Ein Artikel von 2010:
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Ein Artikel von 2010:
Ab 18
Ab 18 | Die wunderbare Welt von Isotopp
Kris Köhntopp's blog (Fedi: @isotoppinfosec.exchange)
Die wunderbare Welt von Isotopp (blog.koehntopp.info)
Er verweist auf Rating does not work von 1999 und auf Jugendschutzfilter saugen und dafür gibt es einen Grund von 2009.
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Ein Artikel von 2024:
JusProg ist nur der Anfang
JusProg ist nur der Anfang | Die wunderbare Welt von Isotopp
Kris Köhntopp's blog (Fedi: @isotoppinfosec.exchange)
Die wunderbare Welt von Isotopp (blog.koehntopp.info)
Anläßlich der Analyse von JusProg durch @Lilith ein Blick auf den "Jugendschutz im Internet":
- Warum Jugendschutz? (Er steht im Grundgesetz, kann man also nicht weg ignorieren)
- Pre-Internet Jugendschutz (Kommunikation erfolgte durch Mediatoren, die waren wenige und finanziell ausgestattet, konnte man also regulieren)
- Drei Gründe für das Zusammenbrechen des Jugendschutzes im Internet (Mediatorfrei, massenhaft, weltweit: Du mußt jetzt jedes Individuum einzeln regulieren, jeder publiziert statt weniger Verlage, und Ausländer wirken direkt auf Deutsche Konsumenten ein, Sonderwege scheitern)
- Jugendschutz ist nicht systematisch objektivierbar und automatisierbar (sonst könntest Du Kinder von Maschinen aufziehen lassen).
- Der Default ist "an 18" (Das heißt, Leute mit kindgerechten Inhalten haben Arbeit und juristisches Risiko, was systematisch falsch rum ist).
- Aber wir brauchen Bewertungen - für unsere Sites (also gibt es geheime (sic!) Berwertungen von Sites durch Dritte in Jusprog – ohne Einspruchsmöglichkeit oder Nachricht)
Money Quote:
[Jugendschutz] machte vor dem Internet total Sinn: Da alle Inhalte kommerziell waren, waren Anbieter von Inhalten und ihre Mediatoren daran interessiert, Inhalte bewertet zu sehen und dabei die Bewertung auch so niedrig wie möglich anzusetzen, damit die Inhalte so vielen Menschen als möglich zugänglich werden.
Im Internet ist das nicht so: Ich habe gar kein Interesse daran, daß meine kostenlosen Inhalte so vielen Menschen wie möglich zugänglich werden, sondern sie sollen den richtigen Menschen zugänglich sein. Mein Markt und meine Reichweite sind so groß, daß alles andere sogar ein Problem wäre und für mich selbst zu Skalierbarkeitsproblemen führen würde. Ich würde in für meine Mission nicht relevanten Interaktionen mit unwichtigen Menschen ertrinken.
Damit entfällt die Motivation für fast alle Menschen, ihre Inhalte im Internet selbst mit einem Jugendschutzlabel zu versehen und die Politik kann das nicht verstehen. Die Diskussion stagniert seit 1996 – seit einer Generation – auf demselben Stand.
Geschadet hat das nicht – eventuell ist Jugendschutz doch kein so kritisch besonders schützenswertes Ding wie das Grundgesetz verlangt. Stattdessen sollte man darüber nachdenken, ob es nicht Methoden und Sucht-erzeugende Tricksereien gibt, die jedem Schaden, egal wie alt er ist.
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JusProg ist nur der Anfang
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Anläßlich der Analyse von JusProg durch @Lilith ein Blick auf den "Jugendschutz im Internet":
- Warum Jugendschutz? (Er steht im Grundgesetz, kann man also nicht weg ignorieren)
- Pre-Internet Jugendschutz (Kommunikation erfolgte durch Mediatoren, die waren wenige und finanziell ausgestattet, konnte man also regulieren)
- Drei Gründe für das Zusammenbrechen des Jugendschutzes im Internet (Mediatorfrei, massenhaft, weltweit: Du mußt jetzt jedes Individuum einzeln regulieren, jeder publiziert statt weniger Verlage, und Ausländer wirken direkt auf Deutsche Konsumenten ein, Sonderwege scheitern)
- Jugendschutz ist nicht systematisch objektivierbar und automatisierbar (sonst könntest Du Kinder von Maschinen aufziehen lassen).
- Der Default ist "an 18" (Das heißt, Leute mit kindgerechten Inhalten haben Arbeit und juristisches Risiko, was systematisch falsch rum ist).
- Aber wir brauchen Bewertungen - für unsere Sites (also gibt es geheime (sic!) Berwertungen von Sites durch Dritte in Jusprog – ohne Einspruchsmöglichkeit oder Nachricht)
Money Quote:
[Jugendschutz] machte vor dem Internet total Sinn: Da alle Inhalte kommerziell waren, waren Anbieter von Inhalten und ihre Mediatoren daran interessiert, Inhalte bewertet zu sehen und dabei die Bewertung auch so niedrig wie möglich anzusetzen, damit die Inhalte so vielen Menschen als möglich zugänglich werden.
Im Internet ist das nicht so: Ich habe gar kein Interesse daran, daß meine kostenlosen Inhalte so vielen Menschen wie möglich zugänglich werden, sondern sie sollen den richtigen Menschen zugänglich sein. Mein Markt und meine Reichweite sind so groß, daß alles andere sogar ein Problem wäre und für mich selbst zu Skalierbarkeitsproblemen führen würde. Ich würde in für meine Mission nicht relevanten Interaktionen mit unwichtigen Menschen ertrinken.
Damit entfällt die Motivation für fast alle Menschen, ihre Inhalte im Internet selbst mit einem Jugendschutzlabel zu versehen und die Politik kann das nicht verstehen. Die Diskussion stagniert seit 1996 – seit einer Generation – auf demselben Stand.
Geschadet hat das nicht – eventuell ist Jugendschutz doch kein so kritisch besonders schützenswertes Ding wie das Grundgesetz verlangt. Stattdessen sollte man darüber nachdenken, ob es nicht Methoden und Sucht-erzeugende Tricksereien gibt, die jedem Schaden, egal wie alt er ist.
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@masek https://blog.koehntopp.info/1997/05/14/sperrungen-im-internet/ ist die Zusammenfassung und der Haupt-Erkenntnisgewinn aus diesem 1996er Papier (das dann aus Gründen erst 1998 datiert und veröffentlicht worden ist).
Die Secorvo-Studien, an der Du, Marit Hansen und ich neben einigen anderen Menschen mitgearbeitet haben, ist hier: https://blog.koehntopp.info/2010/12/15/ein-paar-zwischenbemerkungen-bevor-der-tanz-wieder-losgeht/secorvo-studie-jugendschutz.pdf
(Das ist die auf Wunsch von ... entschärfte Version, von der wir unsere Namen dann runter haben wollten. Den Originaltext habe ich nicht jehr).
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Ab 18
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Er verweist auf Rating does not work von 1999 und auf Jugendschutzfilter saugen und dafür gibt es einen Grund von 2009.
Absolute Leseempfehlung. Das ganze ist auch heute noch genausorichtig wie vor 16 Jahren, außer dass die Piratenpartei inzwischen wieder in der Versenkung verschwunden ist. Was das Anliegen im politischen Raum schwieriger macht.
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Anläßlich der Analyse von JusProg durch @Lilith ein Blick auf den "Jugendschutz im Internet":
- Warum Jugendschutz? (Er steht im Grundgesetz, kann man also nicht weg ignorieren)
- Pre-Internet Jugendschutz (Kommunikation erfolgte durch Mediatoren, die waren wenige und finanziell ausgestattet, konnte man also regulieren)
- Drei Gründe für das Zusammenbrechen des Jugendschutzes im Internet (Mediatorfrei, massenhaft, weltweit: Du mußt jetzt jedes Individuum einzeln regulieren, jeder publiziert statt weniger Verlage, und Ausländer wirken direkt auf Deutsche Konsumenten ein, Sonderwege scheitern)
- Jugendschutz ist nicht systematisch objektivierbar und automatisierbar (sonst könntest Du Kinder von Maschinen aufziehen lassen).
- Der Default ist "an 18" (Das heißt, Leute mit kindgerechten Inhalten haben Arbeit und juristisches Risiko, was systematisch falsch rum ist).
- Aber wir brauchen Bewertungen - für unsere Sites (also gibt es geheime (sic!) Berwertungen von Sites durch Dritte in Jusprog – ohne Einspruchsmöglichkeit oder Nachricht)
Money Quote:
[Jugendschutz] machte vor dem Internet total Sinn: Da alle Inhalte kommerziell waren, waren Anbieter von Inhalten und ihre Mediatoren daran interessiert, Inhalte bewertet zu sehen und dabei die Bewertung auch so niedrig wie möglich anzusetzen, damit die Inhalte so vielen Menschen als möglich zugänglich werden.
Im Internet ist das nicht so: Ich habe gar kein Interesse daran, daß meine kostenlosen Inhalte so vielen Menschen wie möglich zugänglich werden, sondern sie sollen den richtigen Menschen zugänglich sein. Mein Markt und meine Reichweite sind so groß, daß alles andere sogar ein Problem wäre und für mich selbst zu Skalierbarkeitsproblemen führen würde. Ich würde in für meine Mission nicht relevanten Interaktionen mit unwichtigen Menschen ertrinken.
Damit entfällt die Motivation für fast alle Menschen, ihre Inhalte im Internet selbst mit einem Jugendschutzlabel zu versehen und die Politik kann das nicht verstehen. Die Diskussion stagniert seit 1996 – seit einer Generation – auf demselben Stand.
Geschadet hat das nicht – eventuell ist Jugendschutz doch kein so kritisch besonders schützenswertes Ding wie das Grundgesetz verlangt. Stattdessen sollte man darüber nachdenken, ob es nicht Methoden und Sucht-erzeugende Tricksereien gibt, die jedem Schaden, egal wie alt er ist.
@isotopp @Lilith War in LNP546 auch Thema #LogbuchNetzpolik
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