"Die Schriftrolle von gestern ist das Storytime-Video von heute [...]."
-
"Klassiker lesen hilft eben auch dabei, zu verstehen, wo wir und unser verkorkstes Weltbild herkommen."
Ha, okay, das ist mal ein Pro-Argument für das Lesen von Klassikern, das ich nachvollziehen kann.
Und ja, sie diskutiert vorher seitenweise was das eigentlich sein soll.
-
"Klassiker lesen hilft eben auch dabei, zu verstehen, wo wir und unser verkorkstes Weltbild herkommen."
Ha, okay, das ist mal ein Pro-Argument für das Lesen von Klassikern, das ich nachvollziehen kann.
@fuzzyleapfrog hm, ich auch. ich habe mich mal durch uk kinderbuchklassiker (peter pan, jungle book, alice in wonderland, ...) gelesen, mit ähnlich motivation. also um etwas über die kultur zu erfahren, aus der diese stammen und über die, die damit aufwachsen.
-
@fuzzyleapfrog hm, ich auch. ich habe mich mal durch uk kinderbuchklassiker (peter pan, jungle book, alice in wonderland, ...) gelesen, mit ähnlich motivation. also um etwas über die kultur zu erfahren, aus der diese stammen und über die, die damit aufwachsen.
@julia Das macht so viel Sinn!
-
Und ja, sie diskutiert vorher seitenweise was das eigentlich sein soll.
"Es sind viele kleine Dinge, eben auch in der Literatur, die Diskriminierung festigen und fördern. Auch deshalb ist es unglaublich wichtig, Literatur aus unterdrückten und marginalisierten Perspektiven zu lesen, wo immer es geht."
-
"Es sind viele kleine Dinge, eben auch in der Literatur, die Diskriminierung festigen und fördern. Auch deshalb ist es unglaublich wichtig, Literatur aus unterdrückten und marginalisierten Perspektiven zu lesen, wo immer es geht."
"[...] lesen wir Geschichten über Frauen von Männern, über trans* Personen von cis Personen, über Schwarze, indigene und Menschen of Colour von weißen Personen, über jüdische Personen von christlichen und über behinderte Personen von nicht-behinderten. Und dann wundern wir uns auch noch, wie es sein kann, dass wir ein komplett falsches Bild von all diesen Menschen haben. Dabei ist es so einfach: Wir hören ihnen nicht zu. Komplett mit Absicht, seit Jahrhunderten."
-
"[...] lesen wir Geschichten über Frauen von Männern, über trans* Personen von cis Personen, über Schwarze, indigene und Menschen of Colour von weißen Personen, über jüdische Personen von christlichen und über behinderte Personen von nicht-behinderten. Und dann wundern wir uns auch noch, wie es sein kann, dass wir ein komplett falsches Bild von all diesen Menschen haben. Dabei ist es so einfach: Wir hören ihnen nicht zu. Komplett mit Absicht, seit Jahrhunderten."
Sie diskutiert im Anschluss Gründe und ich möchte einen ergänzen, der mir oft auch in der Wissenschaft begegnet: Wir werten marginalisierte Stimmen ab, indem wir ihnen fehlende Objektivität unterstellen, als wären nicht marginalisierte Stimmen objektiv. Wir legen hier also einen Standard selektiv an.
-
Sie diskutiert im Anschluss Gründe und ich möchte einen ergänzen, der mir oft auch in der Wissenschaft begegnet: Wir werten marginalisierte Stimmen ab, indem wir ihnen fehlende Objektivität unterstellen, als wären nicht marginalisierte Stimmen objektiv. Wir legen hier also einen Standard selektiv an.
@fuzzyleapfrog Das

Ich dachte, es wäre längst wissenschaftlicher Konsens, daß es Intersubjektivität gibt, nicht jedoch Objektivität?
-
"Es sind viele kleine Dinge, eben auch in der Literatur, die Diskriminierung festigen und fördern. Auch deshalb ist es unglaublich wichtig, Literatur aus unterdrückten und marginalisierten Perspektiven zu lesen, wo immer es geht."
@fuzzyleapfrog Oder, wie Virginia Woolf mal in einer Bibliothek feststellte: suche ich im Stichwort-Katalog nach "Frau" finde ich ganze Regale voller Karteikarten. Mit Werken von Autoren. Suche ich nach dem Stichwort "Mann" finde ich vllt einen halben Karteikasten mit sehr wenigen Werkken von Autor*innen.
-
@fuzzyleapfrog Das

Ich dachte, es wäre längst wissenschaftlicher Konsens, daß es Intersubjektivität gibt, nicht jedoch Objektivität?
@anders_von_hadern Das ist sehr stark abhängig von Fachgebiet und Person 🫠
-
"[...] lesen wir Geschichten über Frauen von Männern, über trans* Personen von cis Personen, über Schwarze, indigene und Menschen of Colour von weißen Personen, über jüdische Personen von christlichen und über behinderte Personen von nicht-behinderten. Und dann wundern wir uns auch noch, wie es sein kann, dass wir ein komplett falsches Bild von all diesen Menschen haben. Dabei ist es so einfach: Wir hören ihnen nicht zu. Komplett mit Absicht, seit Jahrhunderten."
@fuzzyleapfrog *es mal kauf und les* o:
-
@fuzzyleapfrog *es mal kauf und les* o:
@StripeyYena Habe es mir geliehen bei meiner Bibliothek. Es ist immer noch recht anstrengend zu lesen, auch wenn es das versucht nicht zu sein, aber wirklich sehr sympathisch.
-
Sie diskutiert im Anschluss Gründe und ich möchte einen ergänzen, der mir oft auch in der Wissenschaft begegnet: Wir werten marginalisierte Stimmen ab, indem wir ihnen fehlende Objektivität unterstellen, als wären nicht marginalisierte Stimmen objektiv. Wir legen hier also einen Standard selektiv an.
"Was ist denn dieser Schulkanon eigentlich, den es offenbar offiziell gar nicht gibt? Wer hat den gemacht? Wer ist da drin? Wer nicht? Und wieso? Und meine Kernfrage: Wieso sind das fast alles Männer? Weiße Männer, um genau zu sein. Weiße cis Männer. Weiße, christliche cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung aus der 'oberen Gesellschaftsschicht'."
-
"Was ist denn dieser Schulkanon eigentlich, den es offenbar offiziell gar nicht gibt? Wer hat den gemacht? Wer ist da drin? Wer nicht? Und wieso? Und meine Kernfrage: Wieso sind das fast alles Männer? Weiße Männer, um genau zu sein. Weiße cis Männer. Weiße, christliche cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung aus der 'oberen Gesellschaftsschicht'."
@fuzzyleapfrog Wobei fairerweise gerade in den Kulturwissenschaften und Literaturwissenschaften solche Fragen durchaus seit geraumer Zeit diskutiert werden, ohne dass daraus notwendigerweise Wirkung auf Mainstream-Literatur und/oder (Schul)bildungskanon erwächst. Gibt natürlich immer Personen oder Institute, die sich wenig davon aneignen und ungerührt nach alter Schule weitermachen. Da weiß ich mangels Erfahrung an anderen Unis nicht, wie sehr die sich und ihre Studis abschotten können. Hmm...
-
"Was ist denn dieser Schulkanon eigentlich, den es offenbar offiziell gar nicht gibt? Wer hat den gemacht? Wer ist da drin? Wer nicht? Und wieso? Und meine Kernfrage: Wieso sind das fast alles Männer? Weiße Männer, um genau zu sein. Weiße cis Männer. Weiße, christliche cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung aus der 'oberen Gesellschaftsschicht'."
Schön auf den Punkt gebracht, danke.
-
@fuzzyleapfrog Wobei fairerweise gerade in den Kulturwissenschaften und Literaturwissenschaften solche Fragen durchaus seit geraumer Zeit diskutiert werden, ohne dass daraus notwendigerweise Wirkung auf Mainstream-Literatur und/oder (Schul)bildungskanon erwächst. Gibt natürlich immer Personen oder Institute, die sich wenig davon aneignen und ungerührt nach alter Schule weitermachen. Da weiß ich mangels Erfahrung an anderen Unis nicht, wie sehr die sich und ihre Studis abschotten können. Hmm...
@fuzzyleapfrog Nachtrag, wollte gerade einen meiner Lieblingsartikel hier verlinkt empfehlen - finde ihn nicht mehr ohne Paywall. Wer Zugang hat oder sich anderweitig zu helfen weiß https://www.jstor.org/stable/41490935
Alle anderen können gerne mit auf das wissenschaftliche Publikationssystem im Besondern und die Gesamtsituation im Allgemeinen schimpfen, die stets immer weiter die Hegemonialität reproduzieren und verstärken.
Zu letzterem auch prima: Meriläinen, Tienari, Thomas, Davies 2008.
-
"Was ist denn dieser Schulkanon eigentlich, den es offenbar offiziell gar nicht gibt? Wer hat den gemacht? Wer ist da drin? Wer nicht? Und wieso? Und meine Kernfrage: Wieso sind das fast alles Männer? Weiße Männer, um genau zu sein. Weiße cis Männer. Weiße, christliche cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung. Weiße, christliche, hetero cis Männer ohne Behinderung aus der 'oberen Gesellschaftsschicht'."
@fuzzyleapfrog "Wir wollen nie aufhören zu denken - in welcher Art von >Kultur< befinden wir uns? Was sind das für Zeremonien, und warum sollten wir an ihnen teilnehmen?
Was sind das für Berufe, und warum sollten wir Geld mit ihnen machen? Kurzum, wohin führt sie uns, die Prozession der Söhne der gebildeten Männer?"Virginia Woolf anscheinend sehr aktuell grad ... hier aus "3 Guineen"
-
@fuzzyleapfrog Nachtrag, wollte gerade einen meiner Lieblingsartikel hier verlinkt empfehlen - finde ihn nicht mehr ohne Paywall. Wer Zugang hat oder sich anderweitig zu helfen weiß https://www.jstor.org/stable/41490935
Alle anderen können gerne mit auf das wissenschaftliche Publikationssystem im Besondern und die Gesamtsituation im Allgemeinen schimpfen, die stets immer weiter die Hegemonialität reproduzieren und verstärken.
Zu letzterem auch prima: Meriläinen, Tienari, Thomas, Davies 2008.
@fuzzyleapfrog Immerhin "Hegemonic Academic Practices: Experiences of Publishing from the Periphery" finde ich noch als Volltext: https://www.researchgate.net/publication/238334727_Hegemonic_Academic_Practices_Experiences_of_Publishing_from_the_Periphery
Wenn selbst nominell mit Prestige ausgestattete Forscherinnen aus gut ausgestatteten Europäischen Universitäten in groß geförderten internationalen Projekten sich solche Fragen stellen, wie schwer haben es dann wohl andere Perspektiven?
-
@fuzzyleapfrog "Wir wollen nie aufhören zu denken - in welcher Art von >Kultur< befinden wir uns? Was sind das für Zeremonien, und warum sollten wir an ihnen teilnehmen?
Was sind das für Berufe, und warum sollten wir Geld mit ihnen machen? Kurzum, wohin führt sie uns, die Prozession der Söhne der gebildeten Männer?"Virginia Woolf anscheinend sehr aktuell grad ... hier aus "3 Guineen"
@anders_von_hadern Sie ist absolut aktuell. Hatte neulich ja "A Room of One's Own" gelesen und das ist einfach immer noch aktuell und deutlich unterhaltsamer geschrieben, als ich erwartet hatte.
-
@fuzzyleapfrog Immerhin "Hegemonic Academic Practices: Experiences of Publishing from the Periphery" finde ich noch als Volltext: https://www.researchgate.net/publication/238334727_Hegemonic_Academic_Practices_Experiences_of_Publishing_from_the_Periphery
Wenn selbst nominell mit Prestige ausgestattete Forscherinnen aus gut ausgestatteten Europäischen Universitäten in groß geförderten internationalen Projekten sich solche Fragen stellen, wie schwer haben es dann wohl andere Perspektiven?
@jakob Eines der Hauptthemen mit denen sich Wissenschaftliche Bibliotheken so rumschlagen.
-
@jakob Eines der Hauptthemen mit denen sich Wissenschaftliche Bibliotheken so rumschlagen.
@fuzzyleapfrog meinst du das Thema Zugang zum Lesen oder Zugang zum Gelesenwerden?