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  3. Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.

Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.

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sexismusulmenally
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  • saysimonsay@eldritch.cafeS saysimonsay@eldritch.cafe

    Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.

    Ich habe mich aus "Männerrunden" so früh und so oft wie möglich verabschiedet, weil ich mich dort immer zutiefst unwohl gefühlt habe. Ein Grund ist, dass dort vielfach eine Gesprächskultur herrscht, die von Bräsigkeit und Selbstzufriedenheit, aber auch von Sexismus und Spott gegenüber allem, was anders ist, durchzogen ist. Es gibt nicht immer die eine unmögliche Bemerkung oder den einen unangemessenen Witz, auf die man jemanden ansprechen könnte. Man müsste bei jedem Satz unterbrechen und sagen: Wie reden wir hier eigentlich miteinander?! So habe ich es zumindest empfunden. Da ist teilweise ein kompletter Kulturwechsel nötig und nicht nur eine leichte Kurskorrektur.

    Außerdem glaube ich, dass viele Männer die Wahrheit sprechen, wenn sie sagen, dass ihnen bestimmte Arten von Äußerungen nicht oder kaum begegnen. So, wie wir alle wissen, mit welchen Kolleg*innen man einen Witz über die Chefetage teilen kann und bei wem man lieber den Mund hält, wissen Männer auch, wer "empfindlich" ist (oder sich sogar schon mal kritisch geäußert hat) und mit wem man "Spaß haben" kann, und passen ihre Bemerkungen und Witze auf die Runde der Anwesenden an. Ich habe sexistische Sprüche gehört, aber ich habe sie noch viel häufiger mitgehört aus Runden, zu denen ich nicht gehörte (und in denen ich vermutlich nicht willkommen wäre).

    Dazu kommt, dass für viele Männer ihr "harmloses" eigenes Verhalten von Fällen wie Pelicot, Epstein usw. so weit entfernt ist wie zwei Bäume an unterschiedlichen Enden eines Waldes voneinander entfernt sind. Aber in Wahrheit hängen die zwei Phänomene so eng zusammen, wie die zwei Bäume durch ein unterirdisches Pilzgeflecht verbunden sind. Sogenannte "Extremfälle" entstehen immer auf einer Basis von patriarchaler Frauen- (und oft auch Queer-)Verachtung. Ein sexistischer Witz schafft diese Basis nicht, ein permanenter Strom von Millionen von Bemerkungen und Witzen schon.

    Und als Letztes fällt mir ein, dass für viele Männer überhaupt kein Anreiz besteht, sich in dieser Hinsicht zu engagieren oder etwas zu ändern (unter anderem wegen den vorherigen Punkten, dass sie es nicht immer mitbekommen oder den Zusammenhang nicht sehen wollen). Frauen haben für Veränderung gekämpft, weil sie sich damit (teilweise) aus der untergeordneten, misslichen Lage, in die sie das Patriarchat drängen will, befreien konnten. Viele Männer sind mit ihrer Lage einigermaßen zufrieden und denken sich: Don't rock the boat, spar dir den Aufstand.

    #Sexismus #Ulmen #Ally

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    #21

    @SaySimonSay Vielen Dank für deinen Text. Ich habe darin vieles wiedererkannt und finde, du hast das sehr klar und präzise dargestellt.

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    • saysimonsay@eldritch.cafeS saysimonsay@eldritch.cafe

      Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.

      Ich habe mich aus "Männerrunden" so früh und so oft wie möglich verabschiedet, weil ich mich dort immer zutiefst unwohl gefühlt habe. Ein Grund ist, dass dort vielfach eine Gesprächskultur herrscht, die von Bräsigkeit und Selbstzufriedenheit, aber auch von Sexismus und Spott gegenüber allem, was anders ist, durchzogen ist. Es gibt nicht immer die eine unmögliche Bemerkung oder den einen unangemessenen Witz, auf die man jemanden ansprechen könnte. Man müsste bei jedem Satz unterbrechen und sagen: Wie reden wir hier eigentlich miteinander?! So habe ich es zumindest empfunden. Da ist teilweise ein kompletter Kulturwechsel nötig und nicht nur eine leichte Kurskorrektur.

      Außerdem glaube ich, dass viele Männer die Wahrheit sprechen, wenn sie sagen, dass ihnen bestimmte Arten von Äußerungen nicht oder kaum begegnen. So, wie wir alle wissen, mit welchen Kolleg*innen man einen Witz über die Chefetage teilen kann und bei wem man lieber den Mund hält, wissen Männer auch, wer "empfindlich" ist (oder sich sogar schon mal kritisch geäußert hat) und mit wem man "Spaß haben" kann, und passen ihre Bemerkungen und Witze auf die Runde der Anwesenden an. Ich habe sexistische Sprüche gehört, aber ich habe sie noch viel häufiger mitgehört aus Runden, zu denen ich nicht gehörte (und in denen ich vermutlich nicht willkommen wäre).

      Dazu kommt, dass für viele Männer ihr "harmloses" eigenes Verhalten von Fällen wie Pelicot, Epstein usw. so weit entfernt ist wie zwei Bäume an unterschiedlichen Enden eines Waldes voneinander entfernt sind. Aber in Wahrheit hängen die zwei Phänomene so eng zusammen, wie die zwei Bäume durch ein unterirdisches Pilzgeflecht verbunden sind. Sogenannte "Extremfälle" entstehen immer auf einer Basis von patriarchaler Frauen- (und oft auch Queer-)Verachtung. Ein sexistischer Witz schafft diese Basis nicht, ein permanenter Strom von Millionen von Bemerkungen und Witzen schon.

      Und als Letztes fällt mir ein, dass für viele Männer überhaupt kein Anreiz besteht, sich in dieser Hinsicht zu engagieren oder etwas zu ändern (unter anderem wegen den vorherigen Punkten, dass sie es nicht immer mitbekommen oder den Zusammenhang nicht sehen wollen). Frauen haben für Veränderung gekämpft, weil sie sich damit (teilweise) aus der untergeordneten, misslichen Lage, in die sie das Patriarchat drängen will, befreien konnten. Viele Männer sind mit ihrer Lage einigermaßen zufrieden und denken sich: Don't rock the boat, spar dir den Aufstand.

      #Sexismus #Ulmen #Ally

      suburbiabea@mastodon.socialS This user is from outside of this forum
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      #22

      @SaySimonSay

      Das ist der treffendste Take, der mir in Jahren im Netz zu Feminismus, #metoo, Sexismus und toxischer Männlichkeit begegnet ist.
      Trostlos. Aber treffend.

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      • quidcumque@rheinhessen.socialQ quidcumque@rheinhessen.social

        @SaySimonSay "Außerdem glaube ich, dass viele Männer die Wahrheit sprechen, wenn sie sagen, dass ihnen bestimmte Arten von Äußerungen nicht oder kaum begegnen."

        Kann sein, dass man es in deren Beisein nicht sagt - aber dann wissen sie meist, dass das so ist und warum (z.B. weil sie was sagen oder als queer sichtbar sind).

        Kann sein, dass sie in einem sehr woken Umfeld unterwegs sind.

        Kann aber auch sein, dass sie es gar nicht wahrnehmen, bevor sie entsprechend sensibilisiert sind.

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        rostundrad@sueden.social
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        #23

        @quidcumque @SaySimonSay Man formt auch seine Umgebung. Was gesprochen wird wenn ich nicht dabei bin kann ich nicht sagen, wobei ich auch sicher einiges nicht mitbekomme. Hörgeräte in lauter Umgebung haben ihre Grenzen.
        "Wokes Umfeld", meine Sozialkontakte konzentrieren sich auf die Arbeit, viele Frauen mit niedrigen Bildungsabschlüssen in ungelernter Tätigkeit. Einige kluge Leute mit punktuellen Schwächen.
        Meine Problembären sind Frauen die nach unten treten. Das mag ich nicht.

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        • quidcumque@rheinhessen.socialQ quidcumque@rheinhessen.social

          @SaySimonSay ja, es ist oft eine Mischung.

          Wenn mir jemand "hab ich noch nie mitbekommen" sagt, vermute ich oft eher "nicht wahrgenommen", einfach weil ICH schon so viel mitbekommen habe - ohne als männlich wahrgenommen zu werden.

          (Umgekehrt finde ich den Sexismus in vielen eben nicht woken Räumen für Mütter auch unerträglich.)

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          saysimonsay@eldritch.cafe
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          #24

          @quidcumque Ich bekomme natürlich Beispiele für Sexismus mit, aber mir ging es jetzt speziell um sexistisches Verhalten oder entsprechende Äußerungen im Gespräch mit anderen. Davon bekomme ich, glaube ich, schon deswegen wenig(er) mit, weil ich Gruppen generell meide.

          Ich mag einfach keine Gruppen und ich mag jede Einzelperson lieber außerhalb einer Gruppe. Ich habe nie eine Clique gehabt. Ich bleibe bei Gruppenaktivitäten fern oder setze mich lieber mit ein, zwei Personen in eine andere Ecke. Und die Personen suche ich mir natürlich selbst aus.

          Bei einer Gruppe ist oft auch Beifang dabei. Und in einer Gruppe wird oft anders geredet. Es gibt eher eine Neigung zu Witzen, Übertrumpfen, Unsinn. Nicht immer, aber oft. Und wenn dann (mit oder ohne Alkohol) Hemmungen fallen, dann wird es gerne mal sexistisch. (Ich weiß nicht, ob das bei Frauengruppen auch so ist. Die Machtverhältnisse – wer ist im Patriarchat oben und wer ist unten? – sind aber in dem Fall ohnehin andere.)

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          • saysimonsay@eldritch.cafeS saysimonsay@eldritch.cafe

            Als nonbinärer Mensch, der als Junge/Mann erzogen wurde (AMAB), lese ich die Aufforderungen, dass Männer einander stärker auf inakzeptables Verhalten ansprechen müssen, mit Zustimmung, aber leider auch mit Skepsis.

            Ich habe mich aus "Männerrunden" so früh und so oft wie möglich verabschiedet, weil ich mich dort immer zutiefst unwohl gefühlt habe. Ein Grund ist, dass dort vielfach eine Gesprächskultur herrscht, die von Bräsigkeit und Selbstzufriedenheit, aber auch von Sexismus und Spott gegenüber allem, was anders ist, durchzogen ist. Es gibt nicht immer die eine unmögliche Bemerkung oder den einen unangemessenen Witz, auf die man jemanden ansprechen könnte. Man müsste bei jedem Satz unterbrechen und sagen: Wie reden wir hier eigentlich miteinander?! So habe ich es zumindest empfunden. Da ist teilweise ein kompletter Kulturwechsel nötig und nicht nur eine leichte Kurskorrektur.

            Außerdem glaube ich, dass viele Männer die Wahrheit sprechen, wenn sie sagen, dass ihnen bestimmte Arten von Äußerungen nicht oder kaum begegnen. So, wie wir alle wissen, mit welchen Kolleg*innen man einen Witz über die Chefetage teilen kann und bei wem man lieber den Mund hält, wissen Männer auch, wer "empfindlich" ist (oder sich sogar schon mal kritisch geäußert hat) und mit wem man "Spaß haben" kann, und passen ihre Bemerkungen und Witze auf die Runde der Anwesenden an. Ich habe sexistische Sprüche gehört, aber ich habe sie noch viel häufiger mitgehört aus Runden, zu denen ich nicht gehörte (und in denen ich vermutlich nicht willkommen wäre).

            Dazu kommt, dass für viele Männer ihr "harmloses" eigenes Verhalten von Fällen wie Pelicot, Epstein usw. so weit entfernt ist wie zwei Bäume an unterschiedlichen Enden eines Waldes voneinander entfernt sind. Aber in Wahrheit hängen die zwei Phänomene so eng zusammen, wie die zwei Bäume durch ein unterirdisches Pilzgeflecht verbunden sind. Sogenannte "Extremfälle" entstehen immer auf einer Basis von patriarchaler Frauen- (und oft auch Queer-)Verachtung. Ein sexistischer Witz schafft diese Basis nicht, ein permanenter Strom von Millionen von Bemerkungen und Witzen schon.

            Und als Letztes fällt mir ein, dass für viele Männer überhaupt kein Anreiz besteht, sich in dieser Hinsicht zu engagieren oder etwas zu ändern (unter anderem wegen den vorherigen Punkten, dass sie es nicht immer mitbekommen oder den Zusammenhang nicht sehen wollen). Frauen haben für Veränderung gekämpft, weil sie sich damit (teilweise) aus der untergeordneten, misslichen Lage, in die sie das Patriarchat drängen will, befreien konnten. Viele Männer sind mit ihrer Lage einigermaßen zufrieden und denken sich: Don't rock the boat, spar dir den Aufstand.

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            #25

            @SaySimonSay
            Patriarchat abschaffen ist ne schöne Sisyphusarbeit und wer sonst keinen Lebenssinn hat, kann das gern machen.
            Gewalt gegen Frauen, ob psychisch oder physisch sind für mich die Probleme, wo sich Männer ändern müssen und können. Aber wie ich gestern erlebt habe, bin ich auch nur ein Troll. Soviel zum Fedivers.

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