Wir haben 2026
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Wir haben 2026.
Seit Jahren tobt der Krieg in der Ukraine. Putin würde gern sein Großreich Russland Richtung Westen vergrößern.
Auf der anderen Seite tobt das Trumpelstilzchen und würde gern Europa für sich beanspruchen.
In Deutschland tobt die AfD. Sie versucht, das alte Programm von 1933 wieder neu zu starten. Viel zu viele fallen auf die Parolen rein, genauso wie damals.
Pikant an der Geschichte ist, dass die AfD von beiden Seiten Unterstützung bekommt und nach beiden Seiten Informationen liefert. Offen. Interessiert von den Wählern nur keinen.
Und die Regierung? Zuckt die Achseln und beschimpft diejenigen, die das System am Laufen halten, als faul, nebenbei benennt sie uns Antifaschisten als Staatsfeinde.
Die Kacke ist am Dampfen. Die Welt driftet nach rechts, die Installation „Faschismus“ läuft und ist fast abgeschlossen. Auch wenn bei uns keine Bomben fallen, noch nicht – es herrscht Krieg.
Ich habe darauf keinen Bock. Ich würde mich lieber unvoreingenommen auf den Frühling freuen, auf den Urlaub mit meinem Freund in zwei Wochen. Viel lieber würde ich mir auf Facebook Videos von frechen Katzen anschauen, oder Rezepte für Käsekuchen.
Ich gebe zu, ich wäre gerne unpolitisch. Würde mich nur um mich selbst, meine Familie und Freunde und den Kater kümmern. Doch der Zug ist abgefahren. Nichts ist mehr unpolitisch. Selbst wenn du einen Waldspaziergang machst und das Baumsterben siehst. Wenn du einkaufen gehst und die Preise siehst. Wenn du arbeiten gehst und auf deine Gehaltsabrechnung schaust. Wenn du im Garten Unkraut jätest und darüber nachdenkst, wann es eigentlich zum letzten Mal geregnet hat.
Wenn du dich einfach nur umschaust.
Alles ist politisch. Und es ist deine verdammte Pflicht, dich zu positionieren. Du kannst nicht mehr sagen, dass es dich nichts angeht, dass du davon nichts wissen willst. Was heute entschieden wird, kann dich morgen betreffen. Oder deine Arbeit. Deine Familie. Deinen besten Freund.
Die Ausländer, die abgeschoben werden, betreffen dich nicht?
Oh, doch! Da ist dein Arzt dabei. Der, der immer ein offenes Ohr für dich hatte.
Ach ja, und dein Lieblingskurierfahrer, der sich immer nach deiner Katze erkundigt.
Die Reinigungsfrau aus der Firma.
Ali von nebenan, mit dem du gern ein Bierchen trinkst.
Wirst du sie vermissen?
Völlig richtig, was Trump in Amerika macht? Nun, du hast sowieso nicht vor, dorthin zu fliegen.
Aber dein Sohn, der provokante Bilder auf dem Handy hat und festgenommen wird.
Du findest Regenbögen doof und diese Anbiederung an queere Minderheiten überflüssig? Alle psychisch krank, sagst du?
Bis dir deine Tochter erzählt, dass sie eine Frau liebt.
ALLES ist politisch. Nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel ist wichtig, sondern auch deine Haltung.
In der Straßenbahn wird ein Schwarzer rassistisch beleidigt? Es könnte Ali sein.
Du liest von einem schwulen Pärchen, das angegriffen wurde? Es könnte deine Tochter sein.
Es ist jetzt schon schlimm, aber wenn eine AfD an die Macht kommt, wird es noch viel schlimmer.
Wir müssen begreifen, dass es auf jeden einzelnen von uns ankommt. Nur so können wir unsere Demokratie retten.
Wir haben 2026. Wir können es uns nicht mehr leisten, unpolitisch zu sein. -
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Wir haben 2026.
Seit Jahren tobt der Krieg in der Ukraine. Putin würde gern sein Großreich Russland Richtung Westen vergrößern.
Auf der anderen Seite tobt das Trumpelstilzchen und würde gern Europa für sich beanspruchen.
In Deutschland tobt die AfD. Sie versucht, das alte Programm von 1933 wieder neu zu starten. Viel zu viele fallen auf die Parolen rein, genauso wie damals.
Pikant an der Geschichte ist, dass die AfD von beiden Seiten Unterstützung bekommt und nach beiden Seiten Informationen liefert. Offen. Interessiert von den Wählern nur keinen.
Und die Regierung? Zuckt die Achseln und beschimpft diejenigen, die das System am Laufen halten, als faul, nebenbei benennt sie uns Antifaschisten als Staatsfeinde.
Die Kacke ist am Dampfen. Die Welt driftet nach rechts, die Installation „Faschismus“ läuft und ist fast abgeschlossen. Auch wenn bei uns keine Bomben fallen, noch nicht – es herrscht Krieg.
Ich habe darauf keinen Bock. Ich würde mich lieber unvoreingenommen auf den Frühling freuen, auf den Urlaub mit meinem Freund in zwei Wochen. Viel lieber würde ich mir auf Facebook Videos von frechen Katzen anschauen, oder Rezepte für Käsekuchen.
Ich gebe zu, ich wäre gerne unpolitisch. Würde mich nur um mich selbst, meine Familie und Freunde und den Kater kümmern. Doch der Zug ist abgefahren. Nichts ist mehr unpolitisch. Selbst wenn du einen Waldspaziergang machst und das Baumsterben siehst. Wenn du einkaufen gehst und die Preise siehst. Wenn du arbeiten gehst und auf deine Gehaltsabrechnung schaust. Wenn du im Garten Unkraut jätest und darüber nachdenkst, wann es eigentlich zum letzten Mal geregnet hat.
Wenn du dich einfach nur umschaust.
Alles ist politisch. Und es ist deine verdammte Pflicht, dich zu positionieren. Du kannst nicht mehr sagen, dass es dich nichts angeht, dass du davon nichts wissen willst. Was heute entschieden wird, kann dich morgen betreffen. Oder deine Arbeit. Deine Familie. Deinen besten Freund.
Die Ausländer, die abgeschoben werden, betreffen dich nicht?
Oh, doch! Da ist dein Arzt dabei. Der, der immer ein offenes Ohr für dich hatte.
Ach ja, und dein Lieblingskurierfahrer, der sich immer nach deiner Katze erkundigt.
Die Reinigungsfrau aus der Firma.
Ali von nebenan, mit dem du gern ein Bierchen trinkst.
Wirst du sie vermissen?
Völlig richtig, was Trump in Amerika macht? Nun, du hast sowieso nicht vor, dorthin zu fliegen.
Aber dein Sohn, der provokante Bilder auf dem Handy hat und festgenommen wird.
Du findest Regenbögen doof und diese Anbiederung an queere Minderheiten überflüssig? Alle psychisch krank, sagst du?
Bis dir deine Tochter erzählt, dass sie eine Frau liebt.
ALLES ist politisch. Nicht nur das Kreuz auf dem Wahlzettel ist wichtig, sondern auch deine Haltung.
In der Straßenbahn wird ein Schwarzer rassistisch beleidigt? Es könnte Ali sein.
Du liest von einem schwulen Pärchen, das angegriffen wurde? Es könnte deine Tochter sein.
Es ist jetzt schon schlimm, aber wenn eine AfD an die Macht kommt, wird es noch viel schlimmer.
Wir müssen begreifen, dass es auf jeden einzelnen von uns ankommt. Nur so können wir unsere Demokratie retten.
Wir haben 2026. Wir können es uns nicht mehr leisten, unpolitisch zu sein.@Admina_J sehr gut gesagt. Einziger Punkt, in dem ich mit dir nicht übereinstimme: die Aufzählung migrantischer Arbeitskräfte, weil das meiner Meinung nach impliziert, dass ihr Wert an den Nutzen für die Gesellschaft gebunden ist und das sollte für niemand gelten
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@Admina_J sehr gut gesagt. Einziger Punkt, in dem ich mit dir nicht übereinstimme: die Aufzählung migrantischer Arbeitskräfte, weil das meiner Meinung nach impliziert, dass ihr Wert an den Nutzen für die Gesellschaft gebunden ist und das sollte für niemand gelten
@Nimue da gebe ich dir recht. Deshalb auch Ali, mit dem du gern ein Bierchen trinkst.