alles unterschieben kann und es ("funktioniert ja!") genommen wird.

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                    #9

                    @isotopp Großartiger Rant. Die Boomer haben inzwischen die deutsche Wirtschaft so dermaßen zugrunde gerichtet mit ihrer Innovationsfeindlichkeit, jetzt können sie wieder für die wenigen verbliebenen zu besetzenden Stellen auf Präsenzkultur und Schleimen setzen und dann den Chef im Büro spielen.

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                    • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                      In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

                      Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

                      Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

                      Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

                      Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

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                      #10

                      @isotopp Danke, sehr interessant. Du hast mir gerade das erste überzeugende Argument contra Home Office präsentiert.

                      vampirdaddy@chaos.socialV 1 Reply Last reply
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                      • monoxyd@mastodon.socialM monoxyd@mastodon.social

                        @isotopp Ich muss in letzter Zeit immer wieder an den Spruch „Fragen in der Überschrift werden in der Regel mit NEIN! beantwortet.“ denken…

                        holgi@chaos.socialH This user is from outside of this forum
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                        #11

                        @monoxyd @isotopp ☝️🤓
                        https://zum-thema.podigee.io/152-betteridges-gesetz-der-uberschriften

                        monoxyd@mastodon.socialM 1 Reply Last reply
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                        • holgi@chaos.socialH holgi@chaos.social

                          @monoxyd @isotopp ☝️🤓
                          https://zum-thema.podigee.io/152-betteridges-gesetz-der-uberschriften

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                          wrote last edited by
                          #12

                          @holgi Sehr gut!

                          mrtoto@social.mrtoto.netM 1 Reply Last reply
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                          • barubary@infosec.exchangeB barubary@infosec.exchange

                            @isotopp Danke, sehr interessant. Du hast mir gerade das erste überzeugende Argument contra Home Office präsentiert.

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                            wrote last edited by
                            #13

                            @barubary
                            @isotopp

                            Die Formulierung war ggfs ein wenig missverständlich. Der Punkt ist:
                            ein KI-Agent ist _noch schwieriger_ zu kontrollieren / bewerten als HomeOffice.
                            Wer KI einsetzen will, der hat keinerlei Argument mehr gegen HomeOffice.

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                            • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                              In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

                              Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

                              Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

                              Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

                              Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

                              esskah@hessen.socialE This user is from outside of this forum
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                              #14

                              @isotopp zu dem KI Thema: mir begegnet das grade zum ersten Mal beruflich, ein beteiligter Ingenieur protokolliert die wöchentlichen Baubesprechungen mit Plaud. Die Transkription ist OK, Architekturbüros können sich halt kein back-office leisten. Aber die Zusammenfassung sind aufgeblähter Schwurbel, die „was ist zu tun“ am Ende Quatsch. Ich muss mir den Rotz immer durchlesen und bestätigen und die Zeit, die er spart, verbringe ich zusätzlich mit Korrektur. Absolute Hölle.

                              S 1 Reply Last reply
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                                @holgi Sehr gut!

                                mrtoto@social.mrtoto.netM This user is from outside of this forum
                                mrtoto@social.mrtoto.netM This user is from outside of this forum
                                mrtoto@social.mrtoto.net
                                wrote last edited by
                                #15

                                @monoxyd @holgi Der Urheber des Gesetzes ist übrigens auch hier @ianbetteridge

                                monoxyd@mastodon.socialM 1 Reply Last reply
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                                • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                                  Es gibt noch einen Punkt, der in der Debatte regelmäßig untergeht:

                                  Ein erheblicher Teil der Präsenzforderung ist kein Kulturthema, sondern ein Bewertungsproblem. Generische Manager – Verwalter – ohne ausreichende Fachkompetenz können die tatsächliche Qualität und Wirksamkeit der Arbeit oft nicht direkt beurteilen, ihnen fehlt jegliche Subject Matter Expertise. Also greifen sie zu Surrogaten: Anwesenheit, sichtbare Aktivität, operative Hektik.

                                  Im Büro funktioniert das leidlich. Wer da ist, wirkt produktiv. Wer beschäftigt aussieht, gilt als wirksam. „Im Vorbeigehen“ entsteht ein Gefühl von Kontrolle.

                                  Im Home Office fällt dieser Mechanismus weg. Sichtbarkeit bricht als Bewertungsmaßstab zusammen. Übrig bleibt das, was tatsächlich zählt: Ergebnisse, Qualität, Wirkung.

                                  Und genau dafür braucht es mindestens residuale Fachkompetenz. Wer das nicht hat, empfindet Remote-Arbeit zwangsläufig als Kontrollverlust und fordert Präsenz zurück, weil das eigene Führungssimlationsmodell sonst nicht mehr trägt.

                                  So jemand kann natürlich auch mit KI gar nix anfangen, weil die ihm alles unterschieben kann und es ("funktioniert ja!") genommen wird.

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                                  #16

                                  @isotopp Genau das! Super auf den Punkt gebracht!

                                  1 Reply Last reply
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                                  • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                                    Es gibt noch einen Punkt, der in der Debatte regelmäßig untergeht:

                                    Ein erheblicher Teil der Präsenzforderung ist kein Kulturthema, sondern ein Bewertungsproblem. Generische Manager – Verwalter – ohne ausreichende Fachkompetenz können die tatsächliche Qualität und Wirksamkeit der Arbeit oft nicht direkt beurteilen, ihnen fehlt jegliche Subject Matter Expertise. Also greifen sie zu Surrogaten: Anwesenheit, sichtbare Aktivität, operative Hektik.

                                    Im Büro funktioniert das leidlich. Wer da ist, wirkt produktiv. Wer beschäftigt aussieht, gilt als wirksam. „Im Vorbeigehen“ entsteht ein Gefühl von Kontrolle.

                                    Im Home Office fällt dieser Mechanismus weg. Sichtbarkeit bricht als Bewertungsmaßstab zusammen. Übrig bleibt das, was tatsächlich zählt: Ergebnisse, Qualität, Wirkung.

                                    Und genau dafür braucht es mindestens residuale Fachkompetenz. Wer das nicht hat, empfindet Remote-Arbeit zwangsläufig als Kontrollverlust und fordert Präsenz zurück, weil das eigene Führungssimlationsmodell sonst nicht mehr trägt.

                                    So jemand kann natürlich auch mit KI gar nix anfangen, weil die ihm alles unterschieben kann und es ("funktioniert ja!") genommen wird.

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                                    #17

                                    @isotopp
                                    „kann […] mit KI gar nix anfangen“: umgekehrt: diese Art Managys ist gewohnt auf irgendwen einzureden und dann irgendein Ergebnis zu bekommen (das sie nicht wirklich beurteilen/bewerten können). Wenn das Ergebnis nicht gefällt, wird wieder auf die Person eingeredet, damit die was neues liefert. Und genau das kann ich natürlich auch mit einer KI machen, aus Sicht des Managys ändert sich da quasi nichts.

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                                      @monoxyd @holgi Der Urheber des Gesetzes ist übrigens auch hier @ianbetteridge

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                                      #18

                                      @mrtoto @holgi @ianbetteridge 👋🏻

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                                      • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                                        In „ZDF Mitreden“ kam eine Umfrage zum Thema „Home Office – kann das weg“ vorbei.

                                        Die Argumente für Home Office bezüglich Umwelt und Stauvermeidung sind hinlänglich bekannt.

                                        Es ist inzwischen auch dem letzten Schlipsträger klar, dass er sich mit der Ablehnung von Home Office von gut 2/3 des Arbeitsmarktes abschneidet – all die Leute, die durchaus wertvolle Arbeit leisten können, aber flexible Zeiten brauchen und für die Anwesenheit im Haus notwendig ist, weil sie außerdem noch auf die eine oder andere Art Care-Arbeit leisten.

                                        Was noch nicht ausreichend thematisiert ist: Jeder KI-Agent ist ein Home-Office-Mitarbeiter. Er sieht die ganze „im Vorbeigehen am Schreibtisch“-Kommunikation nicht, und er sieht die Ergebnisse von Meetings nicht, deren Ergebnisse nicht verschriftlicht wurden.

                                        Eine Firma ohne funktionierendes Home-Office-Setup schneidet sich auch ins eigene Fleisch, weil sie ihre Prozesse nicht genügend verschriftlicht und damit einer Ingestion durch Agenten nicht zugänglich macht (bzw. die schriftliche Dokumentation nicht durch Menschen getestet wird, die darauf angewiesen sind, dass sie korrekt und vollständig ist). Sie macht sich den erfolgreichen Einsatz von KI unnötig schwer und erzeugt so große Prozess- und Projektrisiken.

                                        nasenklopfer@muenster.imN This user is from outside of this forum
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                                        #19

                                        @isotopp ich bekomme diese Umfragen auch regelmäßig. Ich bin immer wieder erstaunt, wie simpel und infantil man solche Fragen stellt. „Home Office-kann das weg?“. Als ob man diesem Thema so gerecht werden könnte.

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                                        • isotopp@infosec.exchangeI isotopp@infosec.exchange

                                          Es gibt noch einen Punkt, der in der Debatte regelmäßig untergeht:

                                          Ein erheblicher Teil der Präsenzforderung ist kein Kulturthema, sondern ein Bewertungsproblem. Generische Manager – Verwalter – ohne ausreichende Fachkompetenz können die tatsächliche Qualität und Wirksamkeit der Arbeit oft nicht direkt beurteilen, ihnen fehlt jegliche Subject Matter Expertise. Also greifen sie zu Surrogaten: Anwesenheit, sichtbare Aktivität, operative Hektik.

                                          Im Büro funktioniert das leidlich. Wer da ist, wirkt produktiv. Wer beschäftigt aussieht, gilt als wirksam. „Im Vorbeigehen“ entsteht ein Gefühl von Kontrolle.

                                          Im Home Office fällt dieser Mechanismus weg. Sichtbarkeit bricht als Bewertungsmaßstab zusammen. Übrig bleibt das, was tatsächlich zählt: Ergebnisse, Qualität, Wirkung.

                                          Und genau dafür braucht es mindestens residuale Fachkompetenz. Wer das nicht hat, empfindet Remote-Arbeit zwangsläufig als Kontrollverlust und fordert Präsenz zurück, weil das eigene Führungssimlationsmodell sonst nicht mehr trägt.

                                          So jemand kann natürlich auch mit KI gar nix anfangen, weil die ihm alles unterschieben kann und es ("funktioniert ja!") genommen wird.

                                          brazel@norden.socialB This user is from outside of this forum
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                                          #20

                                          @isotopp Wir beobachten seit Jahren durch Verwandtschaft den Gap zwischen den niederländischen Arbeitskultur und der deutschen. Ist nicht alles Gold was glänzt, aber die weichen Faktoren, die die wenigsten AG hier verstehen, zählen in NL mehr und produzieren wesentlich zufriedene, aber vielleicht nicht ganz so produktive Mitarbeiter. Das wirkt sich positiv auf die Gesellschaft aus. Teilzeit, Remote, Kinderbetreuung, keine extrem hohen Niedriglohnbereich, menschlicherer Umgang...

                                          brazel@norden.socialB 1 Reply Last reply
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