Ihr seid wahrscheinlich wie ich mit PCs groß geworden und habt deshalb ein bestimmtes Bild davon, was ein „Computer“ ist: CPU im Sockel, RAM-Riegel, Steckkarten, Laufwerke, Kabel.
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Ihr seid wahrscheinlich wie ich mit PCs groß geworden und habt deshalb ein bestimmtes Bild davon, was ein „Computer“ ist: CPU im Sockel, RAM-Riegel, Steckkarten, Laufwerke, Kabel. Man konnte Dinge austauschen, erweitern, reparieren. Der Rechner bestand aus einzelnen Komponenten.
So funktionieren Computer heute nicht mehr.
Moderne Rechner bestehen aus einem hochintegrierten SoC oder Multi-Die-Package, in dem CPU, GPU, RAM, Speichercontroller, Medienencoder, AI-Beschleuniger und große Teile des I/O-Subsystems gemeinsam sitzen. Ein moderner Mac ist architektonisch näher an einem Smartphone ohne Akku und mit besserer Kühlung als an einem klassischen Tower-PC.
Deshalb gibt es keine CPU-Sockel, keine RAM-Slots und kaum noch diskrete Komponenten. Das ist kein böser Wille, sondern der Preis für Leistung, Energieeffizienz, Speicherbandbreite und niedrige Latenzen. (Mail Lesen mit dem Tower: 150W; mit dem Mini: 5W; mit dem iPhone: 0.5W)
Dadurch gehen Rechner heute tatsächlich seltener kaputt als früher. Wenn aber etwas kaputtgeht, tauscht man nicht mehr einzelne PC-Komponenten, sondern ganze Baugruppen wie Logic Board, Display oder Batterie, weil der eigentliche „Computer“ kein Baukasten mehr ist, sondern ein integriertes System.
Hersteller wie Apple stellen außerdem Sicherheit und Diebstahlschutz in den Vordergrund, besonders im Enterprise-Umfeld.
Geräte sind heute oft bereits beim Hersteller einer Organisation zugeordnet. Sobald ein Rechner installiert wird, meldet er sich beim Hersteller, erhält automatisch das Firmen-MDM und installiert die Unternehmenssoftware selbstständig. Ein gestohlenes Gerät wird dadurch praktisch wertlos.
Dasselbe gilt für Einzelteile. Batterie, Display, Kamera, Tastatur und andere Komponenten haben eigene Seriennummern und sind dem Gerät zugeordnet. Austausch mit gestohlenen oder nicht autorisierten Teilen kann erkannt und markiert werden.
Das macht Gebrauchtverkauf und Reparatur komplizierter. Ein Gerät kann nicht mehr einfach gegen Bargeld den Besitzer wechseln, sondern muss sauber deregistriert und freigegeben werden. Gleichzeitig sorgt genau das dafür, dass Unternehmensdaten zuverlässig entfernt werden und Geräte GDPR-konform aus dem Bestand fallen.
Das verhindert Reparaturen mit Diebstahlware, erschwert Hehlerei und macht den spontanen Weiterverkauf unbequemer. Ich halte das für ein Feature, nicht für einen Fehler.
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Ihr seid wahrscheinlich wie ich mit PCs groß geworden und habt deshalb ein bestimmtes Bild davon, was ein „Computer“ ist: CPU im Sockel, RAM-Riegel, Steckkarten, Laufwerke, Kabel. Man konnte Dinge austauschen, erweitern, reparieren. Der Rechner bestand aus einzelnen Komponenten.
So funktionieren Computer heute nicht mehr.
Moderne Rechner bestehen aus einem hochintegrierten SoC oder Multi-Die-Package, in dem CPU, GPU, RAM, Speichercontroller, Medienencoder, AI-Beschleuniger und große Teile des I/O-Subsystems gemeinsam sitzen. Ein moderner Mac ist architektonisch näher an einem Smartphone ohne Akku und mit besserer Kühlung als an einem klassischen Tower-PC.
Deshalb gibt es keine CPU-Sockel, keine RAM-Slots und kaum noch diskrete Komponenten. Das ist kein böser Wille, sondern der Preis für Leistung, Energieeffizienz, Speicherbandbreite und niedrige Latenzen. (Mail Lesen mit dem Tower: 150W; mit dem Mini: 5W; mit dem iPhone: 0.5W)
Dadurch gehen Rechner heute tatsächlich seltener kaputt als früher. Wenn aber etwas kaputtgeht, tauscht man nicht mehr einzelne PC-Komponenten, sondern ganze Baugruppen wie Logic Board, Display oder Batterie, weil der eigentliche „Computer“ kein Baukasten mehr ist, sondern ein integriertes System.
Hersteller wie Apple stellen außerdem Sicherheit und Diebstahlschutz in den Vordergrund, besonders im Enterprise-Umfeld.
Geräte sind heute oft bereits beim Hersteller einer Organisation zugeordnet. Sobald ein Rechner installiert wird, meldet er sich beim Hersteller, erhält automatisch das Firmen-MDM und installiert die Unternehmenssoftware selbstständig. Ein gestohlenes Gerät wird dadurch praktisch wertlos.
Dasselbe gilt für Einzelteile. Batterie, Display, Kamera, Tastatur und andere Komponenten haben eigene Seriennummern und sind dem Gerät zugeordnet. Austausch mit gestohlenen oder nicht autorisierten Teilen kann erkannt und markiert werden.
Das macht Gebrauchtverkauf und Reparatur komplizierter. Ein Gerät kann nicht mehr einfach gegen Bargeld den Besitzer wechseln, sondern muss sauber deregistriert und freigegeben werden. Gleichzeitig sorgt genau das dafür, dass Unternehmensdaten zuverlässig entfernt werden und Geräte GDPR-konform aus dem Bestand fallen.
Das verhindert Reparaturen mit Diebstahlware, erschwert Hehlerei und macht den spontanen Weiterverkauf unbequemer. Ich halte das für ein Feature, nicht für einen Fehler.
Weil ich heute Jammer in einer Zeitung las, daß in einer Schule nicht mehr verwendbare iPads verschrottet werden, statt sie einer Zweiverwendung zuzu führen.
Muß man halt die Arbeit leisten, die Dinger korrekt zu managen, und das gilt auch für das Ende des Lifecycles.
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Weil ich heute Jammer in einer Zeitung las, daß in einer Schule nicht mehr verwendbare iPads verschrottet werden, statt sie einer Zweiverwendung zuzu führen.
Muß man halt die Arbeit leisten, die Dinger korrekt zu managen, und das gilt auch für das Ende des Lifecycles.
@isotopp Das Jammern in der Zeitung war initial fälschlicherweise wegen
Datenschutz. Der hat hier keine Aktien drinnen. Es ist auch kein Sicherheitsproblem.Es ist ein rein ökonomisches Problem und leider können heute Journalisten das nicht vermitteln. Der Restwert der Geräte ist den notwendigen Aufwand nicht wert.
Das zu erklären, dafür braucht man halt Dich
. Dazu kommt, dass die Personalausstattung für die Schul-IT den Zeiten nicht mehr angemessen ist.
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