Sorry Leute, für die sinnlose Tröt Flut.
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Sorry Leute, für die sinnlose Tröt Flut. Aber ich muss mal eben ein neues Feature in #FediSuite testen, mit dem man zu lange Beiträge splitten kann. Und da wir hier auf lsbt.me 5000 Zeichenlänge haben... joa, ist das was Längeres.... ^
Über den organisierten Pessimismus, die Lüge vom deutschen Elend und warum Antifaschismus keine Meinung ist, sondern eine Pflicht
Es ist eine merkwürdige deutsche Eigenart, die man nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Intensität findet: das kollektive, geradezu genüssliche Jammern über das eigene Land. Man muss nicht lange suchen, um es zu finden. Es sitzt am Stammtisch, es klebt in den Kommentarspalten, es hängt wie zäher Nebel über den Talkshows und Telegram-Kanälen. Deutschland gehe den Bach runter, heißt es. Die Politik sei eine Katastrophe. Die Wirtschaft kollabiere. Der Sozialstaat fresse uns auf. Die Mieten seien unbezahlbar, die Löhne ein Witz, der Euro eine Fehlkonstruktion, die EU ein demokratieferner Moloch. Die Energiewende ruiniere die Industrie. Die Geflüchteten nähmen uns alles weg. Die Meinungsfreiheit sei am Ende. Das Internet werde zensiert. Man dürfe ja gar nichts mehr sagen in diesem Land. Und schuld an alldem? Natürlich: die Grünen, die Linken, die Antifa, George Soros, Bill Gates, das Weltwirtschaftsforum, die Mondstrahlen und ein geheimes globalistisches Netzwerk, das in seinen Bunkern den Untergang des Abendlandes plant. Je nach Aluhutgröße.
Was dabei auffällt: Wer am lautesten jammert, hat es meistens am wenigsten nötig.
Und auch das ist keine Vermutung. Das ist Datenlage. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen aus dem Dezember 2024 hat gezeigt, was eigentlich jeden in den Wahnsinn treiben sollte, der noch Fakten ernst nimmt: 58 Prozent der Deutschen beurteilen ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut. Gleichzeitig halten nur 8 Prozent die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland für gut. Die Körber-Stiftung hat 2025 dasselbe herausgefunden: 59 Prozent der Befragten schätzen die eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut ein, gleichzeitig bewerten drei Viertel der Bevölkerung die Wirtschaftslage Deutschlands als weniger gut oder schlecht. Dieselben Menschen, denen es persönlich gut geht, sind mehrheitlich überzeugt, dass es dem Land schlecht geht. Das ist keine Meinung, das ist ein psychologisches und politisches Phänomen mit einem Namen: organisierter Pessimismus. Er wird nicht zufällig erzeugt. Er wird produziert, finanziert und täglich frisch geliefert von Menschen, die ein vitales Interesse daran haben, dass eine breite Bevölkerungsschicht in permanenter Angst und Empörung verharrt. Wer Angst hat, denkt nicht klar. Wer Angst hat, fragt nicht nach. Wer Angst hat, wählt die, die versprechen, die Angst wegzumachen, auch wenn genau diese Leute die Angst erst produziert haben.
Schauen wir uns also die Realität an. Nicht die Realität aus dem Telegram-Kanal, nicht die Realität der AfD-Pressemitteilung, nicht die Realität des rechten Youtubers, der in seiner gemieteten Berliner Altbauwohnung Videos über den bevorstehenden Untergang Deutschlands dreht, während er von seinen Zuschauerinnen und Zuschauern finanziert wird. Die echte, belegbare, mit Zahlen unterlegte Wirklichkeit.
Wirtschaft: Drittgrößte Volkswirtschaft der WeltDeutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, mit einem BIP von 4.658,53 Milliarden US-Dollar, vor Japan, Indien, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Brasilien. Von über 190 Ländern auf diesem Planeten. Das ist keine Meinung, das ist ein Fakt, nachzulesen in jedem seriösen Wirtschaftsranking der Welt, vom Internationalen Währungsfonds bis zur Weltbank. Billionen. Mit einem B. Die deutsche Wirtschaft gehört neben China und den USA zu den drei größten Exportnationen der Welt, und die Bundesrepublik hat mit 26,6 Prozent in der Industrie den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung, mit Schwerpunkten in Maschinenbau, Elektroindustrie, Fahrzeugbau und Chemie. Das sind globale Aushängeschilder, um die uns Länder beneiden, die selbst verzweifelt versuchen, solche Strukturen aufzubauen.
Wer in diesem Land aufwacht und sagt, es gehe ihm wirtschaftlich schlecht, der möge bitte kurz innehalten und überlegen, wie es den Menschen in Ländern geht, die nicht mal in den Top 50 dieser Wirtschaftsliste auftauchen. Menschen in Ländern ohne funktionierendes Gesundheitssystem, wo eine einfache Blinddarmentzündung in den finanziellen Ruin treiben kann. Menschen ohne Rentenversicherung, die im Alter arbeiten müssen, bis sie umfallen. Menschen ohne Arbeitslosengeld, für die der Jobverlust nicht Bürokratiestress bedeutet, sondern unmittelbare Armut. Menschen ohne Mindestlohn, ohne Kündigungsschutz, ohne Betriebsrat, ohne Gewerkschaft. Für diese Menschen wäre Deutschland das Paradies. Und wir reden hier ernsthaft darüber, ob die Grünen zu viel Geld ausgeben.
Das Sozialsystem: Erkämpft, nicht geschenkt -
Sorry Leute, für die sinnlose Tröt Flut. Aber ich muss mal eben ein neues Feature in #FediSuite testen, mit dem man zu lange Beiträge splitten kann. Und da wir hier auf lsbt.me 5000 Zeichenlänge haben... joa, ist das was Längeres.... ^
Über den organisierten Pessimismus, die Lüge vom deutschen Elend und warum Antifaschismus keine Meinung ist, sondern eine Pflicht
Es ist eine merkwürdige deutsche Eigenart, die man nirgendwo sonst auf der Welt in dieser Intensität findet: das kollektive, geradezu genüssliche Jammern über das eigene Land. Man muss nicht lange suchen, um es zu finden. Es sitzt am Stammtisch, es klebt in den Kommentarspalten, es hängt wie zäher Nebel über den Talkshows und Telegram-Kanälen. Deutschland gehe den Bach runter, heißt es. Die Politik sei eine Katastrophe. Die Wirtschaft kollabiere. Der Sozialstaat fresse uns auf. Die Mieten seien unbezahlbar, die Löhne ein Witz, der Euro eine Fehlkonstruktion, die EU ein demokratieferner Moloch. Die Energiewende ruiniere die Industrie. Die Geflüchteten nähmen uns alles weg. Die Meinungsfreiheit sei am Ende. Das Internet werde zensiert. Man dürfe ja gar nichts mehr sagen in diesem Land. Und schuld an alldem? Natürlich: die Grünen, die Linken, die Antifa, George Soros, Bill Gates, das Weltwirtschaftsforum, die Mondstrahlen und ein geheimes globalistisches Netzwerk, das in seinen Bunkern den Untergang des Abendlandes plant. Je nach Aluhutgröße.
Was dabei auffällt: Wer am lautesten jammert, hat es meistens am wenigsten nötig.
Und auch das ist keine Vermutung. Das ist Datenlage. Eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen aus dem Dezember 2024 hat gezeigt, was eigentlich jeden in den Wahnsinn treiben sollte, der noch Fakten ernst nimmt: 58 Prozent der Deutschen beurteilen ihre eigene wirtschaftliche Lage als gut. Gleichzeitig halten nur 8 Prozent die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland für gut. Die Körber-Stiftung hat 2025 dasselbe herausgefunden: 59 Prozent der Befragten schätzen die eigene wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut ein, gleichzeitig bewerten drei Viertel der Bevölkerung die Wirtschaftslage Deutschlands als weniger gut oder schlecht. Dieselben Menschen, denen es persönlich gut geht, sind mehrheitlich überzeugt, dass es dem Land schlecht geht. Das ist keine Meinung, das ist ein psychologisches und politisches Phänomen mit einem Namen: organisierter Pessimismus. Er wird nicht zufällig erzeugt. Er wird produziert, finanziert und täglich frisch geliefert von Menschen, die ein vitales Interesse daran haben, dass eine breite Bevölkerungsschicht in permanenter Angst und Empörung verharrt. Wer Angst hat, denkt nicht klar. Wer Angst hat, fragt nicht nach. Wer Angst hat, wählt die, die versprechen, die Angst wegzumachen, auch wenn genau diese Leute die Angst erst produziert haben.
Schauen wir uns also die Realität an. Nicht die Realität aus dem Telegram-Kanal, nicht die Realität der AfD-Pressemitteilung, nicht die Realität des rechten Youtubers, der in seiner gemieteten Berliner Altbauwohnung Videos über den bevorstehenden Untergang Deutschlands dreht, während er von seinen Zuschauerinnen und Zuschauern finanziert wird. Die echte, belegbare, mit Zahlen unterlegte Wirklichkeit.
Wirtschaft: Drittgrößte Volkswirtschaft der WeltDeutschland ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, mit einem BIP von 4.658,53 Milliarden US-Dollar, vor Japan, Indien, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Brasilien. Von über 190 Ländern auf diesem Planeten. Das ist keine Meinung, das ist ein Fakt, nachzulesen in jedem seriösen Wirtschaftsranking der Welt, vom Internationalen Währungsfonds bis zur Weltbank. Billionen. Mit einem B. Die deutsche Wirtschaft gehört neben China und den USA zu den drei größten Exportnationen der Welt, und die Bundesrepublik hat mit 26,6 Prozent in der Industrie den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung, mit Schwerpunkten in Maschinenbau, Elektroindustrie, Fahrzeugbau und Chemie. Das sind globale Aushängeschilder, um die uns Länder beneiden, die selbst verzweifelt versuchen, solche Strukturen aufzubauen.
Wer in diesem Land aufwacht und sagt, es gehe ihm wirtschaftlich schlecht, der möge bitte kurz innehalten und überlegen, wie es den Menschen in Ländern geht, die nicht mal in den Top 50 dieser Wirtschaftsliste auftauchen. Menschen in Ländern ohne funktionierendes Gesundheitssystem, wo eine einfache Blinddarmentzündung in den finanziellen Ruin treiben kann. Menschen ohne Rentenversicherung, die im Alter arbeiten müssen, bis sie umfallen. Menschen ohne Arbeitslosengeld, für die der Jobverlust nicht Bürokratiestress bedeutet, sondern unmittelbare Armut. Menschen ohne Mindestlohn, ohne Kündigungsschutz, ohne Betriebsrat, ohne Gewerkschaft. Für diese Menschen wäre Deutschland das Paradies. Und wir reden hier ernsthaft darüber, ob die Grünen zu viel Geld ausgeben.
Das Sozialsystem: Erkämpft, nicht geschenkt@christin
Hallöchen, ich geb dir im Prinzip in fast allen Dingen Recht, soweit ich es bis jetzt gelesen habe
Das Problem ist jedoch, das wir einen Kanzler haben, der uns das vormacht, wie man laut über die Bürger des Staates meckert, die ja sooooooo wenig arbeiten und dabei sooo oft krank sind und eigentlich am allem schuld (notfalls sogar an den falschen Entscheidungen von Firmenchefs). -
@christin
Hallöchen, ich geb dir im Prinzip in fast allen Dingen Recht, soweit ich es bis jetzt gelesen habe
Das Problem ist jedoch, das wir einen Kanzler haben, der uns das vormacht, wie man laut über die Bürger des Staates meckert, die ja sooooooo wenig arbeiten und dabei sooo oft krank sind und eigentlich am allem schuld (notfalls sogar an den falschen Entscheidungen von Firmenchefs).@Nogger Das ist aber kein generelles Problem von Deutschland sondern ein persönliches Problem mit dem Regierungschef.
(Das ich übrigens natürlich teile!)In meinem Beitrag geht es darum, ob es uns in DE wirklich so schlecht geht, wie die vollidiotischen AfD Nazis ständig behaupten.
Und nein, uns geht es in DE nicht schlecht. Ich bin sehr, sehr froh in DE leben zu dürfen und nicht in Syrien, Pakistan, Iran, Gaza, Russland, Ungarn, im Sudan, in den USA, .... [füge beliebiges anderes Land hinzu].
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@Nogger Das ist aber kein generelles Problem von Deutschland sondern ein persönliches Problem mit dem Regierungschef.
(Das ich übrigens natürlich teile!)In meinem Beitrag geht es darum, ob es uns in DE wirklich so schlecht geht, wie die vollidiotischen AfD Nazis ständig behaupten.
Und nein, uns geht es in DE nicht schlecht. Ich bin sehr, sehr froh in DE leben zu dürfen und nicht in Syrien, Pakistan, Iran, Gaza, Russland, Ungarn, im Sudan, in den USA, .... [füge beliebiges anderes Land hinzu].
@christin
Hab schon verstanden, wir jammern auf hohem Niveau. -
@christin
Hab schon verstanden, wir jammern auf hohem Niveau.Auf sehr hohem Niveau. Denn in keinem Land der Erde geht es den Menschen so gut wie in Deutschland. Sowohl finanziell, als auch gesundheitlich und wirtschaftlich. Okay, Dänemark oder Finnland vielleicht....