Bayerische Finanzminister verwirren mich, wenn sie über Computer sprechen.
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Bayerische Finanzminister verwirren mich, wenn sie über Computer sprechen. Vielleicht sollten sie das lassen …
@bkastl vibe rede schreiben mit söderllm
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Es gibt vieles was man der bayerischen Staatsregierung und ihren Ministern zu recht vorhalten kann, aber der Author dieses Textes, hat da doch eher ins Klo gegriffen. Die Kritik ist schlampig und ohne jede Ahnung/Recherche des Fachgebiets geraten.
Schon die oberflächliche Kritik klappt nicht: Rechenschieber sind sicher Open Source (jeder kann die Markierungen nachmessen und nachbauen). Auch sind Zirkel, Lineal, Strecken- und Winkelmesser im Vermessungsamt wesentlich wichtiger sind als Rechenschieber (die sind zu ungenau) . Vor allem aber bedeutet Arbeitsplatz nicht das gleiche ist wie Arbeitsplatzcomputer ... und ja, digitale Arbeitsplatze gab es eben bereits 1960.
Es waren ja gerade die Vermessungsämter die als erste in den Behörden moderne DV schon sehr früh eingesetzt haben. Ist ja auch ideal: stark strukturierte Daten und davon jede Menge. Und an diesen Daten hängt sowohl die Ordnung, als auch das Geld - von Grundsteuer bis Abwasserabgaben. Ist ja klar dass die Staatsregierungen - nicht nur von Bayern - gerne und früh modernisiert haben um die Arbeit zu bewältigen.
So wurden schon 1960 z.B. digitale Planimeter vom Typ Zuse Z80 (ab 1964 die verbesserten Z81) an entsprechenden Arbeitsplätzen eingesetzt um Flurkarten digital zu erfassen und schnell und zuverlässige Flächenwerte zu ermitteln.
[ Ein Planimeter ist ein Gerät dass entfernt an eine Maus erinnert wenn sie eine Lupe zum genauen Positionieren hätte und über Papier bewegt wird. Analoge Planimeter gibt es schon seit ca. 1820 - übrigens in eben diesem Bayern erstmals gebaut]
Das ist eben genau das: ein digitaler Arbeitsplatz.
Ab 1962 konnten auch direkte Messdaten aus dem Feld in geschlossener Datenerfassung bis in den Rechner geführt werden. Entsprechend ausgerüstete Theodoliten speicherten jeden Messpunkt auf Film, welcher, nach Entwicklung, von einem Zuse Z84 optisch gelesen wurde. Die Daten werden nach Aufbereitung für die weitere Verarbeitung auf Lochstreifen ausgegeben.
Auch ein digitaler Arbeitsplatz.
Für die weitere Bearbeitung wurden verschiedene Rechner verwendet.
Und auch das Zeichnen der Pläne, die dann im Kataster abgelegt wurden, bzw. deren Auszüge für die einzelnen Akten, oder zur Herausgabe bei der Einsicht, erfolgte schon in den 1960ern digital. Zuse bot dazu den Graphomat Z64 an, der, gesteuert von einem Lochstreifen Pläne erzeugte. Ähnlich einem Plotter heute.
Noch ein digitaler Arbeitsplatz im Vermessungsamt der 1960er.
Und wurde zur Verarbeitung eine Z25 (Ab 1963) verwendet, so konnte der Rechner direkt mit dem Z64 gekoppelt werden und beliebige Karten oder Ausschnitte direkt berechnen und ausgeben.
Und ja, der Z25 war kein genug um unter oder neben einen Arbeitstisch zu passen. Alles noch mit Einzeltransistoren, keine IC oder gar Mikroprozessoren :))
Schon wieder ein digitaler Arbeitsplatz im Vermessungsamt.
Und auch bei den ersten Geräten die man als PC bezeichnen kann waren die Vermessungsämter führen. In BaWü wurden z.B. ab 1970 Cogar 4 (aka Singer/ICL 1500) eingesetzt. Das waren Desktop Geräte mit eigenen Prozessor, Speicher und Massenspeicher, in einem Gehäuse mit Tastatur und grafikfähigem Bildschirm und Netzwerkanschluss. Alles was heute einen PC ausmacht. Nur etwas langsamer und kleiner als heutige Monster-PC. In Leistung und Ausbau vergleichbar mit 8 Bit Heimcomputern der frühen 80er.
Jup, es gab das alles nicht nur schon Jahre bevor der erste Mikroprozessor entwickelt wurde, sondern es war auch im Einsatz in Deutschen Vermessungsämtern.
Womit wir auch den allzweck Arbeitsplatzcomputer im allerengsten Sinne und in den Vermessungsämtern auf 1970 verorten können.
Langer Rede kurzer Sinn: es gibt viel was man an der Rede der bayerischen Staatsminister kritisieren kann, aber wer keine Ahnung vom Thema hat sollte sich auf das offensichtliche beschränken, sonst ists halt Scheiße.
[Das hier so viel Zuse genannt wird hat halt damit zu tun dass die Firma in Deutschland zu der Zeit nicht nur führend war sondern auch eine recht offene Informationspolitik betrieb. Auch andere hatten entsprechende Geräte, die sind aber selbst bei Fachleuten meist vergessen]
@Computeum
Danke für die ausführliche Erklärung
Aber dass es Microsoft in den 1960ern noch nicht gab, findet doch Zustimmung, oder? Habe ich was, genau das, überlesen?
@bkastl -
Bayerische Finanzminister verwirren mich, wenn sie über Computer sprechen. Vielleicht sollten sie das lassen …
@bkastl Alkoholismus in der CDU ist das.
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@bkastl Wo und nach wie viel Bier hat der das gesagt?
@Alter_Mann @bkastl Wie viel Bier muss man denn in Bayern trinken, bevor man interviewt wird?
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@bkastl Zwei mal drei macht vier
Wide wide witt und drei macht neune
Ich mach mir die Welt
Wide witt, wie sie mir gefällt... -
@bkastl ich schäme mich gerade aus Bayern zu kommen

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@Alter_Mann @bkastl Wie viel Bier muss man denn in Bayern trinken, bevor man interviewt wird?
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Wenn man ein dummer Politiker ist, lässt man seine Reden von jemand anders schreiben. Wenn man ein ganz dummer Politiker ist, schreibt man sie selbst.
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@Computeum
Danke für die ausführliche Erklärung
Aber dass es Microsoft in den 1960ern noch nicht gab, findet doch Zustimmung, oder? Habe ich was, genau das, überlesen?
@bkastlDas in die Aussage Schmarrn ist ist klar. Politiker reden viel Unsinn wenn der tag lang ist. Wie jeder andere Chef, der halt nur die Hälfte der Fakten im Kopf behält die die Fachleute Ihm mit auf den Weg geben.
Punkt war aber nicht dass der Minister auch Unsinn redet, sondern dass die Kritik halt Inhaltlich komplett daneben geht. Wohl weil der Author, anstelle Fakten zu checken, einfach das übliche "das weiss man doch" polemisch eingesetzt hat. Und da reagier ich halt extrem allergisch.
Dass die bayerische Staatsregierung seit über 100 Jahren bar göttlicher Eingebung arbeiten ist ja literarisch belegt - und sowohl am Anfang als dem Ende meines Posts erwähnt.
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Weil hier gerade Hardwarehistoriker*innen argumentieren, dass das aber schon so sein könnte:
Das Landesamt, das für die Vermessungsämter zuständig ist, die "komplett mit Open Source Arbeitsplätzen" seit Jahrzehnten arbeiten sollen, verklagt mal gerne Menschen, die Open Data machen. https://netzpolitik.org/2021/offene-geodaten-bayern-geht-gegen-open-data-aktivistinnen-vor/
Hi @bkastl,
mein Eindruck ist, daß dem auf Sachbearbeiterebene im https://ldbv.bayern.de tatsächlich so ist, sich auf dem Weg zum (Finanz-) Minister aufweicht, bzw. ver-micro-softet. Ersteres wurde mir zugetragen. So sehe ich auch die #OpenData Klagen (was war da nochmal?) #Bayern -
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@bkastl
Dr. Mehring kann einem als bayerischer Digitalminister nur leid tun, er predigt, Füracker hält das Geld trotzdem für MS zurück... und das Söderle von der Kanzel: "Klappe jetzt! Das was der ausgewiesene Digital- und Wirtschaftsexperte sowie Parteikollege Füracker sagt." -
Hi @bkastl,
mein Eindruck ist, daß dem auf Sachbearbeiterebene im https://ldbv.bayern.de tatsächlich so ist, sich auf dem Weg zum (Finanz-) Minister aufweicht, bzw. ver-micro-softet. Ersteres wurde mir zugetragen. So sehe ich auch die #OpenData Klagen (was war da nochmal?) #Bayern@mro Das Auflösen von Lock-ins ist leider immer auch eine Führungsaufgabe. Die durchaus immer wieder engagierte Sachbearbeitungsebene kann sich da leider vergebens abmühen, wenn der Kopf den Laden wieder oben in die Abhängigkeit treibt

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Bayerische Finanzminister verwirren mich, wenn sie über Computer sprechen. Vielleicht sollten sie das lassen …
@bkastl Spielt heutzutage doch keine Rolle mehr. In diesen Zeiten von FakeNews. 🫣

Diese 1960er Erinnerungen sollten es in die Comedy schaffen. -
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@bkastl Aber wenigstens Open Source ist doch noch das gute alte Freibier am Arbeitsplatz?
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@bkastl
Bei solchen Äußerungen zeigt sich bereits der eklatante Fachkräftemangel in Bayern.
Durch Entscheidungen die Bayern, getrieben durch schlechte Ratschläge dieser Nicht-Fachkräfte, beschließt und durchführt, könnte sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. -
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@bkastl Bayrische Minister verwirren, wenn sie den Mund öffnen.
Der Rest ist überspezifisch. -
@mro Das Auflösen von Lock-ins ist leider immer auch eine Führungsaufgabe. Die durchaus immer wieder engagierte Sachbearbeitungsebene kann sich da leider vergebens abmühen, wenn der Kopf den Laden wieder oben in die Abhängigkeit treibt

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(tue es leider auch, das aus Bayern kommen)