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  3. Ist ein anderthalbjähriges Kind zu jung für Erziehung?

Ist ein anderthalbjähriges Kind zu jung für Erziehung?

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  • lipow@norden.socialL lipow@norden.social

    @vera Naja, mit anderthalb planen Kinder nicht, sondern äußern spontane Bedürfnisse. Natürlich können sich Erwachsene einfach über diese Bedürfnisse hinwegsetzen, oder sie können andere Wege finden, damit umzugehen. An der konkreten Situation finde ich problematisch, dass die Erwachsenen so tun, als würde das Kind entscheiden - dabei haben Erwachsene entschieden, einen Termin zu vereinbaren, den eine Partei möglicherweise nicht einhalten kann, weil sie andere Prioritäten hat …

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    #10

    @lipow Dann können die Eltern nicht 60 und 80 Prozent arbeiten oder nicht in einem Job, der manchmal Anwesenheiten erfordert. Oder sie müssen die drei Male im Jahr die Bedürfnisse des Kindes ignorieren können und nicht mehrere Leute schon Wochen vorher wuschig machen deshalb.
    Was ist denn wenn ein Elternteil unverhofft ausfällt? Bein gebrochen, vom Bus überrollt, whatever. Wenn das Kind davor immer(!) seinen Kopf durchgesetzt hat, explodiert es dann in so einem Fall nicht erst recht?

    lipow@norden.socialL 1 Reply Last reply
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    • vera@sueden.socialV vera@sueden.social

      @lipow Dann können die Eltern nicht 60 und 80 Prozent arbeiten oder nicht in einem Job, der manchmal Anwesenheiten erfordert. Oder sie müssen die drei Male im Jahr die Bedürfnisse des Kindes ignorieren können und nicht mehrere Leute schon Wochen vorher wuschig machen deshalb.
      Was ist denn wenn ein Elternteil unverhofft ausfällt? Bein gebrochen, vom Bus überrollt, whatever. Wenn das Kind davor immer(!) seinen Kopf durchgesetzt hat, explodiert es dann in so einem Fall nicht erst recht?

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      #11

      @vera Es ist natürlich immer ein Trauma für Kinder, wenn ihre Eltern oder wichtigsten erwachsenen Bezugspersonen verunfallen - schließlich sind sie komplett von denen abhängig. Ich finde es interessant, dass du es so framst, dass das Kind seinen Kopf durchsetzt - oder nicht, denn es ist halt in dieser Gesellschaft total üblich, Erwerbsarbeit über alles andere zu stellen. Und sich dann zu wundern, wenn Leute sich gegen Kinder entscheiden oder massenweise im Burnout landen & es Pflegenotstand >

      lipow@norden.socialL 1 Reply Last reply
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      • lipow@norden.socialL lipow@norden.social

        @vera Es ist natürlich immer ein Trauma für Kinder, wenn ihre Eltern oder wichtigsten erwachsenen Bezugspersonen verunfallen - schließlich sind sie komplett von denen abhängig. Ich finde es interessant, dass du es so framst, dass das Kind seinen Kopf durchsetzt - oder nicht, denn es ist halt in dieser Gesellschaft total üblich, Erwerbsarbeit über alles andere zu stellen. Und sich dann zu wundern, wenn Leute sich gegen Kinder entscheiden oder massenweise im Burnout landen & es Pflegenotstand >

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        #12

        @vera > usw. gibt. Das hängt halt alles zusammen. Wenn die Leute, die (aktuell) nicht für Kinder verantwortlich sind, nicht den Aufwand mittragen, der nun mal nötig ist, damit Kinder gesund & gut groß werden, funktioniert eine Gesellschaft nicht wirklich.

        vera@sueden.socialV 1 Reply Last reply
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        • freitagvormittag@mastodon.socialF freitagvormittag@mastodon.social

          @vera @lipow das hat in meinem Augen nichts mit Erziehung zu tun sondern mit Realitäten. Was wohl passiert, wenn Kind demnächst Schwerkraft oder Energieerhaltungssatz in Frage stellt?

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          #13

          @freitagvormittag Das ist insofern lustig, als wir gerade eine Bundesregierung haben, die auf Wunsch einiger lauter Erwachsener die Naturgesetze ignoriert. Was passiert? Viele andere Erwachsene bescheinigen ihr Wirtschaftskompetenz (während tatsächlich der Gesellschaft die Lebensgrundlagen langfristig entzogen werden). @vera

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          • vera@sueden.socialV vera@sueden.social

            Ist ein anderthalbjähriges Kind zu jung für Erziehung? Die Mutter sagt das so, ganz generell. Keine Erziehung, Kind zu jung.

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            #14

            @vera Hört sich komplex an. Vielleicht ist das Kind generell überfordert mit der Trennungssituation. Und versucht durch "Kommandieren" den inneren Druck abzubauen. Vielleicht ist eine Kita noch "zuviel" für das Kind und es würde sich in einer kleinen Tagespflegegruppe wohler fühlen. Wir finden es heutzutage normal, dass Kinder mit 1 Jahr in die Kinder gehen, aber nicht alle Kinder können diese Situation in dem Alter gut meistern.

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            • lipow@norden.socialL lipow@norden.social

              @vera > usw. gibt. Das hängt halt alles zusammen. Wenn die Leute, die (aktuell) nicht für Kinder verantwortlich sind, nicht den Aufwand mittragen, der nun mal nötig ist, damit Kinder gesund & gut groß werden, funktioniert eine Gesellschaft nicht wirklich.

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              #15

              @lipow Wenn zwei ein Kind bekommen, es mit Punkt 1 Jahr den gesamten Tag in die Kita geben damit sie wieder beide verdienen können, weil sie nicht mit weniger als 4.000€ netto pro Monat auskommen, und dann erwartet wird dass es die Kolleg*innen alles ausgleichen - dann bin definitiv nicht ich Kollegin das Problem. Sondern dann ist die Erwartungshaltung der Eltern schief.

              lipow@norden.socialL 1 Reply Last reply
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              • vera@sueden.socialV vera@sueden.social

                @lipow Wenn zwei ein Kind bekommen, es mit Punkt 1 Jahr den gesamten Tag in die Kita geben damit sie wieder beide verdienen können, weil sie nicht mit weniger als 4.000€ netto pro Monat auskommen, und dann erwartet wird dass es die Kolleg*innen alles ausgleichen - dann bin definitiv nicht ich Kollegin das Problem. Sondern dann ist die Erwartungshaltung der Eltern schief.

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                #16

                @vera Es ging doch konkret um EINEN Termin, oder? Wenn du das als "alles ausgleichen" siehst, hast du kein realistisches Bild davon, was für ein Aufwand das mit den Kids ist. Und klar, man kann natürlich auch sagen: sollen doch die Leute mit den Kids sich beschränken, bis die Gören groß sind & sich dann weiter über Fachkräftemangel & Lifestyle-Teilzeit aufregen. Das geht nicht gegen dich - die Arbeitsteilung in dieser Gesellschaft funktioniert nicht. Weil negiert wird, wie groß der Aufwand >

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                • lipow@norden.socialL lipow@norden.social

                  @vera Es ging doch konkret um EINEN Termin, oder? Wenn du das als "alles ausgleichen" siehst, hast du kein realistisches Bild davon, was für ein Aufwand das mit den Kids ist. Und klar, man kann natürlich auch sagen: sollen doch die Leute mit den Kids sich beschränken, bis die Gören groß sind & sich dann weiter über Fachkräftemangel & Lifestyle-Teilzeit aufregen. Das geht nicht gegen dich - die Arbeitsteilung in dieser Gesellschaft funktioniert nicht. Weil negiert wird, wie groß der Aufwand >

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                  #17

                  @vera > für Sorgearbeit ist. Es wird einfach so getan, als gäbe es den nicht, oder als wäre das nicht wichtig. Da staut sich schon lange was auf, und das fällt uns jetzt in großen Stücken krachend vor die Füße.

                  M 1 Reply Last reply
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                    @vera > für Sorgearbeit ist. Es wird einfach so getan, als gäbe es den nicht, oder als wäre das nicht wichtig. Da staut sich schon lange was auf, und das fällt uns jetzt in großen Stücken krachend vor die Füße.

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                    #18

                    @lipow @vera es gibt sicher Extremfälle, aber häufig wird nicht sichtbar, wie oft der Partner „mal“ nen Termin abgesagt hat, bevor dann die Mutter ihren Termin nicht halten kann, und umgekehrt.

                    M 1 Reply Last reply
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                    • vera@sueden.socialV vera@sueden.social

                      @elfzehn84 Sie gehen immer drauf ein, weil es sonst ein riesiges Geschrei gibt. No shit Sherlock! Oh man 🙈

                      elfzehn84@sueden.socialE This user is from outside of this forum
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                      elfzehn84@sueden.social
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                      #19

                      @vera Puh, da sind sie wohl einmal „falsch“ gestartet. Natürlich geht man auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Aber es gibt solche und solche Bedürfnisse. Und auch nicht um jeden Preis. Das Kind hat mehr davon, wenn es weiss, dass es sich auf beide (!) Eltern verlassen kann.
                      Sich selbst zu verbiegen, um niemals Nein sagen zu müssen ist m.E. der falsche Ansatz.

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                      • M muellerwhh@sueden.social

                        @lipow @vera es gibt sicher Extremfälle, aber häufig wird nicht sichtbar, wie oft der Partner „mal“ nen Termin abgesagt hat, bevor dann die Mutter ihren Termin nicht halten kann, und umgekehrt.

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                        #20

                        @lipow @vera Und das ist ehrlich gesagt auch einen Apell an die Männer: Macht sichtbar, wenn es in der Familie klemmt und trotzdem irgendwie geht. Da fehlt Leuten in anderen Lebenssituatioen ganz viel die Fantasie oder auch die Erinnerung. Und je mehr das machen, um so mehr wird es Lösungen geben, die für alle passen, ob mit oder ohne Kind / Pflegeverpflichtungen.

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