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  3. Hier ein paar Gedanken nach meiner USA-Reise.

Hier ein paar Gedanken nach meiner USA-Reise.

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longthreadthread
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    #1

    Hier ein paar Gedanken nach meiner USA-Reise.

    Vorab: Mit vielen Akteuren wurde Vertraulichkeit vereinbart. Außerdem haben mein Mann und ich hier jeweils Familie. Es bleibt also einiges vage, und ich werde evtl. Nachfragen nicht beantworten. #longthread #thread
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    awettesfaiesus@mastodon.socialA 1 Reply Last reply
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    • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

      Hier ein paar Gedanken nach meiner USA-Reise.

      Vorab: Mit vielen Akteuren wurde Vertraulichkeit vereinbart. Außerdem haben mein Mann und ich hier jeweils Familie. Es bleibt also einiges vage, und ich werde evtl. Nachfragen nicht beantworten. #longthread #thread
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      #2

      Europa und die USA sind Teil desselben Kulturraums; sie teilen eine gemeinsame Ideengeschichte. Sie sind ethnisch eng verbunden und kulturell verwoben. Die gegenseitige Integration geht tief. Europa und die USA verbindet eine liaison exceptionnelle. In vielem sehen wir im jeweiligen Gegenüber das bessere Selbst. Die USA lieben Kultur und savoir vivre Europas, und Europa liebt die trailblazing USA unserer Frontier-Erzählungen.
      2/9

      awettesfaiesus@mastodon.socialA 1 Reply Last reply
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      • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

        Europa und die USA sind Teil desselben Kulturraums; sie teilen eine gemeinsame Ideengeschichte. Sie sind ethnisch eng verbunden und kulturell verwoben. Die gegenseitige Integration geht tief. Europa und die USA verbindet eine liaison exceptionnelle. In vielem sehen wir im jeweiligen Gegenüber das bessere Selbst. Die USA lieben Kultur und savoir vivre Europas, und Europa liebt die trailblazing USA unserer Frontier-Erzählungen.
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        #3

        Das amerikanische System hat über zweieinhalb Jahrhunderte eine extrem große Menge an Widersprüchen angehäuft. Es ist in weiten Teilen schlicht dysfunktional. Traditionen und ein progressiver Geist haben es viele Jahre getragen, aber schwache Strukturen sind nun einmal schwach. Das begann spätestens bei Roe v. Wade.
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        awettesfaiesus@mastodon.socialA 1 Reply Last reply
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        • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

          Das amerikanische System hat über zweieinhalb Jahrhunderte eine extrem große Menge an Widersprüchen angehäuft. Es ist in weiten Teilen schlicht dysfunktional. Traditionen und ein progressiver Geist haben es viele Jahre getragen, aber schwache Strukturen sind nun einmal schwach. Das begann spätestens bei Roe v. Wade.
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          #4

          Keine große Verfassungsreform seit 1787 gehabt zu haben, ist heute ein Problem. Ebenso die Fetischisierung einer „schlanken“ Staatsverwaltung, die nicht einmal Funktionen aufrechterhalten kann, von denen in Europa Konsens besteht, dass sie grundlegend sein sollten.
          4/9

          awettesfaiesus@mastodon.socialA 1 Reply Last reply
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          • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

            Keine große Verfassungsreform seit 1787 gehabt zu haben, ist heute ein Problem. Ebenso die Fetischisierung einer „schlanken“ Staatsverwaltung, die nicht einmal Funktionen aufrechterhalten kann, von denen in Europa Konsens besteht, dass sie grundlegend sein sollten.
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            #5

            Mit dem Selbstbild vieler lässt sich das kaum in Einklang bringen, ebenso wenig wie der aktuelle Zustand einer Republik, die vor allem von Minderheiten getragen wird, während sich weite Teile der Gesellschaft aus dem Gemeinwesen längst verabschiedet haben. Das Spektrum reicht ungefähr von: „Das ist keine Übung, wir kämpfen ums Überleben!“ bis „Gebt uns nicht auf: die Zivilgesellschaft ist noch nicht tot“.
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            awettesfaiesus@mastodon.socialA 2 Replies Last reply
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            • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

              Mit dem Selbstbild vieler lässt sich das kaum in Einklang bringen, ebenso wenig wie der aktuelle Zustand einer Republik, die vor allem von Minderheiten getragen wird, während sich weite Teile der Gesellschaft aus dem Gemeinwesen längst verabschiedet haben. Das Spektrum reicht ungefähr von: „Das ist keine Übung, wir kämpfen ums Überleben!“ bis „Gebt uns nicht auf: die Zivilgesellschaft ist noch nicht tot“.
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              #6

              Man bekommt hier sehr wohl mit, dass das Ansehen der USA stark gelitten hat. Das Selbstbild auf großer Bühne so sehr infrage gestellt zu sehen, verlangt den Linken hier viel ab. Der wahrgenommene Abstieg des Landes nervt sie und scheint nur schwer zu verkraften. Oft hört man die Klage: „To be hated just because we are Americans“. Dass das Bild der USA im Rest der Welt möglicherweise schon sehr lange vom Selbstbild abweicht, scheint ebenfalls schwer zu ertragen zu sein.
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                Mit dem Selbstbild vieler lässt sich das kaum in Einklang bringen, ebenso wenig wie der aktuelle Zustand einer Republik, die vor allem von Minderheiten getragen wird, während sich weite Teile der Gesellschaft aus dem Gemeinwesen längst verabschiedet haben. Das Spektrum reicht ungefähr von: „Das ist keine Übung, wir kämpfen ums Überleben!“ bis „Gebt uns nicht auf: die Zivilgesellschaft ist noch nicht tot“.
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                #7

                Ich spüre auch viel irrationalen Trotz. Gegen die eigene Regierung, gegen „die Eliten“, gegen andere Staaten, die „auf Kosten der USA“ leben. Ein Trotz, der möglicherweise vor allem demobilisierend wirkt.
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                awettesfaiesus@mastodon.socialA jabgoe2089@hub.netzgemeinde.euJ 2 Replies Last reply
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                • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

                  Ich spüre auch viel irrationalen Trotz. Gegen die eigene Regierung, gegen „die Eliten“, gegen andere Staaten, die „auf Kosten der USA“ leben. Ein Trotz, der möglicherweise vor allem demobilisierend wirkt.
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                  #8

                  Welchen Ausblick lässt das zu? Ich denke, wir müssen realisieren: Es wird kein Zurück zum status quo ante geben. Was einmal in die Welt gelangt ist, wird ein Teil von ihr. Was gesagt wurde, wurde gesagt. Was getan ist, ist getan. Egal, wie sehr wir es uns wünschen: Wir werden nicht zweimal in denselben Fluss steigen können.

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                    Welchen Ausblick lässt das zu? Ich denke, wir müssen realisieren: Es wird kein Zurück zum status quo ante geben. Was einmal in die Welt gelangt ist, wird ein Teil von ihr. Was gesagt wurde, wurde gesagt. Was getan ist, ist getan. Egal, wie sehr wir es uns wünschen: Wir werden nicht zweimal in denselben Fluss steigen können.

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                    #9

                    Die liaison exceptionnelle wird sich neu definieren. Die USA werden sich neu definieren. Das Potiential zum tiefen Bruch ist da. Für die "alte Welt" ist eine neue Zeit angebrochen.

                    We are not living in an era of change, but live through a change of eras.
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                    • awettesfaiesus@mastodon.socialA awettesfaiesus@mastodon.social

                      Ich spüre auch viel irrationalen Trotz. Gegen die eigene Regierung, gegen „die Eliten“, gegen andere Staaten, die „auf Kosten der USA“ leben. Ein Trotz, der möglicherweise vor allem demobilisierend wirkt.
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                      #10
                      @Awet Tesfaiesus, MdB
                      gegen „die Eliten“

                      das mit der abscheu vor den eliten war einer der treiber der maga. aber verstanden habe ich das nie, wer könnte elitärer sein als trump und seine kumpels?
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