warum gab es nicht ein einziges interview mit olaf scholz vor der wahl mit folgenden fragen:
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RE: https://fnordon.de/@mspro/116220787879922501
warum gab es nicht ein einziges interview mit olaf scholz vor der wahl mit folgenden fragen:
"herr scholz, sie verstehen schon, dass die cumex-vorgänge ein zwielichtigen eindruck hinterlassen. wie gedenken sie, das vertrauen wieder herzustellen?"
"herr scholz, nochmal: wie sollen die bürger*innen dieses landes ihr steuergeld in ihre hände geben, wenn sie im verdacht stehen …"
"nochmal zum tod von achidi john. bleiben sie dabei, dass es ihnen nicht leid tut, seinen tot verursacht zu haben?"
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RE: https://fnordon.de/@mspro/116220787879922501
warum gab es nicht ein einziges interview mit olaf scholz vor der wahl mit folgenden fragen:
"herr scholz, sie verstehen schon, dass die cumex-vorgänge ein zwielichtigen eindruck hinterlassen. wie gedenken sie, das vertrauen wieder herzustellen?"
"herr scholz, nochmal: wie sollen die bürger*innen dieses landes ihr steuergeld in ihre hände geben, wenn sie im verdacht stehen …"
"nochmal zum tod von achidi john. bleiben sie dabei, dass es ihnen nicht leid tut, seinen tot verursacht zu haben?"
das wären die fragen, die ich gehabt hätte. das wären die fragen, die wichtig gewesen wären. das wären die fragen gewesen, über die die republik hätte sprechen sollen.
sie wurden nicht gestellt. warum?
wenn man es als journalist*in einmal geschafft hat, einen zukünftigen bundeskanzler zu interviewen, dann wird man nichts tun, was diesen access wieder gefährdet. die angst betrifft nicht nur den konkreten kontakt, dazu addiert sich die angst, dass kein politiker noch mehr mit dir sprechen will.
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das wären die fragen, die ich gehabt hätte. das wären die fragen, die wichtig gewesen wären. das wären die fragen gewesen, über die die republik hätte sprechen sollen.
sie wurden nicht gestellt. warum?
wenn man es als journalist*in einmal geschafft hat, einen zukünftigen bundeskanzler zu interviewen, dann wird man nichts tun, was diesen access wieder gefährdet. die angst betrifft nicht nur den konkreten kontakt, dazu addiert sich die angst, dass kein politiker noch mehr mit dir sprechen will.
aber es geht noch weiter: als journalist hat man ein interesse, der/oder diejenige zu sein, mit dem alle im politischen betrieb sprechen wollen. jedes interview eines mächtigen menschen ist leverage, den man zum hebeln des nächsten interviewgastes nutzen kann. politiker*innen schauen auf deine gästeliste und gucken wer schon so da war und wenn das ein kreis ist, zu dem die gehören wollen, sagen sie zu.
access ist kein zustand, sondern ein karrieremodell. eines, das wunderbar funktioniert.
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aber es geht noch weiter: als journalist hat man ein interesse, der/oder diejenige zu sein, mit dem alle im politischen betrieb sprechen wollen. jedes interview eines mächtigen menschen ist leverage, den man zum hebeln des nächsten interviewgastes nutzen kann. politiker*innen schauen auf deine gästeliste und gucken wer schon so da war und wenn das ein kreis ist, zu dem die gehören wollen, sagen sie zu.
access ist kein zustand, sondern ein karrieremodell. eines, das wunderbar funktioniert.
und das endprodukt dieser entwicklung sind so leute wie joe rogan oder lex friedman, wo nicht mal mehr so getan wird, als fände hier kritischer journalismus statt, sondern wo in einer bro-kuschel-atmosphäre mit den mächtigsten der mächtigen kumpelt und die wahrheit vollends durch "authentizität" ersetzt wurde.
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aber es geht noch weiter: als journalist hat man ein interesse, der/oder diejenige zu sein, mit dem alle im politischen betrieb sprechen wollen. jedes interview eines mächtigen menschen ist leverage, den man zum hebeln des nächsten interviewgastes nutzen kann. politiker*innen schauen auf deine gästeliste und gucken wer schon so da war und wenn das ein kreis ist, zu dem die gehören wollen, sagen sie zu.
access ist kein zustand, sondern ein karrieremodell. eines, das wunderbar funktioniert.
@mspro Letztlich geht es hier um Beharrungskräfte von Systemen. Ich habe mich z.B. schon seit Piraten-Zeiten (also frühe 2010er Jahre) gefragt, ob man als Partei nur radikal und bedeutungslos sein kann oder groß und weichgespült wie z.B. die baden-württembergischen Grünen.
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