Hab mir jetzt gebraucht das #Braunbuch von Kappelt gekauft.
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@stefanmuelller Gibt es so ein Braunbuch auch für die alten Bundesländer?
Ja, guckst Du hier:
Das waren wohl Nazis, von denen man in der DDR fand, dass sie im Gefängnis sitzen sollten. Also nicht einfach NSDAP-Mitglieder.
Ich habe es selbst noch nicht angeguckt, aber Josef Abott kommt darin vor. Der wird einfach nur so genannt. Nix Kurzbiografie. Aber man findet etwas im Netz, das zeigt, dass es durchaus sehr berechtigt war:
Ist sehr lang. Hier kurz und ein paar Highlights Richtung neuere Geschichte:
Abott war Staatsanwalt und hat in Danzig ein paar polnische Eierdiebe zum Tode verurteilt.
„Im Mai 1970 schrieb Abbott dieserhalb an den Landtagsabgeordneten Heinz Schwarz (den späteren Innenminister von Rheinland-Pfalz) und bat diesen, sich bei dem Ministerpräsidenten Helmut Kohl für seine Beförderung zu verwenden. Außerdem bat Abbott zur gleichen Zeit in einem Schreiben an die Staatskanzlei um eine persönliche Vorsprache bei Ministerpräsident Kohl oder dem Chef der Staatskanzlei Willibald Hilf wegen der bisher unterbliebenen Beförderung zum Oberstaatsanwalt.“
„Im Januar 1977 gab es wiederum Grund, Abbott für die der Allgemeinheit geleisteten treuen Dienste Dank und Anerkennung auszusprechen. Anlass war Abbotts 40-jähriges Dienstjubiläum. Diesmal war es der Ministerpräsident Bernhard Vogel, der ihm dankte. Zwei Monate später – mit Wirkung vom 31. März 1977 – trat Abbott mit fast 64 Jahren in den Ruhestand. Auch dabei sprach Ministerpräsident Bernhard Vogel Abbott für die in langjähriger treuer Pflichterfüllung geleisteten Dienste Dank und Anerkennung der Landesregierung aus.“
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Hab mir jetzt gebraucht das #Braunbuch von Kappelt gekauft. Es gibt 336 Seiten mit Auflistungen von NSDAP-Mitgliedern, die in der DDR etwas geworden sind. Nur wird oft nicht gesagt, was die in der NSDAP gemacht haben und ob man ihnen außer ihrer Mitgliedschaft etwas vorwerfen kann. Die Karteikarten der NSDAP haben Mitgliedsnummern bis 10.174.581.
(Krass mal wieder #Wikipedia!)
Das bedeutet, dass man in der Bundesrepublik und auch in der DDR sicher viele, viele Parteimitglieder finden kann. Das allein heißt noch nicht viel.
Dann gibt es Offiziere der Wehrmacht, die aber dann im NKFD gegen Deutschland gekämpft haben.
General Arno von Lenski wurde dafür sogar in Deutschland in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
Es ist natürlich schön, deren Biographien da mit in diesem Buch zu haben, aber für den Nachweis, dass es eine Kontinuität von Nazis zur DDR gegeben habe, taugen diese Personen nicht.

2/ Diese Wikipedia-#NSDAP-Liste ist wirklich toll. Da findet man zum Beispiel auch Genscher, der 1944 zum Führergeburtstag eingetreten ist.
Also ich würde schon sagen, dass aus der Mitgliedschaft in der NSDAP noch nicht unbedingt was folgt. Besser ist natürlich, man war da nicht drin.
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2/ Diese Wikipedia-#NSDAP-Liste ist wirklich toll. Da findet man zum Beispiel auch Genscher, der 1944 zum Führergeburtstag eingetreten ist.
Also ich würde schon sagen, dass aus der Mitgliedschaft in der NSDAP noch nicht unbedingt was folgt. Besser ist natürlich, man war da nicht drin.
Ich mochte den nicht besonders.
Aber: Das jemand mit 17 in die NSDAP eintrat, nachdem er eigentlich seine komplette Bildungskarriere in einem totalitären Nazi-Staat verbracht hat, halte ich für wenig verwunderlich.
Gleichzeitig haben andere auch ohne diesen Beitritt das Gedankengut eingeimpft bekommen, hatten kein Parteibuch, wurden als junge Menschen selten denazifiziert (mit all dessen Lücken) und behielten Versatzstücke dessen ihr Leben lang bei und gaben es weiter.
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Ich mochte den nicht besonders.
Aber: Das jemand mit 17 in die NSDAP eintrat, nachdem er eigentlich seine komplette Bildungskarriere in einem totalitären Nazi-Staat verbracht hat, halte ich für wenig verwunderlich.
Gleichzeitig haben andere auch ohne diesen Beitritt das Gedankengut eingeimpft bekommen, hatten kein Parteibuch, wurden als junge Menschen selten denazifiziert (mit all dessen Lücken) und behielten Versatzstücke dessen ihr Leben lang bei und gaben es weiter.
https://www.youtube.com/watch?v=iJWzXUGeUVM
Tja, für den Osten war er irgendwie ein Held. Die Hallenser mochten ihn sehr. Und ich kriege noch heute Gänsehaut, wenn ich die Botschaftsszene sehe:
- YouTube
Auf YouTube findest du die angesagtesten Videos und Tracks. Außerdem kannst du eigene Inhalte hochladen und mit Freunden oder gleich der ganzen Welt teilen.
(www.youtube.com)
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2/ Diese Wikipedia-#NSDAP-Liste ist wirklich toll. Da findet man zum Beispiel auch Genscher, der 1944 zum Führergeburtstag eingetreten ist.
Also ich würde schon sagen, dass aus der Mitgliedschaft in der NSDAP noch nicht unbedingt was folgt. Besser ist natürlich, man war da nicht drin.
@stefanmuelller "Nach eigener Aussage geschah dies per Sammelantrag ohne sein Mitwissen,[11] was laut aktuellem Forschungsstand aber nicht möglich war."

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2/ Diese Wikipedia-#NSDAP-Liste ist wirklich toll. Da findet man zum Beispiel auch Genscher, der 1944 zum Führergeburtstag eingetreten ist.
Also ich würde schon sagen, dass aus der Mitgliedschaft in der NSDAP noch nicht unbedingt was folgt. Besser ist natürlich, man war da nicht drin.
@stefanmuelller Ähnlich wie Günter Grass, selber Jahrgang 1927, der mit 17 noch als Freiwilliger in die Waffen-SS kam.
https://www.spiegel.de/kultur/literatur/grass-schweigen-dazu-muss-ich-stehen-a-431903.html (1/5) -
Anders bei meinem Großvater, Jahrgang 1908; er war zu Beginn der Nazizeit schon Lehrer, im Herzen Anhänger der Reformpädagogik. Er sah bei den Nazis ein ähnliches Bestreben, mit der Verknöcherung der Kaiserzeit aufzuräumen, und trat irgendwann in die NSDAP ein. Wie weit er ideologisch Nazi war, wissen wir nicht. Wie ich ihn später kennengelernt habe, kann ich aber nicht an eine tiefe Überzeugung glauben. (2/5)
Er war Lehrer einer deutschen Schule in Nordschleswig (bzw. mehrerer, über die Zeit) ; das war als “Grenzkampf” für die Nazis kulturell von großer Bedeutung. Er wird mindestens, falls er überhaupt die Absicht dazu hatte, viel zu klug gewesen sein, dort Nazi-Ideologie zu verbreiten. (3/5)
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@stefanmuelller Ähnlich wie Günter Grass, selber Jahrgang 1927, der mit 17 noch als Freiwilliger in die Waffen-SS kam.
https://www.spiegel.de/kultur/literatur/grass-schweigen-dazu-muss-ich-stehen-a-431903.html (1/5)Anders bei meinem Großvater, Jahrgang 1908; er war zu Beginn der Nazizeit schon Lehrer, im Herzen Anhänger der Reformpädagogik. Er sah bei den Nazis ein ähnliches Bestreben, mit der Verknöcherung der Kaiserzeit aufzuräumen, und trat irgendwann in die NSDAP ein. Wie weit er ideologisch Nazi war, wissen wir nicht. Wie ich ihn später kennengelernt habe, kann ich aber nicht an eine tiefe Überzeugung glauben. (2/5)
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Er war Lehrer einer deutschen Schule in Nordschleswig (bzw. mehrerer, über die Zeit) ; das war als “Grenzkampf” für die Nazis kulturell von großer Bedeutung. Er wird mindestens, falls er überhaupt die Absicht dazu hatte, viel zu klug gewesen sein, dort Nazi-Ideologie zu verbreiten. (3/5)
Nach Kriegsende wurden diese Schulen vom Dänischen Staat natürlich sofort verboten. Die Familie blieb noch ein paar Jahre im ehemaligen Schulhaus wohnen. Dass ihnen nicht das Haus angezündet oder die Fenster eingeworfen wurden, lag daran, sagte mein Vater, dass die Leute seine Mutter sehr mochten; seinen Vater respektierten sie. (4/5)
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Nach Kriegsende wurden diese Schulen vom Dänischen Staat natürlich sofort verboten. Die Familie blieb noch ein paar Jahre im ehemaligen Schulhaus wohnen. Dass ihnen nicht das Haus angezündet oder die Fenster eingeworfen wurden, lag daran, sagte mein Vater, dass die Leute seine Mutter sehr mochten; seinen Vater respektierten sie. (4/5)
Er war ein guter Lehrer, sagt mein Vater, der zeitweise selbst bei ihm zur Schule ging. Laut ihm sagte mein Großvater über seine Nazi-Involviertheit als einziges einmal, dass es eine Zeit gewesen sei, auf die er “mit großer Trauer und großer Scham” zurückblicke.
Durch seinen Eintritt als Erwachsener war er schon in einer anderen Liga als Genscher oder Grass. Trotzdem, nehme ich an, auch ein Verführter, aber wir können es nicht mehr wissen. (5/5)
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2/ Diese Wikipedia-#NSDAP-Liste ist wirklich toll. Da findet man zum Beispiel auch Genscher, der 1944 zum Führergeburtstag eingetreten ist.
Also ich würde schon sagen, dass aus der Mitgliedschaft in der NSDAP noch nicht unbedingt was folgt. Besser ist natürlich, man war da nicht drin.
3/ Und wenn #NSDAP-Mitgliedschaft ein Ausschlusskriterium für weitere politische Tätigkeit sein soll, dann wäre das mit dem Bundespräsident Carstens nicht so toll, oder?
Die Präsidenten der DDR waren jedenfalls nicht in der NSDAP gewesen. Preisfrage: Wer kann die alle in der richtigen Reihenfolge aufzählen. =;-)
Die Staatsratsvorsitzenden waren auch nicht in der NSDAP gewesen.
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