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  3. 2015 wurde mein Vater von meinem Kollegen Henry Bischoff für den WDR zum Ende des Krieges und der NS-Diktatur in Deutschland am 8.

2015 wurde mein Vater von meinem Kollegen Henry Bischoff für den WDR zum Ende des Krieges und der NS-Diktatur in Deutschland am 8.

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    #1

    2015 wurde mein Vater von meinem Kollegen Henry Bischoff für den WDR zum Ende des Krieges und der NS-Diktatur in Deutschland am 8. Mai interviewt. Ich saß während des Gesprächs daneben.
    Die Befreiung von den Nazis hat er in Arken an der Elbe erlebt, wohin er und seine Mutter evakuiert wurden.

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      2015 wurde mein Vater von meinem Kollegen Henry Bischoff für den WDR zum Ende des Krieges und der NS-Diktatur in Deutschland am 8. Mai interviewt. Ich saß während des Gesprächs daneben.
      Die Befreiung von den Nazis hat er in Arken an der Elbe erlebt, wohin er und seine Mutter evakuiert wurden.

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      #2

      Mein Vater wurde am 21.02.1931 in Mönchengladbach geboren. 1933 floh die Familie in die Niederlande, wo mein Großvater versuchte, die Verbindungen nach Deutschland und in den deutschen Widerstand zu halten und zu organisieren. Am 10. Mai 1940 flieht die Familie vor den Nazis nach Belgien.

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        Mein Vater wurde am 21.02.1931 in Mönchengladbach geboren. 1933 floh die Familie in die Niederlande, wo mein Großvater versuchte, die Verbindungen nach Deutschland und in den deutschen Widerstand zu halten und zu organisieren. Am 10. Mai 1940 flieht die Familie vor den Nazis nach Belgien.

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        #3

        Mein Großvater wird das Ende des NS nicht miterleben. Er wird - wie auch meine Oma - am 10. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, nach Deutschland überstellt und am 9. September 1943 als verurteilter "Hochverräter" und Volksfeind der Nazis in Berlin Plötzensee erhängt.

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          Mein Großvater wird das Ende des NS nicht miterleben. Er wird - wie auch meine Oma - am 10. Februar 1942 von der Gestapo verhaftet, nach Deutschland überstellt und am 9. September 1943 als verurteilter "Hochverräter" und Volksfeind der Nazis in Berlin Plötzensee erhängt.

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          #4

          Zum Zeitpunkt des Interviews ist mein Vater 84 Jahre. Dieser Mann, der die Geschichte über seinen Vater kaum zu Ende bringt, ist der Mann mit dem ich aufgewachsen bin. Ein kämpferischer, streitbarer, provokanter Typ. Bei diesem Interview sehe ich ihn das erste Mal in meinem Leben weinen.

          Damals kann ich mit der Situation kaum umgehen. Und auch heute ist es weiter schwer, ihn so zu sehen. Aber ich verstehe heute viel besser, warum er war, wie er war.

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            Zum Zeitpunkt des Interviews ist mein Vater 84 Jahre. Dieser Mann, der die Geschichte über seinen Vater kaum zu Ende bringt, ist der Mann mit dem ich aufgewachsen bin. Ein kämpferischer, streitbarer, provokanter Typ. Bei diesem Interview sehe ich ihn das erste Mal in meinem Leben weinen.

            Damals kann ich mit der Situation kaum umgehen. Und auch heute ist es weiter schwer, ihn so zu sehen. Aber ich verstehe heute viel besser, warum er war, wie er war.

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            #5

            Warum wir so große Schwierigkeiten hatten, miteinander klar zu kommen. Warum ich so viel Abstand gebraucht habe.

            Diese Traumata wirken fort. In den Betroffenen und in den Familien. Nicht nur damals, sondern auch heute. Das ist es, was mir oft das Herz bricht. Das Wissen darum, wie viel Trauma wieder und wieder auf dieser Welt in Menschen produziert wird. Krieg endet nicht, wenn die Waffen schweigen.

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              Warum wir so große Schwierigkeiten hatten, miteinander klar zu kommen. Warum ich so viel Abstand gebraucht habe.

              Diese Traumata wirken fort. In den Betroffenen und in den Familien. Nicht nur damals, sondern auch heute. Das ist es, was mir oft das Herz bricht. Das Wissen darum, wie viel Trauma wieder und wieder auf dieser Welt in Menschen produziert wird. Krieg endet nicht, wenn die Waffen schweigen.

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              #6

              Deshalb ist Aufarbeitung so wichtig. Deshalb sind diese Tage so wichtig, an denen Betroffene Anerkennung für ihr Leid erfahren sollten. An denen wir darauf schauen sollten, was wir tun können, um gegenseitiges Leid zu verhindern - jeden Tag. Nicht nur in Bezug auf Kriege. Sondern im Miteinander

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