Diese GKV-Reform ist ein Angriff auf kranke und behinderte Menschen.
-
@lairsdragon Wenn du aber eben nicht chronisch krank bist, musst du 2 % deines Jahresbrottos erstmal bezahlen, bevor du irgendetwas zurückbekommst. In meinem Fall sind das 797€ , und erst wenn ich diese überschritten habe, würde ich eine Erstattung der weiteren anfallenden Zuzahlungen bekommen.
Und nebenbei zahlen viele chronisch Kranke auch immer wieder Medikamente ganz selbst. Zum Beispiel Antihistaminika bei MCAS (da rezeptfrei, wird das ja nicht einmal auf die Belastungsgrenze angerechnet)
-
@SchreibeEinfach deshalb wird die Belastungsgrenze ja prozentual am Einkommen ermittelt - damit die Belastung zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt. Die GKV ist am Ende - da finde ich den Ansatz der Kommission, jede und jeden einen Beitrag leisten zu lassen, den fairsten Weg. Aber wenn du einen besseren Vorschlag hast gerne her damit!
@tdpsk @SchreibeEinfach subjektiv vs kumuliert vs individuell. Ihr habt alle recht. Das problem: wir leben multimorbide länger. Die KKH Kosten sind das "Problem". Was keiner sagt: man könnte es machen wie UK und ab 70 gibts keine Hüfte mehr. Sagt keiner, weil alle schreien (zu recht). Also: was tun? (Imo: Zusatzbeitrag muss weiter steigen inkl. AG)
-
@tdpsk @SchreibeEinfach subjektiv vs kumuliert vs individuell. Ihr habt alle recht. Das problem: wir leben multimorbide länger. Die KKH Kosten sind das "Problem". Was keiner sagt: man könnte es machen wie UK und ab 70 gibts keine Hüfte mehr. Sagt keiner, weil alle schreien (zu recht). Also: was tun? (Imo: Zusatzbeitrag muss weiter steigen inkl. AG)
@GeraintLlanfrancheta @tdpsk Nein, wir müssen uns überlegen, ob wir als Staat, als Nation, als Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern und als Wähler diese Ungerechtigkeit gefallen lassen wollen. Wir können offenkundig Milliarden bewegen und für alles mögliche aufbringen. Warum nicht für die Menschen?
-
@GeraintLlanfrancheta @tdpsk Nein, wir müssen uns überlegen, ob wir als Staat, als Nation, als Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern und als Wähler diese Ungerechtigkeit gefallen lassen wollen. Wir können offenkundig Milliarden bewegen und für alles mögliche aufbringen. Warum nicht für die Menschen?
@SchreibeEinfach @GeraintLlanfrancheta wir sind uns ja nicht mal einig, dass hier eine Ungerechtigkeit vorliegt - ich habe ja ausgeführt weshalb ich es durchaus gerecht finde, wenn alle im Rahmen des Zumutbaren (Reminder: wir reden über maximal 2% Belastung!) an den steigenden Kosten des Gesundheitssystems beteiligt werden. Aber: die Vorschläge sind als Gesamtkatalog zu lesen. Einzelne Maßnahmen herauspicken ist nicht zielführend.
-
@SchreibeEinfach @GeraintLlanfrancheta wir sind uns ja nicht mal einig, dass hier eine Ungerechtigkeit vorliegt - ich habe ja ausgeführt weshalb ich es durchaus gerecht finde, wenn alle im Rahmen des Zumutbaren (Reminder: wir reden über maximal 2% Belastung!) an den steigenden Kosten des Gesundheitssystems beteiligt werden. Aber: die Vorschläge sind als Gesamtkatalog zu lesen. Einzelne Maßnahmen herauspicken ist nicht zielführend.
@tdpsk @SchreibeEinfach Bürgerversicherung a la Schweiz macht rational den meisten Sinn ... Problem ist halt der Übergang ... seit 50 Jahren unmöglich ... ich halte das Papier für ein gutes "Pflaster" .... wir werden aber zu den harten Diskussionen noch als Gesellschaft noch kommen müssen
-
@tdpsk @SchreibeEinfach Bürgerversicherung a la Schweiz macht rational den meisten Sinn ... Problem ist halt der Übergang ... seit 50 Jahren unmöglich ... ich halte das Papier für ein gutes "Pflaster" .... wir werden aber zu den harten Diskussionen noch als Gesellschaft noch kommen müssen
@GeraintLlanfrancheta @SchreibeEinfach wie der Wechsel funktioniert haben uns die Niederländer vor ein paar Jahren gezeigt
das Problem ist: nach dem Pflaster wird es noch schwerer. Denn jede Welle an höheren Kosten für weniger Leistung führt zu neuen PKV-Wechslern. -
@SchreibeEinfach @GeraintLlanfrancheta wir sind uns ja nicht mal einig, dass hier eine Ungerechtigkeit vorliegt - ich habe ja ausgeführt weshalb ich es durchaus gerecht finde, wenn alle im Rahmen des Zumutbaren (Reminder: wir reden über maximal 2% Belastung!) an den steigenden Kosten des Gesundheitssystems beteiligt werden. Aber: die Vorschläge sind als Gesamtkatalog zu lesen. Einzelne Maßnahmen herauspicken ist nicht zielführend.
@tdpsk @SchreibeEinfach oh .... das mit NL muss ich lesen
-
@SchreibeEinfach deshalb wird die Belastungsgrenze ja prozentual am Einkommen ermittelt - damit die Belastung zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt. Die GKV ist am Ende - da finde ich den Ansatz der Kommission, jede und jeden einen Beitrag leisten zu lassen, den fairsten Weg. Aber wenn du einen besseren Vorschlag hast gerne her damit!
Fiktives Beispiel:
Frau aus NRW, ledig, Mitglied der Kirche und bei der DAK versichert (Zusatzbetrag aktuell 3,2 %).
Sie abeitet vollzeit bei Mindestlohn, ihr Jahresbrutto beträgt somit 28689,60 € .
Netto hat sie also jeden Monat 1.688,28 € zur Verfügung.
Davon zahlt sie 500 € Miete und 200 € Nebenkosten. Ihr Auto kostet inkl. Nebenkosten jeden Monat durchschnittlich 200 €. GEZ, Handy und Internet liegen zusammen bei 72,26 €. [Thread] -
Fiktives Beispiel:
Frau aus NRW, ledig, Mitglied der Kirche und bei der DAK versichert (Zusatzbetrag aktuell 3,2 %).
Sie abeitet vollzeit bei Mindestlohn, ihr Jahresbrutto beträgt somit 28689,60 € .
Netto hat sie also jeden Monat 1.688,28 € zur Verfügung.
Davon zahlt sie 500 € Miete und 200 € Nebenkosten. Ihr Auto kostet inkl. Nebenkosten jeden Monat durchschnittlich 200 €. GEZ, Handy und Internet liegen zusammen bei 72,26 €. [Thread]@tdpsk @SchreibeEinfach Hygenieartikel braucht sie für 30 € im Monat, sie benötigt außerdem Medikamente gegen Eisen- und Folsäuremangel, außerdem nimmt sie Schilddrüsenhormone und regelmäßig Schmerzmittel. Die Kosten hierfür belaufen sich auf insgesamt 12,62 €/Monat. Sie nimmt die Pille, das kostet sie 30 € im Monat.
Die Fixkosten der fiktiven Dame liegen also bei 1032,62 €, übrig hat sie am Ende des Monats also 655,66 € für alles weitere. -
@tdpsk @SchreibeEinfach Hygenieartikel braucht sie für 30 € im Monat, sie benötigt außerdem Medikamente gegen Eisen- und Folsäuremangel, außerdem nimmt sie Schilddrüsenhormone und regelmäßig Schmerzmittel. Die Kosten hierfür belaufen sich auf insgesamt 12,62 €/Monat. Sie nimmt die Pille, das kostet sie 30 € im Monat.
Die Fixkosten der fiktiven Dame liegen also bei 1032,62 €, übrig hat sie am Ende des Monats also 655,66 € für alles weitere.@tdpsk @SchreibeEinfach Sie möchte gerne essen, das hält sie für eine gute Idee. Lebensmittelkosten für den Monat? Sie is(s)t sparsam, sagen wir mal 60 € die Woche, also knapp 260 € im Monat.
Einmal Blutwerte, die die Kasse nicht zahlt? Sagen wir mal 30 €. (Ich, selbst chronisch krank, hab neulich 380 € gezahlt.) Fuß verstaucht, Verbände und Salbe gebraucht? 12 €. Einmal ausgehen im Monat mit Freund*innen? 30 €.
-
@tdpsk @SchreibeEinfach Sie möchte gerne essen, das hält sie für eine gute Idee. Lebensmittelkosten für den Monat? Sie is(s)t sparsam, sagen wir mal 60 € die Woche, also knapp 260 € im Monat.
Einmal Blutwerte, die die Kasse nicht zahlt? Sagen wir mal 30 €. (Ich, selbst chronisch krank, hab neulich 380 € gezahlt.) Fuß verstaucht, Verbände und Salbe gebraucht? 12 €. Einmal ausgehen im Monat mit Freund*innen? 30 €.
@tdpsk @SchreibeEinfach Huch, da hat sie nur noch 323,66 €. Und nun möge man mir erklären, wie man ernsthaft behaupten kann, dass ihre finanzielle Belastungsgrenze von 573,79 € fair ist und "die Belastung zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt", wenn die Grenze bei knapp 57 % dessen liegt, was sie im Monat zur Verfügung hat, also bei knapp 5 % dessen, was sie im Jahr zur freien Verfügung hat, wenn es wirklich viele Menschen gibt, die diese Abbuchungen nicht mal wirklich bemerken würden?
-
@tdpsk @SchreibeEinfach Huch, da hat sie nur noch 323,66 €. Und nun möge man mir erklären, wie man ernsthaft behaupten kann, dass ihre finanzielle Belastungsgrenze von 573,79 € fair ist und "die Belastung zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt", wenn die Grenze bei knapp 57 % dessen liegt, was sie im Monat zur Verfügung hat, also bei knapp 5 % dessen, was sie im Jahr zur freien Verfügung hat, wenn es wirklich viele Menschen gibt, die diese Abbuchungen nicht mal wirklich bemerken würden?
@tdpsk @SchreibeEinfach Ergänzend: "Aber wenn du einen besseren Vorschlag hast gerne her damit!" finde ich maximal unangenehm. Man kann und darf benennen, dass Dinge schlecht sind, ohne bessere Lösungen zu haben.
-
@tdpsk @SchreibeEinfach Ergänzend: "Aber wenn du einen besseren Vorschlag hast gerne her damit!" finde ich maximal unangenehm. Man kann und darf benennen, dass Dinge schlecht sind, ohne bessere Lösungen zu haben.
@carolin @SchreibeEinfach nochmal: viele verstehen nicht, wie kurz vor dem Zusammenbruch unsere Sozialsysteme - vor allem die GKV - stehen. Es braucht eine umfassende Reform, an der sich alle beteiligen. Ich finde es unehrlich, aus einem Reformvorschlag, der explizit als Gesamtbild gedacht ist, Einzelmaßnahmen herauszupicken. Die Frau im Beispiel würde bei Umsetzung aller Maßnahmen in Summe über die nächsten Jahre entlastet - das gehört zu einer ehrlichen Diskussion dazu.
-
@carolin @SchreibeEinfach nochmal: viele verstehen nicht, wie kurz vor dem Zusammenbruch unsere Sozialsysteme - vor allem die GKV - stehen. Es braucht eine umfassende Reform, an der sich alle beteiligen. Ich finde es unehrlich, aus einem Reformvorschlag, der explizit als Gesamtbild gedacht ist, Einzelmaßnahmen herauszupicken. Die Frau im Beispiel würde bei Umsetzung aller Maßnahmen in Summe über die nächsten Jahre entlastet - das gehört zu einer ehrlichen Diskussion dazu.
@tdpsk @SchreibeEinfach
Du verwechselst Kritik mit Unverständnis, befürchte ich.Ich habe übrigens nichts herausgepickt, ich habe auf Deinen Toot geantwortet. Du schriebst: „deshalb wird die Belastungsgrenze ja prozentual am Einkommen ermittelt - damit die Belastung zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt.“
Und ich habe aufgezeigt, warum das System schon jetzt nicht das ist, das man gemeinhin unter fair versteht, und eben nicht zur finanziellen Leistungsfähigkeit passt. -
@carolin @SchreibeEinfach nochmal: viele verstehen nicht, wie kurz vor dem Zusammenbruch unsere Sozialsysteme - vor allem die GKV - stehen. Es braucht eine umfassende Reform, an der sich alle beteiligen. Ich finde es unehrlich, aus einem Reformvorschlag, der explizit als Gesamtbild gedacht ist, Einzelmaßnahmen herauszupicken. Die Frau im Beispiel würde bei Umsetzung aller Maßnahmen in Summe über die nächsten Jahre entlastet - das gehört zu einer ehrlichen Diskussion dazu.
@tdpsk @carolin Timo, auch beim dritten „nochmal“ wird es nicht richtiger. Du tust so, als gäbe es nur die Wahl zwischen blindem Schlucken des ganzen Pakets oder Unehrlichkeit. Das ist Unsinn. Gerade weil es ein Gesamtpaket ist, darf man jede einzelne Maßnahme prüfen und kritisieren. Die Kommission selbst hat 66 Vorschläge vorgelegt, und 59 davon zielen vor allem auf Ausgabenbremse, nur 7 auf mehr Einnahmen. 1/x
-
@tdpsk @carolin Timo, auch beim dritten „nochmal“ wird es nicht richtiger. Du tust so, als gäbe es nur die Wahl zwischen blindem Schlucken des ganzen Pakets oder Unehrlichkeit. Das ist Unsinn. Gerade weil es ein Gesamtpaket ist, darf man jede einzelne Maßnahme prüfen und kritisieren. Die Kommission selbst hat 66 Vorschläge vorgelegt, und 59 davon zielen vor allem auf Ausgabenbremse, nur 7 auf mehr Einnahmen. 1/x
-
@tdpsk @carolin „Das System steht unter Druck“ ist kein Zaubersatz, der schlechte Ideen plötzlich gut macht.
Und dann dein Punkt mit dem „Gesamtbild“. Auch der zieht nicht. Denn ein rechnerisches Plus „über die nächsten Jahre“ hilft der Frau im Beispiel nicht, wenn sie vorher sofort mehr zahlen, verzichten oder Belastungen tragen soll. 3/x -
@tdpsk @carolin „Das System steht unter Druck“ ist kein Zaubersatz, der schlechte Ideen plötzlich gut macht.
Und dann dein Punkt mit dem „Gesamtbild“. Auch der zieht nicht. Denn ein rechnerisches Plus „über die nächsten Jahre“ hilft der Frau im Beispiel nicht, wenn sie vorher sofort mehr zahlen, verzichten oder Belastungen tragen soll. 3/x -
@tdpsk @carolin
Noch etwas: Selbst aus dem politischen Berlin kommt der Hinweis, dass Sparen allein nicht reicht und dass zentrale Annahmen des Pakets umstritten sind. Sogar bei großen Brocken wie der Finanzierung der Beiträge für Bürgergeldempfänger aus dem Bundeshaushalt gibt es schon Widerstand. Also hör bitte auf, das Paket so zu behandeln, als sei es ein geschlossenes, widerspruchsfreies Meisterwerk. 5/x -
@tdpsk @carolin
Noch etwas: Selbst aus dem politischen Berlin kommt der Hinweis, dass Sparen allein nicht reicht und dass zentrale Annahmen des Pakets umstritten sind. Sogar bei großen Brocken wie der Finanzierung der Beiträge für Bürgergeldempfänger aus dem Bundeshaushalt gibt es schon Widerstand. Also hör bitte auf, das Paket so zu behandeln, als sei es ein geschlossenes, widerspruchsfreies Meisterwerk. 5/x@tdpsk @carolin Es ist ein Vorschlagskatalog mit großem Ermessensspielraum. Genau deshalb muss man die einzelnen Punkte auseinandernehmen.
Die ehrliche Wahrheit ist viel einfacher: Man kann sagen, dass die GKV reformiert werden muss. Und man kann gleichzeitig sagen, dass Reformen nicht auf Kosten der Menschen gehen dürfen, die schon jetzt jeden Euro umdrehen. Wer diese Kritik als „Rosinenpicken“ abtut, redet nicht ehrlich. 6/x