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  3. an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

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perspektivwechsoralhistory
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    @Muellers_Kabinett
    Ich muss mal meine sehr alte Tante fragen wie das damals war. Sie kam aller 3 Jahre in die DDR.
    Meine DDR-Oma musste immer einen Antrag stellen, wenn sie ihre Westtochter besuchen wollte. Eine Bewilligung gab es nur für Familienfeiern (Geburtstag/Beerdigungen) und es war auch bis kurz vorher nicht klar, ob die Genehmigung dann wirklich ausgestellt wurde.

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    #29

    @whose_nose Die Tante war im Rentenalter öfters bei uns im Westen zu Besuch - sie witzelte immer das sie nun ganz leicht und schnell eine Reisbewilligung bekäme, weil die in der DDR hoffen würden das sie bei der Verwandschaft im Westen bliebe und so dem Staat nicht mehr auf der Tasche läge. Sie hatte aber immer die Mission, aktuelle Schallplatten mit Pop-Musik für den Enkel zu schmuggeln. von ihr habe ich gelernt, wie man mehrere LP's am Rücken unter einem Korsett verbirgt 😉

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    • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

      @whose_nose Die Leipzig-Besuche waren das Bizarrste, was ich in meiner Kindheit erleben durfte - die Stadt präsentierte sich als supertoll - und in Makranstädt sah's aus wie kurz nach dem Krieg mit ungeteerten Straßen mit Schlaglöchern in denen man ganze Trabbis hätte verstecken können. Die Luft war bei kaltem Wetter Braukohle-Dunst geschwängert, so das Du vielleicht 300 Meter weit gucken konntest.

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      #30

      @Muellers_Kabinett
      Ich erinnere mich gut an Zustände von Strassen.
      Die Innenstadt von Dresden war ein Haufen Steine und jetzt stehen da auf alt gemachte Fakehäuser.
      Nasse Wände von Häusern, die im Winter geglänzt haben.
      Ich bin noch in einer ZwangsWG aufgewachsen. Die Behörde hat Wohnraum zugewiesen z.b. in dieser Altbauwohnung, und da wohnten sich fremde Leute in einer Wohnung und teilten sich Küche/WC. Das war auch so weird.
      Und die dreckige Luft.

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      • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

        @whose_nose Die 'Tante' hatte eine Führungsposition bei der Leipziger Oberpostdirektion und machte sich immer eine Spaß daraus, mir zu zeigen, wie schön es in Leipzig war - so mit Konsum-Besuchen oder einem Ausflug in den Delikat-Laden oder Museen und Ausstellungen. Die hat irgendwie das Schizophrene Spagat hin bekommen, mir Dinge zu zeigen die sie in der öffentlichen Situation hoch lobte,

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        #31

        @Muellers_Kabinett
        na Oberpostdirektion schreit ja nach Parteibuch.

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        • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

          an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

          Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

          Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

          War Zeug reinschmuggeln möglich?

          Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

          #Perspektivwechsel #OralHistory

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          #32

          @whose_nose 11 Stunden mit dem Zug von Stuttgart nach Berlin. Wenn die Grenzer in Probstzella durch die Waggons gingen war das schon einschüchternd. Man hat nicht gewagt, irgendwas Falsches zu sagen und hat aufgeatmet, wenn die wieder aus dem Zug waren. Und mit dem Auto jeeeedesmal die Frage: "Hamse Kinder dabei?" (Jetzt bloß ich den dummen Scherz machn:“ Nich, dass ich wüsste... " sonst wirste rausgezogen 😜

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          • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

            @whose_nose mir dann zuhause erklärte wie ich es verstehen müsste. Ich war 12 bei meinem ersten Besuch dort. Sie hatte übrigens zwei Schuhkartons voller Orden, die sie für ihre Leistungen erhalten hatte - sie zeigte sie mir mit den Worten 'such Dir was Schönes raus - so viele Jacken hab ich gar nicht das ich sie alle tragen könnte'

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            #33

            @Muellers_Kabinett
            und haste davon was mitgenommen? Hammer und Sichel sind ja gerade sehr im Trend bei der U18. 🤣

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            • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

              @whose_nose Die Tante war im Rentenalter öfters bei uns im Westen zu Besuch - sie witzelte immer das sie nun ganz leicht und schnell eine Reisbewilligung bekäme, weil die in der DDR hoffen würden das sie bei der Verwandschaft im Westen bliebe und so dem Staat nicht mehr auf der Tasche läge. Sie hatte aber immer die Mission, aktuelle Schallplatten mit Pop-Musik für den Enkel zu schmuggeln. von ihr habe ich gelernt, wie man mehrere LP's am Rücken unter einem Korsett verbirgt 😉

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              #34

              @Muellers_Kabinett
              oh jetzt wird es spannend. Hast du da noch mehr Erinnerungen zu "Verstecken"?

              LPs... Ich vermute mal nicht die kleinen, sondern die normal großen.
              Na immerhin wars im Winter dann schön warm am Rücken.

              muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM 1 Reply Last reply
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              • martinabrandl@mastodon.socialM martinabrandl@mastodon.social

                @whose_nose 11 Stunden mit dem Zug von Stuttgart nach Berlin. Wenn die Grenzer in Probstzella durch die Waggons gingen war das schon einschüchternd. Man hat nicht gewagt, irgendwas Falsches zu sagen und hat aufgeatmet, wenn die wieder aus dem Zug waren. Und mit dem Auto jeeeedesmal die Frage: "Hamse Kinder dabei?" (Jetzt bloß ich den dummen Scherz machn:“ Nich, dass ich wüsste... " sonst wirste rausgezogen 😜

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                #35

                @MartinaBrandl
                Ähnlich humorbefreit waren die Grenzer*innen auch an binnensozialistischen Grenzen.
                Die haben uns Kinder immer ganz genau angeschaut.
                Vermutlich war Ostberlin hipper als tiefe DDR hier in Dresden.

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                  @Muellers_Kabinett
                  Oha. DAS ist gruselig. Als junger Mensch solchen Techniken ausgesetzt zu sein.
                  Wenn wir von der DDR ins sozial. Ausland gefahren sind, mussten wir an der Grenze auch immer sagen, was wir dort vorhätten.
                  Urlaub. Aber ich hatte immer das schale Gefühl, dass sie uns generalverdächtigten und nicht glauben würden.

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                  #36

                  @whose_nose es gibt einen recht schönen Film von Wieland Speck, namens 'Westler' aus dem Jahr 1985, der die Geschichte eine Liebe zweiter junger Männer erzählt - der Eine aus Westberlin, der andere aus Ostberlin - Der Film stahlt viel Nähe und Authentizität wieder da tatsächlich mit West und Ost-Dartellern - die meisten Laien im Westen und Osten (mit verborgener Kamera oder als Touristen getarnt) gedreht wurde.

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                  • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

                    @whose_nose es gibt einen recht schönen Film von Wieland Speck, namens 'Westler' aus dem Jahr 1985, der die Geschichte eine Liebe zweiter junger Männer erzählt - der Eine aus Westberlin, der andere aus Ostberlin - Der Film stahlt viel Nähe und Authentizität wieder da tatsächlich mit West und Ost-Dartellern - die meisten Laien im Westen und Osten (mit verborgener Kamera oder als Touristen getarnt) gedreht wurde.

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                    #37

                    @whose_nose Der Unterschied der Lebensumstände und wie die Menschen sich verhalten ist in diesem Film sehr deutlich zu sehen. Wieland Speck durfte nach Erscheinen des Films dann auch nicht mehr in die DDR einreisen - möglicherweise auch, weil das Ende des Films war das die Leute aus dem Westen dem jungen Mann aus dem Osten eine Flucht über Ungarn organisierten, damit sie dauerhaft zusammen kamen.

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                    • muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM muellers_kabinett@mstdn.strafpla.net

                      @whose_nose Der Unterschied der Lebensumstände und wie die Menschen sich verhalten ist in diesem Film sehr deutlich zu sehen. Wieland Speck durfte nach Erscheinen des Films dann auch nicht mehr in die DDR einreisen - möglicherweise auch, weil das Ende des Films war das die Leute aus dem Westen dem jungen Mann aus dem Osten eine Flucht über Ungarn organisierten, damit sie dauerhaft zusammen kamen.

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                      #38

                      @whose_nose Eine Szene, die mir im Gedächtnis blieb, war der Grenzübertritt rüber und zurück am Übergang Zoo im 'Palast der Tränen'. In dem Film immer als eine 'wenn jetzt was schief läuft, wird alles ganz schrecklich'-Szene

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                        @whose_nose es gibt einen recht schönen Film von Wieland Speck, namens 'Westler' aus dem Jahr 1985, der die Geschichte eine Liebe zweiter junger Männer erzählt - der Eine aus Westberlin, der andere aus Ostberlin - Der Film stahlt viel Nähe und Authentizität wieder da tatsächlich mit West und Ost-Dartellern - die meisten Laien im Westen und Osten (mit verborgener Kamera oder als Touristen getarnt) gedreht wurde.

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                        wrote last edited by
                        #39

                        @Muellers_Kabinett
                        Das klingt spannend.

                        Meine Mutter hat mit Personaldaten zu tun gehabt und ihr war verboten Altpapier mit nach Hause zu bringen. (Es gab ja Lohnabrechnungen für Sportler*innen, die nie in der Bude gearbeitet hatten)
                        Naja - als Upcyclingbewusste DDR Bürgerin hat sie natürlich wiederverwendet und es gib ne Menge Kinderzeichnungen von mir mit Personalsensiblen Daten drauf.
                        Das war ihre Art des fuck you an den Staat. Wir waren ja systemkritisch...

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                          @Muellers_Kabinett
                          oh jetzt wird es spannend. Hast du da noch mehr Erinnerungen zu "Verstecken"?

                          LPs... Ich vermute mal nicht die kleinen, sondern die normal großen.
                          Na immerhin wars im Winter dann schön warm am Rücken.

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                          #40

                          @whose_nose die besagen Orden - ich hatte mir zwei Hände voll raus gesucht - wurde bei unserer Rückreise im Kulturbeutel meiner Mutter versteckt. Der Mann der 'Tante' züchtete Kakarienvögel (übrigens eine damals begehrte Konversionswährung) und wir nahmen bei dem damaligen Besuch einen dieser Vögel in einem winzigen Vogelkäfig mit - damit der Vogel nicht an der Grenze plötzlich zu singen anfing, wurde der Käfig in mehrere Lagen Badetücher eingewickelt,

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                            @whose_nose die besagen Orden - ich hatte mir zwei Hände voll raus gesucht - wurde bei unserer Rückreise im Kulturbeutel meiner Mutter versteckt. Der Mann der 'Tante' züchtete Kakarienvögel (übrigens eine damals begehrte Konversionswährung) und wir nahmen bei dem damaligen Besuch einen dieser Vögel in einem winzigen Vogelkäfig mit - damit der Vogel nicht an der Grenze plötzlich zu singen anfing, wurde der Käfig in mehrere Lagen Badetücher eingewickelt,

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                            #41

                            @whose_nose damit er nichts hörte was ihn triggerte und damit es dunkel war. Der Vogel war übrigens ein Tausch gegen 20 Zündkerzen von Bosch, mit denen der Onkel anschließen wichtige Teile zur Reparatur seines betagten Wartburgs organisieren konnte

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                              @whose_nose damit er nichts hörte was ihn triggerte und damit es dunkel war. Der Vogel war übrigens ein Tausch gegen 20 Zündkerzen von Bosch, mit denen der Onkel anschließen wichtige Teile zur Reparatur seines betagten Wartburgs organisieren konnte

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                              #42

                              @Muellers_Kabinett
                              Stark -
                              mein Vater musste eine Schlagbohrmaschine gegen einen Westwalkman tauschen. Verwandtschaft kann manchmal ganz schön mies sein.
                              Der Walkman hat sicherlich wenig gekostet im Verhältnis zur DDr-Bohrmaschine.
                              Aber hey - wir haben selten eine Bravo bekommen, deren Plakate für 20 DDr-Mark in der Klasse vertickt worden sind.

                              Habt ihr dann eigentlich immer Stollen zu Weihnachten geschickt bekommen?

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                                @Muellers_Kabinett
                                Das klingt spannend.

                                Meine Mutter hat mit Personaldaten zu tun gehabt und ihr war verboten Altpapier mit nach Hause zu bringen. (Es gab ja Lohnabrechnungen für Sportler*innen, die nie in der Bude gearbeitet hatten)
                                Naja - als Upcyclingbewusste DDR Bürgerin hat sie natürlich wiederverwendet und es gib ne Menge Kinderzeichnungen von mir mit Personalsensiblen Daten drauf.
                                Das war ihre Art des fuck you an den Staat. Wir waren ja systemkritisch...

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                                #43

                                @whose_nose ich glaube, diese Momente der kleinen Rache brauchte es um sich etwas besser zu fühlen. Die Worte der Tante beim Besuch des Konsum, als wir vor dem Gemüse-Regal standen, in dem traurige Kartoffeln vor sich in schrumpelten und Kohlköpfe wenig angenehm rochen, waren allen Ernstes: 'komm, ich zeig Dir, welche Segnungen der Sozialismus in Makranstädt für die Bürger der DDR bereit hält...'

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                                  @whose_nose ich glaube, diese Momente der kleinen Rache brauchte es um sich etwas besser zu fühlen. Die Worte der Tante beim Besuch des Konsum, als wir vor dem Gemüse-Regal standen, in dem traurige Kartoffeln vor sich in schrumpelten und Kohlköpfe wenig angenehm rochen, waren allen Ernstes: 'komm, ich zeig Dir, welche Segnungen der Sozialismus in Makranstädt für die Bürger der DDR bereit hält...'

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                                  #44

                                  @whose_nose Der ganze Laden war war so surreal im Zusammenhang mit ihren Lobäußerungen das ich überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Besonders beeindruckend waren auch das Konserveregal mit Dosen, deren Etiketten sich abgelöst hatten und vor dem Regal auf dem Boden lagen - quasi eine Konserven-Lotterie, und ganz besonders die gefühlt 10 Regalmeter harte Spirituosen - übrigens das einzige, prall gefüllte Regal

                                  whose_nose@dresden.networkW 1 Reply Last reply
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                                  • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                                    an DDR-Besucher*innen aus dem Westen

                                    Hattet ihr eigentlich nie Sorge nicht wieder rauszukommen?

                                    Was passierte an der Grenze zur DDR und dann wieder von der DDR raus?

                                    War Zeug reinschmuggeln möglich?

                                    Wie seid ihr mit Parteilinie-Verwandtschaft umgegangen?

                                    #Perspektivwechsel #OralHistory

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                                    #45

                                    @whose_nose Es war lang und nervenaufreibend. Ich hatte als Kind einfach Angst vor dem Auftreten der Grenzsoldaten.
                                    Reinschmuggeln war schwierig, das Auto wurde durchsucht, inklusive Spürhunde und Spiegel, um unter das Auto zu sehen.
                                    Die Geschenke für meine Cousins und Cousinen wurden meistens konfisziert, speziell Medien wie Fußballzeitschriften oder so. Mit spitzen Fingern, ausgestrecktem Arm und gerümpfter Nase. 🤷

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                                      @whose_nose Der ganze Laden war war so surreal im Zusammenhang mit ihren Lobäußerungen das ich überhaupt nicht mit der Situation umgehen konnte. Besonders beeindruckend waren auch das Konserveregal mit Dosen, deren Etiketten sich abgelöst hatten und vor dem Regal auf dem Boden lagen - quasi eine Konserven-Lotterie, und ganz besonders die gefühlt 10 Regalmeter harte Spirituosen - übrigens das einzige, prall gefüllte Regal

                                      whose_nose@dresden.networkW This user is from outside of this forum
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                                      #46

                                      @Muellers_Kabinett
                                      Die DDR-Tampons waren im wahrsten Sinne der Hammer.
                                      Ich wollte nie menstruieren, weil diese Monster so groß waren.
                                      Ans Koservenlotto kann ich mich nicht erinnern, aber umso lebendiger an den Milchbottich - die Milch war literweise in Tüten drin. und der Bottich mit den Tüten stand immer unter MilchWasser.
                                      Als Kind musste ich immer feste auf die Verpackung drücken um zu checken, ob ich eine unversehrte Packung erwischt habe. Wenn ich Pech hatte, kam mir eine Fontäne entgegen .
                                      Der Geruch von Milch und dem metalischem Geruch des Einkaufswagen ist mir heute noch erinnerlich.
                                      Und die Alk-Regal.
                                      Und Kubaorangen - grüne unreife Früchte - wir haben sie trotzem gegessen.

                                      muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM 1 Reply Last reply
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                                      • whose_nose@dresden.networkW whose_nose@dresden.network

                                        @Muellers_Kabinett
                                        Stark -
                                        mein Vater musste eine Schlagbohrmaschine gegen einen Westwalkman tauschen. Verwandtschaft kann manchmal ganz schön mies sein.
                                        Der Walkman hat sicherlich wenig gekostet im Verhältnis zur DDr-Bohrmaschine.
                                        Aber hey - wir haben selten eine Bravo bekommen, deren Plakate für 20 DDr-Mark in der Klasse vertickt worden sind.

                                        Habt ihr dann eigentlich immer Stollen zu Weihnachten geschickt bekommen?

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                                        #47

                                        @whose_nose Der Stollen war Programm - die Zutaten wurden teilweise in getrennten Paketen im Spätsommer nach Leipzig geschickt - und zwar an die Dienststelle der Tante. Dann gab es Ankündigungsbriefe in denen explizit erwähnt wurde, mit welcher Freude die Mutter der Tante sich an die Zubereitung des Teigs machte, und Anfang der Adventszeit trudelte dann das Paket mit dem Monstrum ein - 20 Kilo Paket, davon entfielen 10 auf den Stollen. Es war immer irgendwas für jeden von uns drin, teils selbst

                                        muellers_kabinett@mstdn.strafpla.netM whose_nose@dresden.networkW 2 Replies Last reply
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                                          @whose_nose Der Stollen war Programm - die Zutaten wurden teilweise in getrennten Paketen im Spätsommer nach Leipzig geschickt - und zwar an die Dienststelle der Tante. Dann gab es Ankündigungsbriefe in denen explizit erwähnt wurde, mit welcher Freude die Mutter der Tante sich an die Zubereitung des Teigs machte, und Anfang der Adventszeit trudelte dann das Paket mit dem Monstrum ein - 20 Kilo Paket, davon entfielen 10 auf den Stollen. Es war immer irgendwas für jeden von uns drin, teils selbst

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                                          #48

                                          @whose_nose gebastelt oder gestrickt und auch schon mal in wilden Tauschaktionen besorgt - kleine Schnitzfiguren aus dem Erzgebirge oder so spisselige. zerbrechliche Vasen und Figürchen aus Glas. Ich habe als Kind nicht verstanden, wie viel Aufwand im Inhalt dieser Pakete stecke und schon gar nicht, welch ein Gewese meine Eltern um den Schutz dieser Dinge bei uns Zuhause machten - ich fand das Zeug nicht schön und die Pullover der Tante haben unheimlich gekratzt

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